Mühelos die Welt retten

Teil 2: PCs im Dienst der Wissenschaft

  1. PCs im Dienst der Wissenschaft
  2. Teil 2: PCs im Dienst der Wissenschaft

Damit Sie mit Ihrem Rechner an einem oder mehreren Projekten teilnehmen können, müssen zwei Voraussetzungen erfüllt sein: Der BOINC-Client muss installiert sein und die für die Datenauswertung benötigten Anwendungen müssen unter Ihrem Betriebssystem laufen. Besondere Ansprüche an die Ausstattung des Computers werden nur bei wenigen Projekten gestellt, eine permanente Internet-Verbindung ist auch nicht erforderlich.

Welche Fragestellungen derzeit untersucht werden und welche für die nahe Zukunft geplant sind, erfahren Sie etwa unter http://boinc.de/ projekte.htm. Sobald Sie sich mit einer gültigen E-Mail-Adresse bei einem Projekt angemeldet haben, lädt BOINC die erste Arbeitseinheit auf Ihren Rechner und beginnt mit der Auswertung. Sie können jederzeit die Ressourcen Ihres Rechners, die BOINC benutzen darf, hinsichtlich zum Beispiel CPU-Zeit, Speicher- und Festplattenbedarf limitieren.

Wettlauf: findet Ihr genau PC die Aliens?

© Archiv

Seti, die Suche nach Außerirdischen, machte es bekannt, ist aber nicht das einzige Projekt des Distributed Computing.

Die Projekte stellen sich inhaltlich auf eigenen Webseiten vor. Die Seiten geben detaillierte Beschreibungen von Hintergründen und Zielen des Projektes. Dabei sind Grundkenntnisse in der jeweiligen wissenschaftlichen Disziplin für das Verständnis durchaus nützlich. Meist findet sich ein Abschnitt Rules and Policies (Regeln und Richtlinien), selbstverständlich die News mit aktuellen Meldungen über den Fortgang des Projektes und eine mehr oder minder ausgeprägte Community-Abteilung.

Die Teilnahme an Projekten ist an sich anonym möglich, erforderlich ist nur eine gültige E-Mail-Adresse. Wer mag, kann sich mit Namen und Bild vorstellen, sich mit anderen Teilnehmern zu Teams zusammenschließen und über Blogs, Foren und Wikis austauschen. BOINC fördert dabei einen freundschaftlichen Wettstreit, indem es für abgeschlossene Berechnungen Anerkennungspunkte, Cobblestones genannt, vergibt. 100 so genannte Pflastersteine entsprechen einem Tag CPU-Zeit bei einem Rechner, der sowohl 1000 double-precision MIPS nach dem Whetstone Benchmark als auch 1000 VAX MIPS nach dem Dhrystone-Benchmark ausführen kann. Projekte führen Listen der aktivsten Teilnehmer und küren häufig einen Teilnehmer des Tages oder ähnliches zum Ansporn der Anderen.

Schneller Anfang

Laden Sie den BOINC-Client boinc_5.8.11_i686-pc-linux-gnu.sh von http://boinc.berkeley.edu/download.php und kopieren Sie das Archiv in ein beliebiges Verzeichnis auf Ihrem Rechner. Nach der Linux File System Hierarchy bieten sich dafür Ihr Home-Verzeichnis und /usr/local/ an. Wechseln Sie in das gewünschte Verzeichnis, machen Sie das Archiv zur ausführbaren Datei und entpacken Sie es mit:

chmod +x boinc_5.8.11_i686-pc-linuxgnu.sh
./sh boinc_5.8.11_i686-pc-linux-gnu.sh

Dafür brauchen Sie root-Rechte. Der Client erstellt ein Unterverzeichnis BOINC, in dem das Programm selbst, die grafische Bedienoberfläche BOINC Manager und alle später benötigten Dateien liegen. Starten Sie die GUI mit dem Befehl:

/usr/local/BOINC/ run_manager

Im ersten Bildschirm werden Sie gefragt, ob Sie ein neuer Benutzer sind. Wenn ja, geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse und ein selbstgewähltes Passwort an, wenn Sie beides schon haben, können Sie sich an dieser Stelle einloggen. Um sich einem Projekt anzuschließen, tippen Sie im nächsten Bildschirm dessen URL ein. Danach können Sie eine Reihe von Parametern für die Nutzung Ihres Rechners festlegen: Wie viel Speicherplatz und einen wie großen Anteil an der Prozessorleistung BOINC verwenden, zu welchen Uhrzeiten er rechnen darf und einiges mehr.

Mit wenigen Daten sind Sie dabei

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Nur E-Mail-Adresse, Passwort und Projekt-URL müssen Sie bei der Anmeldung eingeben.

Das war bereits die Vorbereitung, BOINC beginnt sofort mit der Arbeit. Benutzer berichten immer wieder, dass Weblinks in der erweiterten Ansicht nicht funktionieren, weil der Manager den Browser nicht starten kann. Das Problem lässt sich auf zwei Arten lösen: Sie setzen eine Umgebungsvariable BROWSER mit dem Pfad zur ausführbaren Datei oder Sie kopieren die URL aus der Fehlermeldung des Managers in einen laufenden Browser. Alternativ können Sie den Client auch mit dem Programm boinc_cmd auf der Kommandozeile steuern. Der von Windows bekannte Bildschirmschoner ist im Linux-Client nicht enthalten.

Gemeinschaft

Noch sind Sie unter den hilfswilligen PC-Besitzern anonym unterwegs und tragen unerkannt zum wissenschaftlichen Fortschritt bei. Wenn Sie darüber hinaus an der virtuellen Gemeinschaft teilnehmen wollen, melden Sie sich über die Webseite des jeweiligen Projektes dazu an. Bei Climate Prediction zum Beispiel im Menüpunkt Your Account. Hier steht Ihnen die Kommunikationsinfrastruktur des Internets offen. BOINC hat dem Projekt Ihre E-Mail-Adresse übermittelt und einen Account angelegt unter dem Benutzernamen, unter dem Sie auf Ihrem Rechner eingeloggt waren, als Sie den Client installierten.

PC-Power spenden, Wissen gewinnen

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Um die Projekte bildet sich rasch eine virtuelle Gemeinschaft. Hier stellen sich die Klimaforscher vor.

Unter Your Account können Sie Angaben zur Person machen und angeben, warum Sie an der Untersuchung teilnehmen, Ihre Anerkennungspunkte abfragen und mit dem Punkten anderer vergleichen, sich einem Team anschließen oder selbst eines gründen, ein Bild von sich hochladen und einen Avatar für das Forum wählen. Außerdem können Sie von hier aus die BOINC betreffenden Einstellungen Ihres Rechners ändern.

Fazit

Das Erforschen von Aids, Krebs und Klimaschutz gehen uns alle an. Auch wer nicht im wissenschaftlichen Umfeld arbeitet, kann sich an der Forschung beteiligen, indem er Fachleuten erlaubt, seinen Rechner zu benutzen. Dank BOINC ist das jedem Anwender mit Internet-Zugang problemlos möglich. Seti@home hat gezeigt, dass damit in kurzer Zeit beachtliche Kapazitäten zusammenkommen. Viele andere Universitäten haben die Idee schon übernommen und bieten dem hilfsbereiten PC-Besitzer ein weites Themenspektrum, aus dem er wählen kann, welches Projekt er unterstützt.

BIONC: Clients für Linux, Mac und Windows

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BOINC, aus demselben Haus wie die Linux-Vorbilder Unix und BSD, hat sich als Software für verteiltes Rechnen durchgesetzt.

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