Mehr als nur Speicher

Teil 2: Test: Netzwerkfestplatten

  1. Test: Netzwerkfestplatten
  2. Teil 2: Test: Netzwerkfestplatten

Zusätzliche Funktionen

Neben Netzwerkfreigaben und Datensicherung bieten sehr viele NAS-Geräte, wie auch unsere beiden Testkandidaten, einen integrierten USB-Print-Server. Auf diese Weise lässt sich ein USB-Drucker am NAS-Gerät als Netzwerkdrucker einrichten. Welche Einstellungen hierzu an den Rechnern im Heimnetz erforderlich sind, erläutert das NAS-Handbuch.

Test: Netzwerkfestplatten

© Archiv

Ein mit zwei Festplatten gefülltes NSA-220 lässt sich auch im sicheren RAID-1-Modus betreiben.

Ein integrierter Medienserver kann MP3s, Bilder oder Filmdateien auf dem NAS so aufbereiten, dass die Dateien von speziellen Geräten, die sich ebenfalls im Netzwerk befinden, wiedergegeben werden können. Der Medienserver wird dabei auch als Streaming- Server, das Empfangsgerät als Streaming- Client bezeichnet. Webradios sind beispielsweise solche Streaming-Clients. Sie können die auf dem NAS abgelegten Songs übers Heimnetz streamen und abspielen - der PC kann ausgeschaltet bleiben.

Für fortgeschrittene Anwender bieten viele NAS-Geräte zudem einen integrierten Webserver an. So lassen sich komplette Webauftritte im eigenen Heimnetz aufsetzen und über den eigenen Breitbandzugang veröffentlichen. Allerdings sind hierzu entsprechende Einstellungen am Router und das Einrichten von Weiterleitungen über dynamische Webadressen erforderlich. Für eher professionelle Anwender ist die im Qnap TS-109 integrierte MySQL-Datenbank vorgesehen.

Test: Netzwerkfestplatten

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Der Festplattentausch bei der Zyxel NSA-220

Wer häufig größere Datenmengen über sehr lange Zeiträume herunterlädt, findet zudem immer häufiger einen im NAS integrierten Download-Dienst, der BitTorrent, HTTP und FTP unterstützt. Hat man die entsprechenden Download-Aufträge in der Benutzeroberfläche des NAS eingetragen und gestartet, erledigt das NAS die Downloads selbstständig bis zum Ende - und der PC kann ausgeschaltet bleiben.

Im Test: Qnap TS-109

Das TS-109 von Qnap lässt sich mit einer 3,5-Zoll-SATA-Festplatte bestücken und verzichtet auf eine aktive Kühlung, was die Lautstärke des Netzspeichers allein auf die Geräusche der verbauten Festplatte reduziert. Allerdings ist der Einbau von größeren Laufwerken mit 750 oder gar 1000 GByte Speicher wegen möglicher Überhitzung mit Vorsicht zu genießen. Für unseren Test installierten wir anhand der ausführlichen, mitgelieferten Anleitung eine 500-GByte- Platte von Seagate. Ebenso vorbildlich sind das deutschsprachige Handbuch und die Online- Hilfe im TS-109. Schade nur, dass die Übersichtlichkeit des Konfigurationsmenüs ein klein wenig leidet - wohl auch wegen der immensen Funktionsfülle des Gerätes. Denn das TS-109 hat neben Netzwerkfreigaben oder FTP-Server einiges zu bieten. Der integrierte Medienserver erlaubt es, Bilder, Musik oder Filme über Streaming-Clients im Heimnetz auf die Stereoanlage oder den Fernseher zu übertragen. Zudem führt das NAS nach Eingabe entsprechender Download-Daten eigenständig HTTP-, FTP oder BitTorrent-Downloads durch. Als Alternative für den RAID-1-Modus, der ja erst ab zwei internen Festplatten möglich ist, bietet das TS-109 einen RAID-ähnlichen Sicherungsmodus auf eine per USB angeschlossene, externe Festplatte an. Neben zwei USB-2.0- Ports findet sich auf der Rückseite des Gerätes auch ein eSATA-Port. Über den USB-Anschluss mit Copy-Taste an der Vorderseite des Gerätes lassen sich Daten vom USB-Speicher- Stick auf das NAS kopieren - oder umgekehrt. Allerdings lässt die hier gemessene Übertragungsrate von rund 2,5 MByte/s zu wünschen übrig.

Test: Netzwerkfestplatten

© Archiv

Qnap TS-109

Dafür liegen die Transfer-raten über Netzwerkfreigaben im Gbit-Netz mit 20 MByte/s beim Lesen erfreulich hoch, auch die 13 MByte/s beim Schreiben gehen in Ordnung. Das TS-109 schaltet seine Festplatte nach einer einstellbaren Zeitspanne ohne Zugriff automatisch in den Sleep-Modus und verbraucht dann nur noch gut 7 Watt Leistung -anstelle von gut 13 Watt im Betrieb. Fazit: Das TS-109 ist ein flottes, hervorragend ausgestattetes und gut dokumentiertes NAS für den Heimbereich, das mit seiner Funktionsvielfalt auch fortgeschrittene Netzwerker begeistern dürfte.

Wertungskasten

Qnap TS-109
Qnap
210,- Euro

www.qnap.de

Weitere Details

85 Punkte

5/5
sehr gut
Preis/Leistung
gut

Im Test: Zyxel NSA-220

Zyxels NAS-Gerät ist mit zwei Wechselschächten ausgestattet und erlaubt auf Wunsch auch die praktische Datensicherung über RAID 1. Das Gerät ist sauber verarbeitet und wird über einen kleinen nicht allzu lauten Lüfter gekühlt. Wir haben das Gerät zunächst mit einer 500-GByte-Seagate-Festplatte getestet. Hier ermittelten wir beim Schreiben eine recht flotte Übertragungsrate von knapp 15 MByte/s. Die Leserate von rund 12 MByte/s blieb jedoch hinter unseren Erwartungen zurück. Im RAID-1-Modus mit zwei installierten Festplatten fielen beide Werte um jeweils rund ein MByte/s ab. Das NAS schaltet seine Festplatten nach sechs Minuten ohne Zugriff automatisch in den Sleep-Modus - und senkt damit die Leistungsaufnahme von 16 auf 9 Watt (eine integrierte Festplatte) beziehungsweise von 26 auf 11 Watt (zwei integrierte Festplatten). Einbau und Wechsel gestalten sich auch beim NSA-220 dank ausgedruckter, deutschsprachiger Quickinfo problemlos. Doch kommt das umfangreiche PDF-Handbuch leider nur als englische Version. Das Gleiche gilt für die komplette Online-Hilfe im sonst deutschsprachigen und durchaus sehr gelungenen Konfigurationsmenü des NAS. Hier sollte Zyxel unbedingt nachbessern.

Test: Netzwerkfestplatten

© Archiv

Zyxel NSA-220

Auch das NSA-220 erlaubt es, Daten vom USB-Stick über einen der beiden USB-Ports an der Gerätefront per Knopfdruck zu übertragen. Hier klappte der Transfer unseres ein GByte großen Testordners mit knapp 11 MByte/s auch recht flott. Auch das Zyxel- NAS besitzt einen integrierten Medienserver zum Streamen von Bildern, Musik oder Videos zum entsprechenden Streaming- Client - allerdings mit nur wenigen Einstellungsmöglichkeiten. Weiterhin steht dem Anwender eine Download-Station zur Verfügung, über die sich HTTP-, FTP- oder BitTorrent-Downloads eigenständig durchführen lassen. Fazit: Zyxels NSA-220 ist ein gut verarbeitetes, funktionales und RAID-1-fähiges NAS mit einer ansprechenden Benutzeroberfläche. Abstriche verbucht es bei der Lesegeschwindigkeit und der unvollständig eingedeutschten Dokumentation.

Wertungskasten

Zyxel NSA-220
Zyxel
180,- Euro

www.zyxel.de

Weitere Details

77 Punkte

4/5
gut
Preis/Leistung
gut

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