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Teil 2: Shared Hosting für anspruchsvolle Websites

  1. Shared Hosting für anspruchsvolle Websites
  2. Teil 2: Shared Hosting für anspruchsvolle Websites

Ein leidiges Thema beim Shared Webhosting ist die Performance. Da ein Server mit mehreren Kunden geteilt wird, kann dieser bei zu hoher Nutzerzahl leicht in die Knie gehen. Die Betreiber stehen hier vor dem Dilemma, einerseits aus Kostengründen möglichst viele Kunden auf eine Maschine zu packen, andererseits aus Performance-Gründen möglichst wenige Kunden.

Shared Hosting für anspruchsvolle Websites

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Bei Lycos können Kunden professionelle Webanwendungen wie Weblogs, Chat-Systeme oder Groupware per Mausklick installieren.

Wie viele Kunden sich einen Server teilen gilt bei den meisten Hostern als Geschäftsgeheimnis. Sie schweigen sich darüber aus. Vorbildlich löst das Problem Domainfactory. Der Provider sichert seinen Kunden zu, dass sich maximal acht Kunden einen CPU-Kern teilen. Damit ist das Performance-Dilemma allerdings nur zum Teil gelöst. Denn nicht nur von der Anzahl der Kunden drohen Performance-Engpässe. Auch wenn sich nur wenige Kunden einen Server teilen, können durch kritische Aktionen einiger oder eines Einzelnen die Homepages anderer Kunden leiden.

Um dies zu verhindern, schränken viele Webhoster Performance-kritische Dienste wie die Laufzeit von Skripten künstlich ein. Indem Perlund PHP-Skripte beispielsweise nur wenige Sekunden Prozessorzeit benutzen dürfen, verhindert der Provider, dass ein Kunde den Server in die Knie zwingt und alle anderen Homepages auf dieser Maschine in Mitleidenschaft zieht.

Die Folge für den Kunden ist, dass aufwändige Operationen, etwa wie die Ausführung eines 20.000 Zeilen PHP-Skriptes, abgebrochen werden. Betroffen davon sind oft auch Anwendungen wie Typo3, die zu wenige Speicher zur Verfügung gestellt bekommen, und dann nicht rund oder gar nicht laufen.

Server up oder down?

Wie kann sich der Kunde versichern, dass seine Anwendungen problemlos laufen? Einige gehen offensiv damit um. 1blu beispielsweise verspricht mit seinem PerformancePack XXL besonders hohe Serverressourcen zur Verfügung zu stellen. Dort heißt es: "Performance-intensive Anwendungen wie Content-Management-Systeme, Bilder-Datenbanken, Foren oder Suchmaschinen werden optimal unterstützt, da serverseitig besonders hohe Ressourcen an CPU-Time, Arbeitsspeicher und bei der Anzahl parallel möglicher Prozesse zur Verfügung stehen.

Davon profitieren auch Webpräsenzen, auf deren Skripte und Datenbanken häufig viele Zugriffe gleichzeitig erfolgen." Diese, wenn auch etwas vage Aussage, ist schon mal ein richtiger Schritt. Im konkreten Fall, wenn es um spezielle Anwendungen geht, sollte aber durch gezielte Nachfrage geklärt werden, dass diese ohne Einschränkungen laufen. Lohnenswert ist auch ein Blick in Nutzerforen wie Webhostlist.de. Dort kann man danach suchen, ob Kunden bestimmter Provider Probleme mit der Ausführung der in Frage kommenden Applikationen haben.

Verfügbarkeitsprobleme drohen auch noch von anderer Stelle der Ausfallzeit von Servern. Verfügbarkeiten werden als Verhältnis von Uptime, also der Zeit, die der Server verfügbar ist, zur Gesamtzeit, also Uptime plus Downtime gemessen: Uptime / (Uptime + Downtime).

Auch hier wollen sich viele Provider nicht festlegen und verweigern Angaben oder geben eine Erreichbarkeitsgarantie von "nahezu 100 Prozent" an. Nahezu 100 Prozent können 95 oder 99 Prozent sein. Letzterer ist ein auf den ersten Blick beeindruckend hoher Wert. Umgerechnet auf Stunden bedeutet dies allerdings, dass der Server bei einem Rund-um-die-Uhr-Betrieb bis zu 88 Stunden pro Jahr nicht verfügbar sein kann. Verteilen sich diese 88 Stunden auf kritische Geschäftszeiten, sind dabei schon Firmen Pleite gegangen. OK ist ein Wert von 99,9 Prozent, der immerhin nur einen Zugriffsverlust von jährlich 8,7 Stunden zulässt. Diesen Wert geben viele Webhoster in ihren AGBs auch an.

Doch nicht alle bieten diese hohe Garantiezeit auch an. Besonders ins Auge sticht Lycos mit einer Uptime-Garantie von lediglich 96 Prozent. Dies bedeutet, dass der Server bis zu 350 Stunden, also knapp 15 Tage im Jahr, down sein kann.

Datensicherung und Service

Was ist sonst noch wichtig? Bequem kann eine WebDAV-Schnittstelle sein. Über das Interface lässt sich der Webspace in die heimische Datenverwaltung integrieren. Diesen Service bieten nur vier Webhoster an, nämlich 1&1, Strato, 1blu und Domainfactory. Arbeiten mehrere Personen an einer Website, sollte jeder seinen individuell geschützten FTP-Zugang haben. Praktisch alle Webhoster bieten hierfür mehrere FTP-Zugänge an.

Shared Hosting für anspruchsvolle Websites

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Webhoster wie 1&1 bringen ihre Server in platzsparenden Racks unter.

Ein wichtiges Thema ist die Sicherung der Daten. Dies ist nach Auffassung der Webhoster Aufgabe des Kunden. Zwar erstellen die Provider auch regelmäßig Backups der Server. Diese werden aber nur genutzt, wenn ganze Server etwa durch einen Plattencrash ausfallen. Der Kunde hat allgemein nicht die Möglichkeit, auf solche Backups zuzugreifen. Eine rühmliche Ausnahme bietet Strato mit dem Backup Control & Backup Manager. Via FTP kann der Kunde auf Backup-Snapshots seines gesamten Datenbestandes und der SQL-Datenbanken zugreifen. Der Zugriff besteht auf zehn Backups des Webspaces, die bis zu vier Monate alt sein können.

Wer also einen Konfigurationsfehler gemacht hat, dann in Urlaub fährt und erst zwei Wochen später merkt, dass er seine Daten gelöscht hat, kann sie einfach mit ein paar Klicks wieder zurückholen. Der Backup Manager erlaubt es zusätzlich, Sicherheitskopien von wichtigen PC-Daten auf einem geschützten Bereich des Webspace abzulegen.

Last but not least ist aber auch der Service wichtig: Dazu gehört beispielsweise eine gut erreichbare, möglichst kostenlose oder preiswerte Hotline. Eine Anbieter mit einer kostenpflichtigen Hotline muss sofern der Rest stimmt nicht unbedingt weniger empfehlenswert sein als einer mit kostenloser Hotline. Bei Hetzner etwa stehen dem Kunden zu normalen Telefontarifen direkt Techniker zur Verfügung, die schnell auf Probleme und Fragen reagieren können. Wer allerdings im Vorhinein schon weiß, dass der telefonische Support des Öfteren benötigt wird, fährt mit kostenfreiem Support natürlich günstiger.

Die Alternative - Managed Server und Root-Server

Auch wenn noch so viele Features enthalten sind - nicht immer sind Shared Hosting Pakete die richtige Wahl. Komplexe Webanwendungen, wie Chats, Onlinespiele, Datei-Tauschbörsen sowie Angebote mit überdurchschnittlichem Datenverkehr sollten nicht auf einem Rechner betrieben werden, der mit anderen geteilt wird.

In solchen Fällen ist ein eigener, dedizierter Server angebracht. Dieser kann ebenfalls beim Webhoster gemietet werden. Skripte können damit unbegrenzt laufen, die Festplatte steht vollständig zur Verfügung.

Als besonders "sanft" gestaltet sich dabei der Übergang vom Shared Hosting zum Managed Server. Beim Managed Server bekommt der Kunde zwar seinen eigenen Rechner, aber die Systemadministration, also die Verwaltung und Wartung des Rechners, erfolgt durch die Profis im Rechenzentrum des Webhosters.

Dem Manged Server steht der Root Server gegenüber. Ein Root Server ist ebenfalls ein beim Provider platzierter Rechner, wird aber ausschließlich vom Mieter administriert und gewartet. Der Nutzer erhält hierfür Root-Rechte, das heißt, er hat auf der obersten Ebene alle Administrations- und Zugriffsrechte auf dem Rechner. Der Kunde ist damit zwar uneingeschränkter Herr über den dedizierten Server, braucht aber sehr gute Linux- Kenntnisse.

Die meisten der in der Tabelle aufgelisteten Webhoster bieten auch Managed und Root Server an. Preislich beginnen diese dort, wo die Highend-Webhost-Pakete in der Regel aufhören. Also bei etwa 50 bis 60 Euro Monatsmiete.

Professionelle Shared-Hosting-Pakete

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