Blackberry Storm und Co gegen iPhone

Teil 2: Touchscreen-Handys im Vergleich

iPhone 3G - die zweite Generation des Kult-Handys

Seit Sommer 2008 ist das iPhone 3G auf dem Markt - und gibt seither immer noch den Ton bei Bedienkonzept, Internet-Browser und Multimedia-Wiedergabe an.

Im Herbst 2007 kam die erste iPhone-Generation in Deutschland auf den Markt - exklusiv vertrieben von T-Mobile. Obwohl Apple innovatives Touchscreen-Handy auf Anhieb jede Menge User-Herzen eroberte, blieben einige Wünsche offen. Wichtigster Kritikpunkt: das so stark auf Internet-Kommunikation ausgelegte Gerät funkte nur im vergleichsweise langsamen Datenfunk-Standard EDGE. UMTS war Fehlanzeige.

Nachfolger mit UMTS

Genau das änderte sich mit dem im Sommer 2008 eingeführten "iPhone 3G". Sein Namenszusatz weist schon darauf hin, dass die aktuelle Gerätevariante jetzt auch im UMTS-Netz (also mit der dritten Generation der Mobilfunk-Netztechnik) funkt. Es gibt zwei Geräteversionen mit 8 oder 16 GB Speicher. Die 8-GB-Version besitzt immer einen schwarzen Gehäuserücken, bei der 16-GB-Version hat der Anwender die Wahl zwischen schwarz und weiß und somit zwischen Understatement oder dem deutlichen Hinweis darauf, dass er die teurere iPhone-3G-Version in der Hand hält. Nachträglich erweitern lässt sich der eingebaute Speicher leider nicht. Wie schon der Vorgänger ist das Gerät exklusiv bei T-Mobile erhältlich, wo es je nach Speicherbestückung und kombiniertem "Complete"-Tarif zu subventionierten Preisen zwischen 1 Euro und 250 Euro angeboten wird. Ohne Vertrag werden die Geräte offiziell nicht angeboten, auf dem Graumarkt für entsperrte Geräte zahlt man etwa 500 bis 600 Euro für die 8-GB- und 600 bis 800 Euro für die 16-GB-Version. Das iPhone 3G unterstützt sogar den Download-Turbo HSDPA mit bis zu 3,6 Mbit/s. Zudem hat Apple weiter am Browser gefeilt, das zeigt der Vergleich mit dem alten iPhone: Sind beide Modelle ins EDGE-Netz eingebucht, ist das neue schneller. Allerdings: Der iTunes-Store ist weiterhin nur per WLAN zugänglich, nicht per Mobilfunk. Über das Handy-Netz kann man sich aber immerhin in dem mit der neuen iPhone-Generation gestarteten "App Store" einloggen, in dem jede Menge kostenpflichtiger wie kostenloser Zusatzs-Software für Download und Installation bereitsteht. Ende 2008 konnte sich Apple bereits über mehr als 10.000 Anwendungen in seinem App Store und über mehr als 300 Millionen Downloads freuen. Ein gutes Geschäft für den iPhone-Anbieter: für den Vertrieb und Betrieb des Store behält Apple 30 Prozent der Einnahmen.

GPS: mehrstufige Ortung

Der integrierte GPS-Empfänger ist eine weitere spannende Neuerung im iPhone 3G. Das Kartenmaterial holt sich das iPhone unterwegs von Google. Da das Gerät neben dem Satellitensystem auch eine Lokalisierung via Mobilfunk-Netz sowie über WLAN-Hotspots vornehmen kann, ist die Ortung auch dann möglich, wenn eines der Systeme nicht zur Verfügung steht - GPS braucht beispielsweise freie Sicht zum Himmel, ist also in Gebäuden nicht nutzbar. Die Ortsbestimmung klappte im Test sehr rasch, selbst der GPS-Empfänger hatte nach wenigen Sekunden die genauen Positionsdaten ermittelt. Die Kartenanwendung berechnet auf Wunsch Routen, Navigation mit Richtungsanzeigen bietet sie allerdings nicht. Diese Funktion dürfte aber früher oder später ein Navi-Programm von einem Drittanbieter für den bereits erwähnten "App Store" nachrüsten.

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Annäherung an Geschäftskunden

Auch für den beruflichen Einsatz wird das iPhone 3G allmählich interessant, zumal es sich nun auch an Exchange-Server anbinden lässt. So kann man E-Mails, Kontakte oder Termine direkt aufs iPhone "pushen". Außerdem verspricht Apple mehr Sicherheit, etwa die Möglichkeit, einen VPN-Tunnel zum iPhone aufzubauen. Das iPhone 3G lässt sich obendrein lokal mit Outlook synchronisieren - allerdings sollte das nicht zu alt sein, Office 2000 wird schon nicht mehr unterstützt. Ganz überzeugt das iPhone noch nicht als Businessgerät, zumal weiterhin ab Werk eine Aufgabenverwaltung, ein Diktiergerät oder ein Editor für Office-Dokumente fehlen. Solche Funktionen rüsten allerdings Zug um Zug die findigen Programmierer im "App Store" nach. Der E-Mail-Client, der auch mit Anhängen zurechtkommt, ist dagegen eine Wucht. Selbst HTML-Mails, an denen die meisten Handys scheitern, zeigt er bunt und korrekt formatiert an. Die Einrichtung eines Accounts klappt kinderleicht, nur das Tippen auf der virtuellen Schreibmaschinen-Tastatur ist gewöhnungsbedürftig bis mühsam.

Weiterhin Lücken

Ohnehin bleiben auch im neuen Modell noch Lücken: Das iPhone 3G kann keine MMS und keine Kontakte oder Termine verschicken, keine Bilder oder Dateien per Bluetooth übertragen, besitzt kein vom Anwender nutzbares Dateisystem und bietet keine Umgebungsprofile. Wenn Sie eine SMS tippen, zeigt das Handy nicht, wann die 160 Zeichen erreicht sind. Und ließe sich beim Verfassen von Kurznachrichten die virtuelle Tastatur im Querformat darstellen, würde das den Komfort beim Tippen verbessern. Die 2-Megapixel-Kamera ist weiterhin armselig, kann keine Videos aufzeichnen und bietet auch sonst keine Einstelloptionen. Nur der Music-Player, der hier natürlich iPod heißt und exzellent mit iTunes zusammenarbeitet, überzeugt voll.

Neues Innenleben

Beim Surfen stellt UMTS einen echten Vorteil dar, allerdings leiden darunter Ausdauer, Sende- und Empfangsqualität. Die Standby-Zeit ist okay, bei der Sprechzeit hat das iPhone 3G gegenüber dem Vorgänger aber deutlich verloren. Ein Grund: Der fest verbaute Akku fällt kleiner aus, wobei Apple dies bei der Betriebszeit kompensieren kann: 8:40 Stunden hält das iPhone 3G bei eingeschaltetem Display - alledings ohne Telefonverbindung - durch. Wer UMTS ausschaltet, kann die Sprechzeit verdoppeln. Generell gilt jedoch: Bei intensiver Nutzung ist der Akku spätestens am Abend leer. Aufgrund der schlechteren Sende- und Empfangsqualität und der kürzeren Sprechzeit verliert das iPhone 3G im Test wichtige Punkte. Fazit: Auch beim iPhone 3G ist nicht alles Gold was glänzt. Doch was Apple als wichtig erachtet, das beherrscht das Touch-Telefon perfekt: Kein anderes Handy bringt Internet, Fotos oder Filme so eindrucksvoll aufs Display und bietet ein so überzeugendes Touchscreen-Konzept. Weitere Infos und technische Daten

Blackberry sagt Apple mit dem Storm 9500 den Kampf an. Ob das gelingt, erfahren Sie auf Seite 3...

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Touchscreen-Handys im Vergleichstest
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