Freie Karten für freie Bürger

Teil 2: Open Street Map

  1. Open Street Map
  2. Teil 2: Open Street Map

Bei der Arbeit mit Open Street Map werden häufig Daten im GPX-Format verwendet. Sollte das verwendete Gerät die Daten in einem anderen Format aufzeichnen, können diese über eine Software wie GPS-Babel konvertiert werden.

Des Weiteren können Luftbilder aus einigen Quellen verwendet werden. Beispielsweise ist der Einsatz von Open-Aerial-Map- oder Yahoo-Luftbildern möglich. Aber Vorsicht: Beim Zeichnen von Wegen anhand eines Luftbildes entsteht rechtlich betrachtet ein abgeleitetes Werk - und dies muss durch die entsprechenden Lizenzrechte ermöglicht werden.

Bei der Erfassung mit Potlach sollten Einsteiger auf jeden Fall zuerst im Demo-Modus üben. Änderungen in Potlach werden live in die Open-Street-Map-Datenbank übertragen. Schnell sind eine Straße oder ein Gebäude aus Versehen verschoben. Sollte dennoch mal ein Malheur passiert sein, existiert in Potlach die Funktion Rückgängig machen.

Bei Editoren wie zum Beispiel Josm lädt man die Daten für einen bestimmten Bereich vom Open-Street-Map-Server herunter. Dadurch erhält man einen Überblick, welche Daten bereits vorhanden sind und kann diese gegebenenfalls korrigieren oder erweitern. Am einfachsten ist es, vorhandene GPS-Daten in Form einer GPX-Datei hineinzuladen, welche dann in Josm als Wege beziehungsweise Wegpunkte erscheinen.

Für den automatisch gewählten Ausschnitt der Welt lassen sich dann Daten mittels des Download-Buttons herunterladen. Sollte der erfasste Bereich zu groß sein, bietet es sich an, den Zoom zu erhöhen und jeweils die Daten für einen bestimmten Abschnitt nachzuladen.

Nach einer Reihe von Änderungen der Arbeiten an einem Bereich empfiehlt es sich, diese per Upload wieder auf den OSM-Server zu übertragen. Sie sind damit abgespeichert und stehen anderen Teilnehmern unmittelbar zur Verfügung.

Auf im Netz verfügbaren Karten, die mithilfe von Open-Street-Map-Daten erstellt worden sind, erscheinen die vorgenommenen Änderungen in der Regel mit einiger Verzögerung. Beim tiles@home-Dienst finden aktualisierte Bereiche in der Regel innerhalb von 24 bis 48 Stunden Berücksichtigung.

Die auf Open Street Map standardmäßig dargestellte Karte wird mit Mapnik wöchentlich erzeugt. Außerdem existiert mittlerweile eine zunehmende Anzahl von Programmen, die auch Open-Street-Map-Daten verarbeiten können. So verfügt beispielsweise unter KDE das Weltkugel-Programm Marble über die Möglichkeit, auch Open-Street-Map-Ausschnitte anzuzeigen. Meist werden hierbei tiles@home- oder Mapnik-Daten verwendet.

Im Vergleich

Wer die Qualität und Detailtiefe von Open Street Map im direkten Vergleich mit anderen Kartenquellen begutachten möchte, kann dies auf Seiten wie als Gegenüberstellung nebeneinander (oder unter transparent übereinander gelegt tun.

Open Street Map

© Archiv

Der Vergleich zeigt, welches Kartenmaterial für die jeweilige Region am meisten zeigt.

Beim Vergleichen und Bearbeiten gilt es, stets die Lizenzbedingungen der verschiedenen Kartenwerke zu beachten. Hierbei ist ein visuelles Vergleichen durchaus erlaubt. Es muss jedoch darauf geachtet werden, keine Daten zu übernehmen oder etwa vermeidbare Tippfehler zu korrigieren. Selbstverständlich sind auch die anderen Karten nicht frei von Fehlern oder nicht immer auf dem aktuellen Stand. Allerdings lassen sich durch den Vergleich eventuell Gebiete finden, in denen beispielsweise noch Straßen fehlen und die so gezielt für eine Begehung vor Ort eingeplant werden können.

Zur Erfassung von größeren Gebieten werden in der Community gerne Mapping-Parties organisiert, bei der sich Freiwillige treffen und diesen Bereich gemeinsam bearbeiten.

Die Basisdaten verwenden

Da man bei Open Street Map nicht nur fertige Karten zur Betrachtung erhält, sondern die Basisdaten jedem zur Verfügung stehen, lassen sich diese auf individuelle Weise filtern, aufbereiten oder auch mit anderen Daten zusammenführen. So sind zum Beispiel spezielle Fuß-, Wander- und Radweg-Karten möglich. Die Uni Bonn hat in Zusammenarbeit mit der Stadt Heidelberg ein Projekt namens Heidelberg 3D gegründet. Hier lassen sich auch Daten aus anderen Quellen (zum Beispiel inklusive den Gebäuden) mit Zusatzinforma-tionen aus Open Street Map kombinieren.

Routenplaner

Basierend auf den Open-Street-Map-Daten entsteht aktuell unter dem Namen Open Route Service (ORS) ein Routing-Dienst, der auch mit Fahrrad- Routing glänzt. Es handelt sich hierbei um eine Masterthesis von Pascal Neis an der FH Mainz. Seit Kurzem sind neben Deutschland auch angrenzende Länder im ORS nutzbar und es finden optional sogar Staudaten (per TMC) Berücksichtigung.

Open Street Map

© Archiv

Die Verbindung aus 3D-Daten und OSM-Karte ergibt neue Anwendungsmöglichkeiten.

Für Interessierte, die gerne wissen möchten, welche Änderungen in einem Gebiet erfolgen bietet ito seit Kurzem einen derzeit kostenlosen Dienst, um aus den Änderungen einen individuellen Newsfeed zu generieren (). Wer einen Überblick über die Anzahl der Änderungen beispielsweise während des letzten Tages bekommen möchte, erhält mit OSM Aware verschiedene Ansichten.

So können Änderungen in einer Karte oder in Google Earth dargestellt werden. Die Farben bedeuten hierbei: rot = gelöscht, blau = verändert, gelb = neu. Eine KML-Datei der ganzen Welt für den letzten Tag findet sich jederzeit unter sowie auch historisch im Archiv.

In der Praxis

Wer Karten auf Basis von Open-Street-Map-Daten in eine Website einbinden möchte, kann dies mit wenigen Handgriffen tun. Dabei ist es nicht notwendig selbst Kartenausschnitte (tiles) zu berechnen. Es kann auf die Daten von beispielsweise Mapnik oder Tiles @ Home zugegriffen werden. Eine verschiebbare Karte lässt sich mit wenigen Handgriffen durch Verwendung der Javascript-Bibliothek von Open Layers einbinden. Diese wird auch auf Open Street Map eingesetzt, umfangreiche Beispiele finden sich auf der Open-Layers-Website.

Über eine API bieten sich umfangreiche Möglichkeiten zur individuellen Erweiterung des gezeigten Materials. Beim Initialisieren der Karte ist es möglich den gezeigten Ausschnitt, die per Zusatzmenü auswählbaren unterschiedlichen Kartenansichten sowie eventuelle Zusatzebenen (Layers) festzulegen. Über zusätzliche Ebenen lassen sich zum Beispiel Sehenswürdigkeiten, Links und Zusatzinfos sowie Routen einblenden.

Aussichten

Die Fortschritte sind beachtlich. Laufend werden neue Ideen für die Verwendung von Open Street Map geboren. Dass das Projekt gut ankommt, ist auch daran erkennbar, dass auch größere Unternehmen OSM- Kartenmaterial einsetzen (beispielsweise unter dieser Adresse des NDR).

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