Software ohne Online-Aktivierung

Teil 2: Online-Aktivierung ausgetrickst: So umgehen Sie den Internetzwang

Ruf doch mal an!

Auf eine weitere Möglichkeit die Online-Aktivierung von Windows 7 zu umgehen, hat uns PCgo-Leser Timo W. (Name geändert) hingewiesen. Alles, was man dazu brauche, sei das gute alte Telefon, schon könne man Windows 7 auf verschiedenen Rechnern mit der gleichen Seriennummer aktivieren. Man müsse statt der Online-Aktivierung die Telefonaktivierung benutzen und dort falsche Angaben machen. Um nicht direkt mit einem Microsoft-Mitarbeiter zu sprechen, sei es ratsam, erst in den späten Abendstunden eine Aktivierung vorzunehmen, dann sei garantiert, dass nur ein Sprachroboter in der Leitung sei. Wenn der Computer fragt "Auf wie vielen Rechnern ist Windows installiert?", drücke man, so W., einfach auf "1". Natürlich verstößt ein solches Vorgehen gegen die Lizenzbedingungen. Wir baten Microsoft um eine Stellungnahme, doch der Software- Riese war dazu nicht bereit. Offensichtlich ist es so möglich, eine Seriennummer auf mehreren Rechnern zu verwenden. Wie oft, ist unklar. In jedem Fall läuft man Gefahr, dass die Lizenz über kurz oder lang auf einer schwarzen Liste landet.

 

Greift dann das oben erwähnte Update, könnten plötzlich alle Rechner mit dieser Seriennummer als ungültig angesehen werden. Auch andere Programme, die eigentlich über eine Online-Aktivierung freigeschaltet werden müssen, lassen eine Aktivierung per Telefon zu. Die Hersteller bieten diese Funktion - meist etwas versteckt - an, da nicht jeder Kunde überall und jederzeit Zugriff auf das Internet hat. Bestes Beispiel ist die Bluray- und DVD-Abspielsoftware WinDVD Pro 2010 von Corel. Im Internet findet man neben der Software selbst auch entsprechende Seriennummer-Generatoren (Keygen oder Keymaker). Diese liefern nicht nur eine gültige Seriennummer, die üblicherweise an der Softwareverpackung angebracht ist, sondern erzeugen daraus auch gleich den Aktivierungscode. Letzteren würde man eigentlich bei der Aktivierung vom Sprachcomputer des Softwareherstellers am Telefon erfahren. Das Auffinden solcher illegalen Angebote ist nicht schwer, dank Googles mächtigen Suchmaschine wird man meist schnell fündig.

"Und ich hab alles nur geklaut..."

Nero ist seit vielen Jahren das beliebteste Brennprogramm auf dem Markt. Während man Version 7 noch mit irgendeiner Seriennummer aus dem Netz freischalten konnte, hat der Hersteller seit Version 8 eine Online- Aktivierung eingebaut. Obwohl hier keine telefonische Aktivierung vorgesehen ist, haben es Cracker dennoch geschafft, einen illegalen Patch zu programmieren. Besonders ärgerlich für den Hersteller: Der Crack macht auch die frei verfügbare Demoversion (Trial) zur uneingeschränkten Vollversion. Den Crackern scheint kein Einhalt zu gebieten sein, denn kaum hat Nero ein Produktupdate veröffentlicht, legen die Cracker mit einem entsprechenden Patch nach. Da bekommt das Motto "Einfach erstellen, rippen, brennen, kopieren", das die Verpackung von Nero 9 ziert, eine nicht beabsichtigte doppelte Bedeutung. Anderen Herstellern geht es nicht besser. Egal, ob man nach Adobe Photoshop, Norton 360, Cyberlink PowerDVD oder Microsoft Office sucht. Zu fast jeder aktuellen Software mit Online-Aktivierung gibt es inzwischen einen entsprechenden Crack.

 

Besonders das Forum von www.mygulli.com scheint deutsche Surfer magisch anzuziehen. Hier werden im großen Stil verbotene Downloads zu beliebten Programmen mit entsprechenden Cracks veröffentlicht. Die Dateien sind meist bei Filehostern wie Rapidshare oder Megaupload hinterlegt, sodass der Download (im Gegensatz zu Tauschbörsen) praktisch anonym ist. Zudem wird dort ganz offen über die Qualität der illegalen Angebote gesprochen. So bedankt sich etwa ein Nutzer für den Gratis- Download des Profi-Bildbearbeitungsprogramms Adobe Photoshop CS4: "Supergeiler Download. Danach habe ich schon solange gesucht, nach einem Download von CS4 mit einer vernünftigen Anleitung. Funktioniert alles einwandfrei." Im Handel kostet eine legale Version von CS4 übrigens gut 900 Euro.

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