Digitalkameras im Sucher

Teil 2: So finden auch Sie die passende Kamera

  1. So finden auch Sie die passende Kamera
  2. Teil 2: So finden auch Sie die passende Kamera

Bei analogen Kameras wurden meist Filme im Format 36 x 24 Millimeter verwendet. Man spricht daher vom 3:2-Format. Mit der Digitalisierung der Fotografie vermischten sich im Laufe der Zeit die Formate. Fernsehgeräte wiesen nämlich durch das PAL-Format ein Seitenverhältnis von 4:3 auf. Für die ersten PCswurden häufig Fernsehgeräte als Monitor verwendet. So wurde das 4:3-Format auch für den PC übernommen. Daran lehnten sich dann zunächst auch die digitalen Fotoapparate an. So entstand ein für Fotografen etwas "unübliches" und ungewohntes Seitenverhältnis. Durch das HDTV-Format ist inzwischen noch das Seitenverhältnis von 16:9 dazugekommen. Dieser "Formatwirrwarr" wird langsam sortiert. Digitale Spiegelreflexkameras verwenden inzwischen meist wieder das klassische Seitenverhältnis von 3:2. Dies hat auch praktische Vorteile. Werden nämlich die Fotos auf Fotopapier belichtet, kann das vollständige Foto wiedergegeben werden. Da die klassischen Fotopapierabzüge – wie etwa 15 x 10 oder 18 x 13 Zentimeter – ebenfalls an das 3:2-Seitenverhältnis angepasst sind, während bei Fotos im 4:3-Format in der Höhe Bildteile abgeschnitten. Dasselbe gilt, wenn Sie Ihre Fotos auf dem heimischen Drucker ausgeben.

So finden auch Sie die passende Kamera

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Welche Kamera kann was?

Auch die DIN-Formate entsprechen ungefähr dem 3:2 Format, sodass die Fotos mit diesem klassischen Format das DIN-A4- oder DIN-A5-Blatt besser ausfüllen. Das alles spricht also für das klassische Seitenverhältnis. Ein Vorteil des 4:3-Formats ist vielleicht, dass Fotos als Bildschirmhintergründe verwendet werden können und dabei den Bildschirm vollständig ausfüllen. Bei Fotos mit dem klassischen Seitenverhältnis ergibt sich eine zu geringe Höhe. Es gibt auch Kameramodelle, die dem Anwender die freie Wahl lassen, welches Format er lieber einsetzen möchte. Die 6-Megapixel-Kamera Panasonic Lumix DMC-FX01 sei hier als ein Beispiel genannt. Mit dieser Kamera können Sie Aufnahmen sowohl im klassischen 3:2- als auch im 4:3-Format schießen.

Sogar das 16:9-Format kann eingestellt werden. Dieses breite Format kann zum Beispiel bei Landschaftsaufnahmen gut eingesetzt werden – es entsteht ein wenig der Eindruck einer Panoramaaufnahme. Die Kamera, die vor ungefähr einem Jahr auf den Markt kam, bietet für einen Straßenpreis von ungefähr 230 Euro weitere interessante Merkmale. Der 3,6fach-Zoom deckt einen Brennweitenbereich von 28 bis 102 mm ab, was für viele gängige Aufgabenstellungen durchaus ausreichend ist. Der Monitor ist mit seinen 2,5 Zoll angenehm groß. Erfreulich sind auch das geringe Gewicht und die sehr kompakte Bauweise. Die 160 Gramm leichte Kamera taugt so auch gut zur "Immer dabei"-Kamera.

Makroaufnahmen

Ein sehr beliebter Bereich der Fotografie sind Makroaufnahmen. In der "Welt des Kleinen" finden sich schier unendlich viele spannende Motive, die entdeckt werden wollen. Die besten Möglichkeiten für diese Spezialaufgabe bieten die digitalen Spiegelreflexkameras.

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Sollen Bilder im 4:3-Format auf Fotopapier ausbelichtet werden, entsteht entweder ein leerer Rand oder es werden Bildteile abgeschnitten.

Aber auch für diesen Bereich gibt es einige andere Kameramodelle, die durchaus für den Einstieg verwendet werden können. Wichtigste Voraussetzung für wirkungsvolle Nah- oder Makroaufnahmen ist ein möglichst geringer Mindestabstand. Je näher Sie an das Objekt der Begierde herankommen, umso größer können Sie es auf den Chip bannen. Für einige Kompaktkameras erhalten Sie Vorsatzlinsen für die Makrofotografie. Solche Vorsatzlinsen bieten eine gute Qualität. Da es sich aber um ein zusätzliches optisches Element handelt, müssen Sie einen Qualitätsverlust in Kauf nehmen. Motive für Nah- oder Makroaufnahmen finden Sie in der Natur zuhauf. Ob kleine Pflanzen oder Tiere – vieles bietet sich als Motiv an. Ziel einer guten Makroaufnahme ist es, das gewünschte Objekt vom Hintergrund freigestellt abzubilden.

Je näher Sie an das Motiv herangehen, umso geringer wird auch der scharf abgebildete Bereich. Wenn Sie dann mit offener Blende arbeiten, wird das Objekt gut vom Hintergrund getrennt. Der geringe Schärfentiefebereich führt aber auch zu Nachteilen. Bei großen Abbildungsmaßstäben schrumpft der scharf abgebildete Bereich bis auf wenige Millimeter, sodass beispielsweise das fotografierte Tier nicht vollständig scharf gezeigt wird. Von Makrofotografie spricht man, wenn ein Abbildungsmaßstab von 1:1 erreicht wird. Das bedeutet, dass das abgebildete Objekt auf dem Sensor so groß erscheint, wie es in Natura ist. Diese Abbildungsmaßstäbe erreichen Sie am besten mit einer entsprechenden Ausrüstung und einer digitalen Spiegelreflexkamera.

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Von den Kameraherstellern sowie einigen Drittanbietern werden spezielle Makroobjektive angeboten, mit denen ein Abbildungsmaßstab von 1:1 oder sogar höher erreicht werden kann. Die Objektive lassen sich in drei Kategorien aufteilen.

Die meisten Hersteller bieten die Makroobjektive mit Brennweiten von ungefähr 50, 100 und 200 mm an. Je größer die Brennweite ist, umso weiter können Sie vom Objekt entfernt sein und es dennoch in der natürlichen Größe abbilden. Auf diese Art und Weise erhalten Sie die Fluchtdistanz. Wollen Sie beispielsweise Insekten fotografieren, können Sie ein 100er-Makroobjektiv verwenden, das eine Nahgrenze von etwas mehr als 30 Zentimetern hat. Zum Vergleich: Bei 200er-Makroobjektiven wächst die Nahgrenze auf fast 50 Zentimeter an. Oft sind diese langbrennweitigen Makroobjektive aber auch doppelt so teuer, sodass Sie überlegen müssen, ob sich dieses Objektiv für Sie lohnt.

Freistellen

Fotos wirken besonders dann ansprechend, wenn das fotografierte Objekt vom Hintergrund freigestellt ist. Dies kann bei Kompaktkameras oft ein schwieriges Unterfangen sein, da diese bauartbedingt einen großen Schärfetiefebereich besitzen. Spiegelreflexkameras eignen sich dagegen sehr gut, um Objekte vom Hintergrund zu trennen. Mehrere Faktoren sind wichtig, um freigestellte Motive zu erreichen. Einerseits ist die Entfernung zum fotografierten Objekt wichtig und andererseits die dabei verwendete Brennweite sowie die eingestellte Blende.

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Die Blende müssen Sie vollständig öffnen, was einem niedrigen Blendenwert entspricht. Wegen des geringen Schärfentiefebereichs müssen Sie sorgfältig fokussieren, um das Objekt präzise scharf zu stellen. Je größer die verwendete Brennweite ist, umso weiter können Sie vom Objekt entfernt sein. Bei kleinen Brennweiten müssen Sie sehr nah an das Objekt herangehen, um es freistellen zu können. Am besten eignen sich Objektive von ungefähr 200 mm, um Detailaufnahmen zu erreichen, die einen unscharfen Hintergrund besitzen. Eine maximale Blendenöffnung von ungefähr Blende 4.5 bis 5.6 ist dabei ausreichend. Je weiter sich die Blende öffnen lässt, umso unschärfer wird der Hintergrund im Ergebnis. Allerdings haben lichtstarke Teleobjektive teils horrende Preise, sodass sich die Anschaffung nur für professionelle Fotografen lohnt.

Technik der Bildstabilisatoren

Bildstabilisatoren lassen sich nach zwei verschiedenen Verfahren unterscheiden: der optischen und der elektronischen Stabilisierung. Bei der optischen Bildstabilisierung kann der Mechanismus entweder im Objektiv oder dem Sensor untergebracht sein. So werden die Linsen oder der Sensor bewegt, um die Verwacklung auszugleichen. Bei der elektronischen Stabilisierung werden die Veränderungen anhand des aufgenommenen Motivs erkannt und durch Interpolation entfernt. Oft wird dieses Verfahren bei Videokameras angewandt – aber auch einige Hersteller von Fotokameras verwenden diese Methode. Casios Exilim-Modelle seien hier als ein Beispiel genannt.

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Fotografie mit Umgebungslicht

Bei allen Motiv-Situationen, bei denen das vorhandene Licht selbst zum Objekt wird, müssen Sie mit dem Einsatz des Blitzgerätes vorsichtig sein. Reicht dieses Licht nicht aus, um eine verwackelungsfreie Aufnahme sicher zu stellen, können Sie beispielsweise die Empfindlichkeit der Kamera erhöhen, bis eine akzeptable Verschlusszeit erreicht ist – das geht aber nicht bei allen Modellen gleich gut. In den Abendstunden oder in einer Kneipe mit Freunden will man die "romantische" Lichtsituation häufig nicht mit einem Blitz zerstören. Gute Kameras - und dazu gehören auch einige Kompakte - nicht nur die digitalen Spiegelreflex-Apparate, erlauben Empfindlichkeiten von 1600 oder sogar 3200 ISO. Leider erhöht sich bei diesen Einstellungen immer auch das Farbrauschen und die Bildqualität leidet.

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Im Makrobereich schrumpft der Schärfentiefebereich bis auf wenige Millimeter.

Wer nicht gleich zur kostspieligen D-SLR greifen will, fährt beispielsweise mit einer Fujifilm F31fd nicht schlecht. Die 6,1-Megapixel-Kamera hat einen großen 1/1,7-Zoll-Sensor und kann auf eine Empfindlichkeit von 3200 ISO eingestellt werden. Häufig werden Bilder bei diesen Empfindlichkeiten überbelichtet – diesem Phänomen kann man versuchen entgegenzuwirken, indem man manuell unterbelichtet. Ein wenig Ausprobieren gehört aber zum Erfolgsrezept dazu.

Die Spiegelreflex-Fotografie

Das Nonplusultra der digitalen Fotografie ist natürlich der Einsatz einer Spiegelreflexkamera. Die Leistungsfähigkeit der Modelle hat in den letzten Jahren stetig zugenommen und besonders im letzten Jahr einen exzellenten Stand erreicht. Für immer niedrigere Preise erhalten ambitionierte Fotografen fantastische "Werkzeuge" mit Fähigkeiten, die noch vor kurzer Zeit unvorstellbar gewesen sind. Die beiden Marktführer Nikon und Canon "übertrumpfen" sich mit neuen Modellen gegenseitig – den Kunden kann es freuen. So erhält er heute Kameras für bisher undenkbare Preise. Kameras, die vor kurzem noch im Bereich von 4000 bis 5000 Euro lagen, erhalten Sie jetzt für ein Drittel des Preises. Die Nikon D200 sei hier als ein Beispiel genannt. Für einen Straßenpreis von ungefähr 1500 Euro für den Kamerabody erhalten Sie eine schier unendliche Funktionsvielfalt. Auch "Nischenanbieter" stellen hochinteressante Spiegelreflexkameras her wie die Modelle von Olympus und Sony.

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Fotografierte Objekte wirken attraktiver, wenn sie vor einem unscharfen Hintergrund freigestellt sind.

Das Angebot an unterschiedlichen Spiegelreflexmodellen wird stetig größer und hat inzwischen sogar die Grenze von Kompaktkameras erreicht. Verschiedene Modelle kosten in der Grundausstattung kaum mehr als hochwertige Kompaktkameras. Natürlich kann durch das erhältliche, vielfältige Zubehör und verschiedene Objektive der "Gesamtpreis" der Ausrüstung schnell teuer werden.

Der Vorteil der Spiegelreflexfotografie gegenüber der Fotografie mit Kompaktkameras besteht natürlich in den enormen Möglichkeiten. Jede fotografische Aufgabenstellung kann perfekt erledigt werden – wenn die passenden Objektive und eventuell weiteres Zubehör vorhanden sind. Ein Nachteil der digitalen Spiegelreflexfotografie soll allerdings nicht verschwiegen werden: Das Erlernen der Möglichkeiten kann schon eine Menge Zeit in Anspruch nehmen – vor allem für diejenigen Anwender, die auch keine Kenntnisse aus analogen Spiegelreflexzeiten besitzen. Die Kompaktkameras besitzen oft weit übersichtlichere und leichter zu erfassende Menüführungen. Durch die vielen Funktionen verliert der Fotograf bei den Menüs der Spielreflexkameras schon schnell einmal den Überblick. Aber es gibt auch erste gegenläufige Entwicklungen. So enthält zum Beispiel die neue Nikon D40 eine vollständige integrierte Hilfe, die in kurzen Sätzen die aufgerufene Funktion erläutert. Außerdem werden Miniaturbilder verwendet, um die Auswirkungen geänderter Einstellungen visuell darzustellen.

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Blitzlicht würde hier alles zunichte machen. Wer Licht fotografieren will, muss den Blitz ausschalten.

Spiegelreflexkameras für Einsteiger haben zwischenzeitlich ein interessantes Preisniveau erreicht. Die gerade erschienene Nikon D40 erhalten Sie zusammen mit einem 18- bis 55-mm- Zoomobjektiv beispielsweise für ungefähr 570 Euro. Bei der hervorragenden Bildqualität, die diese 6-Megapixel-Kamera bietet, kann man von einem "echten Schnäppchen" sprechen. Canon bietet im selben Segment die EOS 400D an, die ebenfalls im Kit mit einem 18- bis 55- mm-Zoomobjektiv angeboten wird. Die Kamera arbeitet mit einem 10,1-Megapixel Sensor und wird für ungefähr 730 Euro angeboten. Mit der Alpha 100 ist Sony ein großer Wurf gelungen. Diese 10-Megapixelkamera wird für einen Preis von ungefähr 760 Euro zusammen mit einem 18- bis 70-mm-Zoomobjektiv angeboten. Mit dieser Kamera wird nach der Übernahme die traditionelle Konica-Minolta-Produktlinie fortgeführt. Ältere Objektive lassen sich durch das übernommene Minolta-A-Bajonett weiterverwenden.

Nach "oben" sind dann kaum noch Grenzen gesetzt. Die High-End-Digitalkameras bieten alles, was das Herz engagierter Fotografen höher schlagen lässt. Je mehr Geld Sie investieren wollen, umso schnellere Bildfolgen sind möglich und umso mehr Megapixel haben Sie zur Verfügung. Hier müssen Sie abwägen, inwiefern sich die Kosten lohnen. Für "Gelegenheitsfotografen" sind diese Kamerassicherlich nicht zu empfehlen. Wer sich allerdings berufs- oder hobbymäßig der Fotografie verschrieben hat, wird im großen Sortiment bestimmt das passende Modell finden.

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