Spam per Telefon, Fax und SMS

Teil 2: Neue Plage: Handy-Spam

Dabei ist Faxwerbung eigentlich die älteste Form des Spam - und lästiger als der elektronische Müll. Faxsendungen verursachen unmittelbare Kosten: Sie fressen Papier, Tinte und Toner. Die Empfänger ärgern sich, weil das Faxgerät in der Regel geräuschvoll und mitten in der Nacht anspringt. Die Übertragungsgebühren sind für die Massenversender zu dieser Zeit günstiger. Werden eingehende Faxe dagegen elektronisch verarbeitet, lässt sich an der Betreffzeile nicht erkennen, dass es sich um Spam handelt. Die Faxnachricht muss zunächst geöffnet und angelesen werden.

Spam

© Archiv

Vor allem in Unternehmen bedeutet dies Produktivitätsausfall. Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) dürfen auch Betriebe nicht ohne ihre Zustimmung mit Werbeschreiben per Telefax behelligt werden. Dabei geht es nicht um eine einzelne Zusendung, sondern um das Massenphänomen, das "eine erhebliche Belastung des Arbeitsablaufs bedeuten" könne, so der BGH.

Seriöse Unternehmen halten sich in der Regel an die so genannte Robinsonliste - ein Verzeichnis von Personen, die keine Werbung erhalten möchten. Unseriöse Firmen verstecken sich dagegen hinter kostenpflichtigen 0900-er-Nummern. "Die 0900-Faxe drehen sich vor allem um Themen wie billig und gut einkaufen, lukrative Heim- und Nebenjobs, preiswerte Telefon- und Stromanbieter oder Ratgeberthemen und sogar Umfragen", so die Erfahrung von Dr. Peter Singer, der seiner privaten Initiative für Faxgeschädigte eine Webseite auf der Online- Präsenz seiner Firma Optima Software widmet.

Die Bundesnetzagentur als Schützerin der Verbraucherinteressen sieht er kritisch, denn "sie vergibt sogar 0900-Nummern an Antragsteller, die der Agentur eindeutig als Spammer aufgefallen sind. Während wir früher die Provider weitgehend dazu bringen konnten, Spam nicht mehr zu unterstützen, beißen wir bei der Bundesnetzagentur auf Granit". Ihr fehle die gesetzliche Handhabe, argumentiert die Bundesnetzagentur. Also löscht sie fleißig missbrauchte 0900-Nummern und gibt neue Nummern an denselben Anbieter wieder heraus.

Inzwischen besteht auch bei der Bundesnetzagentur die Möglichkeit, nach dem Inhaber einer fragwürdigen Rufnummer zu recherchieren. Doch was fängt der Kunde mit dieser Information an? Peter Singer empfiehlt, nicht nur die Bundesnetzagentur einzuschalten, sondern unmittelbar die Konfrontation zu suchen. Dazu hat er auf seiner Webseite www.optimasoftware.de/werbefaxe. htm ein Anschreiben eingestellt, das sich in der Vergangenheit schon mehrfach als wirksam erwiesen hat.

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