Billige Rechenpower

Teil 2: PCs bis 240 Euro im Test

Wenn man die Anzeigen in diversen Computerheften durchstöbert, stößt man auf geradezu unglaubliche Angebote: Bereits für weniger als 200 Euro werden komplette PCs angeboten. Bevor Sie hier zuschlagen, sollten Sie sich die Konfiguration genau ansehen, denn bestimmte Voraussetzungen sollte jeder PC erfüllen, damit er nicht Frust statt Lust bereitet.

PCs bis 240 Euro im Test

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Das Display am Lahoo-Rechner zeigt unter anderem die CPU-Temperatur an.

Damit XP sinnvoll läuft, sollte ein PC über mindestens 256 MByte Hauptspeicher verfügen, jedoch werden in der billigsten Kategorie oftmals PCs mit 128 MByte angeboten. Theoretisch reicht das gerade noch, doch zwackt der Onboard-Grafik-Chip einen Teil des Speichers ab und so bleiben nur 64 MByte Hauptspeicher übrig - das ist deutlich zu wenig. Mit 256 MByte können Sie bereits sinnvoll arbeiten und Platz für spätere Erweiterungen des Hauptspeichers ist auch vorhanden.

PCs bis 240 Euro im Test

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Freie Speicherbänke für eine spätere Aufrüstung gab es in jedem Testrechner.

Bei den Prozessoren haben Sie in der Einstiegsklasse die Wahl zwischen dem AMD Sempron und dem Intel Celeron. Die AMDProzessoren sind in der Regel niedriger getaktet - ein Sempron 2200+ arbeitet beispielsweise mit 1,5 GHz, ein 2400+ mit 1666 MHz -, rechnen jedoch nicht langsamer als ihre Intel- Kollegen. So war in unserer Testreihe ein PC mit einem Sempron 2200+ ebenso schnell wie einer mit einem Intel Celeron 2,4.

PCs bis 240 Euro im Test

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Ein freier AGP-Slot bietet die Möglichkeit, eine leistungsfähige Grafikkarte nachzurüsten.

Auch bei den Mainboards gibt es im Einstiegssegment wenig Auswahl: Sehr oft setzen die PC-Hersteller auf preiswerte Boards des Herstellers Asrock mit SiS-Chipsätzen. Chipsätze von Intel sind teurer und in der Einstiegsklasse zählt jeder Cent. Die Asrock-Boards liefen in unserem Testlabor durchweg stabil und bereiteten keinerlei Probleme. Im Lahoo-Rechner arbeitete hingegen ein MSI-Board mit VIAChipsatz. Diese Kombination erwies sich als ebenso schnell, stabil und zuverlässig.

Eine CD mit Treibern, die bei der Windows- Installation benötigt wird, liegt allen PCs bei. Die Festplatten unterscheiden sich deutlich. Im PC des Herstellers DK Computerservice steckt eine Samsung-Platte mit einer Kapazität von 40 GByte. Besonders wenn man Digitalfotos macht oder MP3-Dateien sammelt, stößt man hier schnell an Kapazitätsgrenzen. Besser sieht es bei den PCs von Fort Knox und Lahoo aus: Mit 80 GByte kommt man sicher eine Weile hin. Schnell waren jedoch alle Platten und der kleine Geschwindigkeitsunterschied im Vergleich zu teureren, größeren Modellen fällt nur ins Gewicht, wenn große Datenmengen bewegt werden. Eine separate Grafikkarte ist in dieser Preisklasse natürlich nicht zu bekommen. Die Hersteller setzen durchweg auf Onboard- Grafik-Lösungen, die sich ausschließlich für 2DAnwendungen eignen. An 3D-Spiele ist hier keinesfalls zu denken.

Einen Ausweg aus der 3D-Misere gibt es trotzdem. Die Boards bieten neben der integrierten Grafiklösung einen AGP-Steckplatz, hier lässt sich eine separate Grafikkarte nachrüsten. Wer jedoch nur Office-Programme nutzt, im Internet surft, Filme schaut oder Fotos bearbeitet, für den reicht die Onboard-Grafik absolut aus.

Die sonstige Ausstattung der Billig-PCs ist zwar nicht gerade üppig, reicht aber für den Normalbetrieb völlig. Sechsmal USB 2.0, davon zweimal an der Vorderseite, ein paralleler Port für den Einsatz eines Druckers sowie Onboard- Sound und -Ethernet gehören mittlerweile zur Grundausstattung. Einzig ein Firewire-Anschluss fehlt auf den Billig-Boards und müsste per PCI-Karte nachgerüstet werden. Die kosten mit drei Anschlüssen etwa 12 Euro. Die Gehäuse unserer Testkandidaten entsprachen übrigens durchaus nicht der Normalvorstellung vom viereckigen, grauen Kasten. Stattdessen gab es bei bei jedem Gehäuse nette, optische Zusatzfeatures zu bewundern. Besonders gut gefiel uns das Modding-Gehäuse des Lahoo-Rechners: Seitenfenster mit bunt leuchtendem Lüfter und Display an der Front sind selbst bei wesentlich teureren Systemen kein Standard. Kaum ein Kollege, der angesichts des außergewöhnlichen Gehäuses nicht vom niedrigen Preis des Systems verblüfft war. Das Display zeigt CPU-Temperatur sowie Uhrzeit an und signalisiert, ob die Lüfter ordnungsgemäß arbeiten.

Ein Betriebssystem gehört in dieser Preisklasse übrigens NICHT zum Lieferumfang. Wenn Sie also kein Windows besitzen, zahlen Sie zusätzlich zwischen 70 und 225 Euro für ein Windows XP in der Home Edition - je nach Anbieter und Version. Auch bei Anwendungen können Sie nicht viel erwarten, bei einem Kaufpreis von unter 250 Euro ist nun mal kein Office-Paket drin. Fort Knox legte unserem Testrechner aber immerhin ein Spielepaket sowie Norton Antivirus 2005 bei. Das ist sinnvoll, denn ohne Virenschutz sollte niemand ins Internet gehen.

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