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Teil 2: Modem, ISDN und WLAN mit Linux

  1. Modem, ISDN und WLAN mit Linux
  2. Teil 2: Modem, ISDN und WLAN mit Linux

Gegenüber analogen Modems bietet ein Internet-Zugang via ISDN bereits einen deutlichen Geschwindigkeitszuwachs. Auch ISDN-Karten und -Geräte werden von Linux gut unterstützt. Die grundlegende ISDN-Unterstützung muss unter Linux über den Linux-Kernel bereitgestellt werden. Normalerweise sind diese Treiber meist von Haus aus im Linux-Kernel vorhanden, openSUSE hat jedoch die AVM-Treiber entfernt, da es sich um Closed-Source-Treiber handelt. Als Folge müssen Sie hier zunächst die benötigten Treiber einspielen. Entsprechende Links zu den benötigten RPM-Paketen finden Sie unter der Rubrik Hardware/ISDN auf www.opensuse.org. Installieren Sie zunächst die zu Ihrem Kernel und Ihre Hardware passenden RPM-Pakete zunächst und fahren Sie dann mit der eigentlichen ISDN-Konfiguration fort.

Modem, ISDN und WLAN mit Linux

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Bei der ISDN-Modem-Emulation müssen Sie einen anderen Init-String verwenden.

Das Einrichten einer ISDN-Verbindung erfolgt unter openSUSE mit YaST im Bereich Netzwerkgeräte/ISDN. Klicken Sie dort auf die Schaltfläche Hinzufügen. Im nächsten Kontextmenü haben Sie jetzt die Möglichkeit die in Ihrem System vorhandene ISDN-Hardware auszuwählen und einzurichten, soweit diese von openSUSE nicht bereits automatisch erkannt wurde. Bestätigen Sie Ihre Auswahl mit OK und führen Sie jetzt die Low-Level-ISDN-Konfiguration durch. Als ISDN-Protokoll behalten Sie die Voreinstellung EURO-ISDN bei. Ergänzend können Sie Ihre Ortskennziffer und die Vorwahl zur Amtsholung angeben. Die Geräte-Aktivierung sollten Sie auf die Einstellung Falls Hotplugged durchführen. Bestätigen Sie Ihre Eingabe und wählen Sie jetzt den gewünschten ISDN-Service aus. In den meisten Fällen werden Sie an die Option Neue SyncPPP-Netzwerkschnittstelle hinzufügen auswählen müssen. Diese Schnittstelle wird unter dem Titel ippp0 hinzugefügt. Bei der Detailkonfiguration müssen Sie dabei am Ende Ihre eigene Telefonnummer angeben.

Modem, ISDN und WLAN mit Linux

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Mithilfe der ISDN-Modem-Emulation können Sie mit kppp auch eine Modem-Verbindung etablieren.

Des Weiteren haben Sie die Möglichkeit, die Kanalbündelung zu aktivieren. Als Konfiguration für die IP-Adresse sollten Sie danach die Option Dynamische Vergabe aktivieren. Dies ist bei den meisten Providern die Standardvariante. Zuletzt können Sie aus einer vorgegebenen Liste von Provider-Daten die eigentlichen Zugangsdaten automatisch einrichten. Wählen Sie dazu den gewünschten Provider aus und übernehmen Sie die getätigten Einstellungen. Die Installation des ISDN-Internet-Zugangs ist damit abgeschlossen, und Sie können in der Taskleiste via kinternet, genauso wie bei einer Modemverbindung, sich mit dem Internet durch einen Mausklick verbinden oder die Verbindung trennen.

Modem, ISDN und WLAN mit Linux

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Aufgepasst: Beim Beenden einer X-Session sollte kinternet die Verbindung immer trennen.

Internet via WLAN

Um sich via WLAN mit dem Internet zu verbinden, benötigen Sie WLAN-Karte und -Router. Der WLAN-Router muss von Ihnen ganz normal konfiguriert und eingerichtet werden. In aller Regel nehmen Sie die Konfiguration über die Web-Oberfläche des Routers vor. Die WLAN-Karte des Clients müssen Sie danach unter Linux einrichten. Als Erstes konfigurieren Sie dazu den Treiber für die von Ihnen verwendete Karte. Je nach Distribution stellt der Linux-Kernel dabei nicht immer von Hause aus alle wichtigen WLAN-Treiber zur Verfügung. Unter openSUSE 10.1 ist der Madwifi-Treiber, mit welchem Sie eine ganze Reihe von WLAN-Geräten unter Linux betreiben können, beispielsweise nicht enthalten. Treiber zu verschiedenen, nicht von Haus aus unterstützten WLAN-Geräten, also auch auch RPM-Pakete für Madwifi-Geräte, finden Sie im Internet:

  • MadWifi-Treiber (Atheros Chipsatz): http://madwifi.org
  • Intel pro Wireless LAN Treiber: http://ipw2100.sf.net
  • Broadcom Treiber (Broadcom Chipsatz): http://bcm43xx.berlios.de
  • Ndiswrapper (Windows WLAN-Treiber unter Linux): http://ndiswrapper.sf.net

Zusätzlich zum Treiber müssen Sie eventuell noch eine Firmware unter Linux installieren. Diese wird typischerweise unter /lib/firmware gespeichert. Wie Sie an die Firmware für Ihre Karte gelangen, erfahren Sie zumeist am besten über die Dokumentation des jeweiligen WLAN-Treibers. Ist alles eingerichtet, müssen Sie den Treiber laden. Der Broadcom-Treiber wird mit folgendem Befehl geladen:

modprobe bcm43xx

Dem WLAN-Gerät wird nun eine ethx-Gerätedatei zugewiesen, beispielsweise eth1. Mit dem als root ausgeführten Befehl

ifconfig eth1

starten Sie nun die grundlegende Netzwerkverbindung für das Gerät. Geben Sie den Befehl

iwlist eth1 scan

ein, um eine Liste der in der Umgebung zu empfangenden Access-Points zu erhalten. Auch Ihr Netzwerkrouter sollte hierbei aufgeführt werden. Die grundlegende Konfiguration der WLAN-Karte erfolgt mithilfe des Pakets Wireless-Tools. Als Erstes müssen Sie den ESSID-Netzwerknamen festlegen, welcher auch vom Router genutztwird. Geben Sie dazu in der Kommandozeile den Befehl

iwconfig eth1 essid Netzwerkname

ein. Danach müssen Sie den Modus der WLAN-Karte ändern:

iwconfig eth1 mode managed

Zuletzt können Sie den WEP-Schlüssel für Ihre WLAN-Karte angeben. Auch hierzu verwenden Sie wieder den Befehl iwconfig:

iwconfig eth1 key s:ABCDE

Auch bei der Definition des WEP-Schlüssels müssen Sie natürlich wieder die Einstellungen des Routers berücksichtigen. Da das WEP-Verschlüsselungs-Protokoll nicht besonders sicher ist, steht WPA als alternatives Verschlüsselungsverfahren in vielen Routern zur Verfügung. Auch dieses kann unter Linux genutzt werden. Dazu benötigen Sie jedoch das Paket wpa_supplicant. Die Konfiguration der WPA-Verschlüsselung erfolgt in der Konfigurationsdatei /etc/wpa_supplicant.conf. Ihr Aufbau sieht wie folgt aus:

ctrl_interface=/var/run/wpa_supplicant
ctrl_interface_group=0 
eapol_version=1 
ap_scan=1 
fast_reauth=1 
network={ 
ssid="ESSID Netzwerkname" 
scan_ssid=1 
proto=WPA 
pairwise=TKIP 
key_mgmt=WPA-PSK 
auth_alg=OPEN 
group=TKIP 
psk=" Passwort" 
}

Den wpa-supplicant starten Sie danach mit folgendem Kommando:

wpa_supplicant -i eth1 -D wext -w -c
/etc/wpa_supplicant.conf

Eine IP-Adresse können Sie vom DHCP-Server des Routers wie folgt beziehen:

dhclient eth1

Zuletzt müssen Sie den Standard-Gateway für die Internetverbindung festlegen. Verwenden Sie dazu den route-Befehl:

route add default gw 192.168.0.1

Steht für Linux übrigens kein nativer WLAN-Treiber zur Verfügung, so können Sie mithilfe des Pakets ndiswrapper mit etwas Glück auch einen Windows-WLAN-Treiber unter Linux verwenden.

Fazit

In aller Regel ist die Einwahl ins Internet via Linux kein Problem. Schwierig wird es meist nur bei Verwendung sehr spezieller Hardware. Der Zugang via Modem, ISDN oder (WLAN)-Router ist dabei auch möglich.

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