So klingt Ihre Anlage richtig gut

Teil 2: Praxis: Die besten Tipps & Tricks für Ihre Anlage

Neue Boxen einspielen? Frisch aus dem Karton gepellt, spielen Lautsprecher noch nicht auf der Höhe. Wie ein neues Auto mögen sie "eingefahren" werden. Hierzu eignet sich ein Rauschsignal von einer Test-CD oder auch das Zwischenstationsrauschen eines UKW-Empfängers. Geben Sie das Signal einfach 24 Stunden mit mittlerer Lautstärke auf die Boxen. Danach klingen die Speaker frischer, luftiger und präziser. Wen das Rauschen zu sehr nervt, der kann die Lautsprecher auch mitMusik einspielen - dauert nur etwas länger. Kosten: 0,- EUR

Bi-Wiring-Terminals

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Docken Sie an Bi-Wiring-Terminals die Kabelzuleitungen über Kreuz an, so wird keiner der beiden Frequenzzweige bevorzugt.

Stimmen aus dem Orkus Klingen Stimmen diffus und der Bass dünn, kann es sein, dass einer von zwei Lautsprechern verpolt angeschlossen wurde. Polung der Anschlusskabel überprüfen und gegebenenfalls ändern. Kosten: 0,- EUR

Sind teure Kabel besser? Die Bedeutung von Anschlüssen und Kabeln wird manchmal überbewertet und noch öfter unterschätzt. Ein teures Kabel rettet keinen schlechten Lautsprecher. Jedoch gehören auch keine Beipackstrippen mit geringstem Querschnitt an eine gute Box. Besonders dann nicht, wenn die Strecke zwischen Verstärker und Boxen groß ist. Auch in Surround-Sets sollten die Kabel (besonders zum Center) nicht zu dünn ausfallen. Vermeiden Sie einen Kabelquerschnitt unter 1,5 mm^2.

Wie lang dürfen Kabel sein? Grundsätzlich gilt: Je kürzer die Kabel ausfallen, umso besser ist das für den Klang. Sind weite Wege zu überbrücken, ziehen Sie Kabel mit kräftigem Querschnitt dünnen Strippen vor (die Kabel für die Rear- Speaker einesSurround-Systems müssen nicht sehr kräftig ausfallen, dünner als 1,5 mm^2 sollten aber auch sie in einem hochwertigen Mehrkanalensemble nicht sein). Wählen Sie die Kabel für rechten und linken Kanal (und den Center in Surround-Anlagen) möglichst gleich lang, auch wenn der Abstand zu einer der beiden Boxen größer ist. Differiert die Kabellänge auffallend, können sich die physikalischen Parameter (Widerstand, Induktivität und Kapazität) unterschiedlich stark auf den Verstärker und somit auf den Klang auswirken. Auf keinen Fall sollten die Lautsprecher mit Kabeln verschiedener Hersteller betrieben werden. Kosten: 0,- EUR

Brücken zwischen den Klemmen

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Sinnvoller ist es, die Brücken zwischen den Klemmen abzunehmen und kurze Stücke des Boxenkabels als Brücken zu verwenden.

Was tun mit den Kabelenden? Kabelenden bitte nicht lose verdrillen und in die Klemmen stecken. Die einzelnen Litzen korrodieren leicht, darunter leidet die Leitfähigkeit. Kabelschuhe oder Bananenstecker bieten dauerhaft soliden Kontakt zu dem Anschlussterminal und kosten wenige Euro. www.oehlbach.de oder www.in-akustik.de Kosten: 15,- EUR

Ist "Bi-Wiring" besser? Viele Lautsprecher zeigen an ihrem Rücken ein so genanntes Bi-Wiring-Terminal. Es besitzt getrennte Anschlüsse für den Hoch- und Tieftonbereich, die in aller Regel über Metallbrücken miteinander verbunden sind. Entferntman die Brücken zwischen den Klemmpaaren, so lassen sich Bass und Höhen getrennt ansteuern. Das erfordert doppelte Kabellängen und bringt nicht immer einen Klanggewinn, der im Verhältnis zum finanziellen Aufwand steht. Grundsätzlich gilt: Ein teurerer Verbinder übertrifft klanglich meist zwei billige. Gemischte Duos können den Klang vermiesen. Nur versierte Freaks wagen sich an unterschiedliche Strippen für die einzelnen Frequenzbereiche. Wirklich sinnvoll ist eine Trennung dann, wenn die Frequenzzweige über getrennte Verstärker angesteuert werden (= Bi-Amping) - das jedoch ist die kostspieligste Lösung.

Da fliegt das Blech weg! Dünne Metallbrücken eines Bi-Wiring-Terminals gegen kurze Stücke hochwertiger Kabel auszutauschen ist einfach und empfiehlt sich immer. Kosten: 5,- EUR

Wo docke ich die Boxenkabel richtig an? Besitzen Ihre Boxen ein Bi-Wiring-Terminal und Sie führen nur ein Kabel zu jedem Lautsprecher (= Single-Wiring), sollten Sie die Kabelenden über Kreuz am Terminal andocken. So wird kein Frequenzbereich bevorzugt. Kosten: 0,- EUR

Klang hinter Gittern? Stoffabdeckungen oder sogar Gitter schützen die empfindlichen Töner vor ungeschicktem Fingerkontakt - beeinflussen aber auch den Klang. Besser klingt's ohne Verhüterli. Neugierige Kleinkinder oder verspielte Katzentatzen im Haus? Rauf mit dem Schutz - und zum Hören abnehmen. Kosten: 0,- EUR

Hilfe, der Hochtöner ist kaputt! Wurde der Hochtöner mit den Fingern statt den Ohren erkundet und ist eingedellt, lassen sich Gewebekalotten manchmal noch retten. Drücken Sie einen Tesastreifen sanft (!) an die eingedrückte Stelle (nur dahin) und ziehen Sie den Klebestreifen ganz vorsichtig und langsam nach vorn. Mit etwas Glück bekommen Sie die Kalotte wieder in ihre alte Form. Mutige küssen ihren Hochtöner und versuchen, die betroffene Stelle saugend wieder nach vorn zu bewegen. Hilft auch das nicht, sind der Gang zum Fachhändler und ein Tausch des Chassis angesagt. Für beide Tipps gilt: Lassen Sie höchste Vorsicht walten. Eingedrückte Metallkalotten sollte ausschließlich der Fachmann behandeln. Hier kommt oft jede Hilfe zu spät, und der Treiber muss ausgetauscht werden. Kosten: 0,- EUR

Kleberolle

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Wurde aus Versehen die Gewebekalotte des Hochtöners eingedrückt, kann manchmal ein Stück Klebestreifen die Rettung sein. Doch behandeln Sie die Membran wie ein rohes Ei.

Klingen Boxen über die Jahre schlechter? Um den Klang Ihrer Lautsprecher immer auf der Höhe zu halten, lohnt es sich, die Befestigungsschrauben der Töner einmal im Jahr sanft nachzuziehen. Meist lockern sich die Schrauben minimal über einen langen Zeitraum durch die Vibrationen im Betrieb. Ein schleichender Mangel an Präzision, besonders in den Mitten, ist die Folge. Tipp: Überprüfen Sie in einem Aufwasch gleich den Sitz der Anschlusskabel und zurren Sie diese gegebenenfalls noch einmal nach. Um viele Jahre ungetrübt zu genießen, sollten Boxen nicht direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt sein. Der UV-Anteil im Licht kann den Alterungsprozess beschleunigen (auch das Furnier ausbleichen). Insbesondere Lautsprecher mit Schaumstoffsicken an den Tönern reagieren sensibel auf UV-Licht. Die Sicken werden dann recht schnell porös und können sich auflösen. Kosten: 0,- EUR

Wie stehen meine Lautsprecher sicher? Mit der planen Fläche sollten Ihre Lautsprecher nicht auf dem Boden stehen. Ist der Untergrund nicht ganz eben, wackelt die Box - das stört den Klang. Fast alle Hersteller liefern ihre Standboxen mit Spikes aus. Spikes sorgen für einen festen Kontakt zum Boden und verhelfen so zu einem kontrollierteren Bass- und Grundtonbereich. Manchmal lohnt das Experimentieren mit dem Neigungswinkel der Boxen - insbesondere dann, wenn die Speaker nicht hoch sind und der Tweeter sich unterhalb der Ohrhöhe des Zuhörers befindet. Das Probieren macht Spaß und kostet nichts. Kosten: 0,- EUR

Parkett, Laminat - was dann? Ist der Untergrund empfindlich (Parkett, Laminat etc.), legen Sie einfach ein Ein-Cent-Stück oder eine etwas größere Münze unter die Spitze jedes Spikes. Kosten: < 1,- EUR

Sand in Boxen, bringt das was? Ja - aber das gilt ausschließlich für dafür vorbereitete Lautsprecher. Diese lassen sich mit Quarzsand (bitte keinen normalen Sand verwenden - der speichert Feuchtigkeit) beschweren. Die Klangvorteile gleichen denen von Spikes. Zudem werden im Betrieb Gehäuseschwingungen durch die Reibung im Sand bedämpft, was die Präzision im Klangbild noch einmal steigern kann. Kosten: 5,- EUR

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