Multimedia-Brennmeister

Teil 2: Nero 8 und WinOnCD 10

  1. Nero 8 und WinOnCD 10
  2. Teil 2: Nero 8 und WinOnCD 10

In der zehnten Version hat Roxio seine Brenn-Suite WinOnCD einem dezenten Facelifting unterzogen: Das Startcenter sowie die Hauptanwendungen fügen sich nun nahtlos in Vistas Aero-Glass-Design ein. Die Ausrichtung auf Microsofts neues Betriebssystem unterstreichen die Sidebar-Widgets wie Easy Audio Capture. Es ermöglicht einfache Aufnahmen über die Audio-Eingänge der Soundkarte. Alternativ lassen sich Audiosignale auch per Treiber digital vor den Audioausgängen abgreifen und als MP3-, AAC-, WMA-, MP4-, OGG- oder WAV-Datei speichern - praktisch, um etwa Internet-Radio mitzuschneiden oder Kaufmusik von DRM-Fesseln zu befreien. Audio/Video Converter-Widget wandelt hingegen Audio- und Videodateien per Drag & Drop in zuvor festgelegte Zielformate - auch für Apples iPod und Sonys PSP.

Nero 8 und WinOnCD 10

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Im WinOnCD-10-Startcenter ist es weiter schwierig, das optimale Tool für die jeweilige Aufgabe zu finden.

Einer der Schwerpunkte der neuen Version ist die Zusammenarbeit mit mobilen Geräten. So erweitert Roxio den Media Manager um Synchronisationsfunktionen für den Datenabgleich zwischen PC und mobilen Geräten wie USB-Sticks, MP3-Playern, Handys und Flash-Medien. Ein Assistent hilft jeweils bei der Einrichtung der zu synchronisierenden Verzeichnisse und Medientypen. Sofern Mobilgeräte nur bestimmte Dateiformate unterstützen, lassen sich diese über die Umschlüsselungsoptionen im Vorhinein festlegen. Beim anschließenden Synchronisieren kümmert sich WinOnCD dann automatisch um die nötigen Formatumwandlungen. Merkwürdig ist nur, dass bei der Synchronisation für den Datentransfer vom Mobilgerät auf den PC bereits das Anschließen des Geräts genügt, für den umgekehrten Weg aber diverse Mausklicks und Drag&Drop-Aktionen nötig sind. Immerhin lassen sich die zu synchronisierenden Dateien auch offline für ein bestimmtes Gerät zusammenstellen und später über den Punkt Jetzt sync. übertragen.

Nero 8 und WinOnCD 10

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Converter-Widget wandelt Musik- und Video-Files in beliebige Formate um.

Bei den HD-Formaten lässt es Roxio etwas gemächlicher angehen: Die Unterstützung für HD DVD und Blu-ray beschränkt sich derzeit auf das Anfertigen von 1:1-Kopien sowie auf Datensicherungen. Mag das fehlende HD-DVD- und Blu-ray-Authoring ob der teuren Hardware noch zu verschmerzen sein, dürften die fehlenden Wiedergabemöglichkeiten für die hochaufgelösten Filmkonserven schon schwerer wiegen. Auch Hobbyfilmer, die bereits in HD filmen, müssen mit Einschränkungen leben. So beherrscht die Videoschnittanwendung VideoWave 10 zwar den Import von HDV-Camcordern, das Konkurrenzformat AVCHD bleibt aber weiterhin außen vor. Der in VideoWave integrierte Dolby-Digital-AC-3-Encoder unterstützt zudem lediglich Stereo. Das Durchreichen von Dolby-Digital-5.1-Tonspuren ist nicht vorgesehen - entsprechendes Tonmaterial wird vor der Ausgabe stets in das Stereoformat konvertiert.

Davon abgesehen gibt es im Videobereich durchaus Neues zu entdecken: Mittels der neuen SmartSound-Funktion lassen sich Videos und Diashows auf Mausklick mit passender Begleitmusik unterlegen - eine sinnvolle Ergänzung zu der automatischen Schnittfunktion CineMagic. Zur Auswahl stehen verschiedene Musikstile, die sich allerdings nicht kombinieren lassen: Pro Projekt lässt sich stets nur ein SmartSound auswählen. WinOnCD passt die Länge des Soundtracks dem aktuellen Projekt jeweils automatisch an. Eigene Videokreationen lassen sich zudem mit wenigen Mausklicks bei YouTube hochladen.

Nero 8 und WinOnCD 10

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Selbst gedrehte Filme brennt das Authoring-Tool MyDVD inklusive Menüs auf Silberscheibe.

Neu hinzugekommen ist das Modul Disc Gallery, mit dessen Hilfe sich die Dateibestände auf CD- und DVD-Medien indizieren lassen. So ist es anschließend möglich, in größeren Sammlungen gezielt nach bestimmten Dateien zu fahnden, ohne die jeweiligen Medien dafür extra einlegen zu müssen. Ebenfalls neu hinzugekommen ist der Multi-CD-Ripper, mit dem sich Audio-CDs parallel von mehreren Laufwerken gleichzeitig rippen lassen.

Fazit

Im direkten Vergleich ist Nero etwas übersichtlicher strukturiert als WinOnCD. Zudem ist Nero für die HD-Zukunft besser gerüstet. Auf der anderen Seite stehen bei WinOnCD praktische Alleinstellungsmerkmale wie die konkurrenzlose MP3-Auto-Tagging-Funktion auf Basis von digitalen Fingerprints, die Möglichkeit, Audio-Files als übersichtliche Video-DVD zu brennen, und das Splitten von Daten auf mehrere Datenträger - beides hatte allerdings schon WinOnCD 9 zu bieten.

Nero 8 und WinOnCD 10

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