Alles andere als preiswert

Teil 2: Mobilfunk-Tarife

  1. Mobilfunk-Tarife
  2. Teil 2: Mobilfunk-Tarife

Apple Mac Mini + Motorola F3 + 2 SIM-Karten (preiswerthandy.de)

Das dritte Angebot im Test hat es besonders in sich. Der Online-Shop preiswerthandy.de bietet einen Apple Mac Mini zusammen mit nur einem Handy der einfachsten Art an - aber zwei Laufzeitverträgen, die sogar mit den Schlagwörtern "Ohne Basispreis - kein Anschlusspreis" angepriesen werden. Doch allein die Grundgebühren beider Verträge ergeben den doppelten Wert des Mac Mini. Wer die Inklusivminuten, die hier auf Inlandsgespräche in alle Netze angerechnet werden, genau ausnützt, zahlt immer noch 250,- Euro zu viel.

Im Kleingedruckten des Vertrages werden weitere Gesprächsminuten mit 49 Cent/Minute berechnet. Da bringt auch die Wochenendflatrate nicht viel, zumal diese nur ins Festnetz und ins Netz von T-Mobile gilt. Am Ende der Vertragslaufzeit hat der Kunde fast das Doppelte gegenüber einem Billigtarif und einem regulär gekauften Mac Mini bezahlt! Dieses Paket rechnet sich unabhängig vom Telefonverhalten für den Käufer in keinem Fall.

preiswerthandy Einzelpr.
Computer Apple Mac Mini 0 € 467 €
Handy Motorola F3 0 € 17,85 €
Grundgebühr 1. Vertrag (24 Monate) 478,80 € 0 €
Grundgebühr 2. Vertrag (24 Monate) 478,80 € 0 €
Ohne Telefonieren
Kein Mindestumsatz 0 € 0 €
957,60 € 484,85 €
Inklusivminuten optimal ausgenutzt
50 Gesprächsminuten 1. Vertrag (24 Monate) 0 €
50 Gesprächsminuten 2. Vertrag (24 Monate) 0 €
2 x 50 Gesprächsminuten* x 24 Monate 216 €
957,60 € 700,85 €
50 Minuten zusätzlich
50 Gesprächsminuten 1. Vertrag (24 Monate) 0 €
50 Gesprächsminuten 2. Vertrag (24 Monate) 0 €
50 Gesprächsminuten (0,49 Euro/Minute, 24 M.) 588 €
3 x 50 Gesprächsminuten* x 24 Monate 324 €
Gesamtkosten 1.545,60 € 808,85 €

Hände weg von den "Schnäppchen"

Alle diese Handypakete sind, wenn überhaupt, nur dann interessant, wenn man den Mindestumsatz bzw. die im Paketpreis enthaltenen Inklusivminuten jeden Monat aufs Neue sehr genau ausnutzt und nicht mehr, aber auch nicht weniger telefoniert. Nur, wer schafft das? Zumal die Freiminuten häufig nur innerhalb des eigenen Netzes oder für Gespräche ins Festnetz gelten und auch nicht von einem Monat auf den nächsten übertragbar sind?

Besonders lukrativ wird die Sache für die Verkäufer der Paketangebote, wenn der Kunde vergisst, seinen Handyvertrag rechtzeitig zu kündigen, und dann - ohne noch mal mit Hardware beschenkt zu werden - zwei weitere Jahre viel zu teuer telefoniert. Dabei sind besonders die in solchen Paketen außergewöhnlich langen Kündigungsfristen zu beachten. Unerfahrene Durchschnittstelefonierer, die mit den Praktiken der Handybranche nicht vertraut sind, scheuen häufig auch den Aufwand, ihre nach zwei Jahren vertraute Handynummer auf einen anderen Tarif oder gar einen anderen Netzbetreiber umzuschreiben. Im Gegensatz zu Handyverträgen, die man direkt beim Provider abschließt, ist in den Null-Euro-Verträgen mit Hardwareprämie üblicherweise kein Tarifwechsel innerhalb der Laufzeit möglich; man muss mit den hohen Minutenpreisen zwei Jahre lang leben.

Fazit

In den meisten Fällen ist der Verkäufer der einzige, der bei einem Handy-Billigangebot wirklich ein Schnäppchen macht. In jedem Fall sollte man die laufenden Kosten des jeweiligen Handytarifs sowie die Preise der Gesprächsminuten genau durchrechnen. Häufig ist selber kaufen günstiger, als sich etwas "schenken zu lassen".

Billigst- und Wegwerfhandys

Der französische Konzern BIC, bisher für Rasierer, Kugelschreiber und Feuerzeuge in den Einwegartikelregalen an Supermarktkassen bekannt, entwickelte zusammen mit dem Mobilfunkprovider Orange ein Einfachhandy, das für 49,- Euro einschließlich 60 Gesprächsminuten in die Supermarktregale kommen soll. Die ersten 10 Minuten können sofort nach dem Auspacken abtelefoniert werden; der Akku ist bereits eingebaut und fertig geladen.

Mobilfunk-Tarife

© Archiv

Das Handy des französischen Konzerns BIC

Für die weiteren 50 Minuten ist eine Registrierung bei Orange erforderlich. Der Hersteller betont ausdrücklich, dass es sich bei dem "BIC-Instant-Phone" nicht um ein Einweghandy handelt, wie beim amerikanischen Hop-On. Sowohl Prepaid-SIM-Karte wie auch Akku des BIC-Handys seien wiederaufladbar, so der Hersteller.

Schon seit einigen Wochen ist in Deutschland ein weiteres Einfachst- Handy erhältlich: Media Markt verkauft in ausgewählten Filialen ein Handy für 4,99 Euro; wobei bereits 5,- Euro Gesprächsguthaben dabei sind. Effektiv bekommt man also einen Cent geschenkt, ohne einen Laufzeitvertrag abzuschließen. Bei dem Gerät handelt es sich um das Samsung SGH C140.

Das Angebot im Detail

Der Hersteller bewirbt sein "Kompaktmodell" so: "Das Samsung SGH-C140 ist das ideale Mobiltelefon für alle, die ihren Schwerpunkt auf die klassischen Eigenschaften eines Mobiltelefons legen - Erreichbarkeit und SMS-Versand." Ganz so armselig kommt das nur 69 Gramm schwere Gerät aber gar nicht daher. Immerhin sind ein Wecker, Kalender, Aufgabenliste, einfacher Taschenrechner und Sprachmemofunktion installiert. Im Gegensatz zum BIC-Handy wird auch ein Ladegerät mitgeliefert.

www. cent/Minute Festnetz cent/Minute Fremdmobilfunk cent/Minute eigenes Netz Netz erhältlich bei:
Alditalk medionmobile.de 13 13 3 E-Plus Aldi
BLDmobil bildmobil.de 10 10 10 Vodafone Bild-Zeitung
blau blau.de 9 9 9 E-Plus Saturn, Media M., real, orma,Shell, Esso
callmobile callmobile.de 9 9 9 T-Mobile Saturn,
congstar congstar.de 9 9 9 T-Mobile online
Fonic fonic.de 9 9 9 O2 Lidl, real
Freenet mobile freenetmobile.de 9 9 9 O2 Freenet, Mobilcom
ja! Mobil jamobil.de 9 9 9 T-Mobile Rewe
Klarmobil klarmobil.de 12 12 6 T-Mobile online
maxxim maxxim.de 8 8 8 T-Mobile online
Penny Mobil pennymobil.de 13 13 3 T-Mobile Penny
simply simplytel.de 8,5 8,5 8,5 T-Mobile online
Simyo simyo.de 9 9 9 E-Plus online
smobil smobil.com 14 14 14 Vodafone Schlecker
Tchibo tchibo.de 15 15 5 O2 Tchibo

Mit dem Handy liefert Media Markt eine SIM-Karte im debitel-Tarif "Xtra Friends Pac", welcher das Netz von T-Mobile nutzt. Die-se SIM-Karte muss beim Kauf direkt im Laden freigeschaltet werden, wozu eine Identifizierung per Personalausweis erforderlich ist.

Beim Blick auf den relativ ungünstigen Tarif, an den das Handy per SIM-Lock gebunden ist, drängt sich leider der Gedanke an ein Wegwerfhandy auf: Mit 39 Cent/Minute kann man das vorausbezahlte Guthaben in knappen 13 Minuten in alle deutschen Netze abtelefonieren. Bei den heute üblichen 9 Cent der Mobilfunk-Discounter wären dagegen für 5,- Euro schon 55 Gesprächsminuten möglich. Die SIM-Lock-freie Version des Handys, die für etwa 29,- Euro in Online-Handyläden angeboten wird, rechnet sich also nach etwa 100 Gesprächsminuten.

Expertenmeinung

"Wie bei jedem Vertrag, so gilt AUCH für MOBILFUNK- PAKETE: Es wird nichts verschenkt." Helga Zander-Hayat, Juristin bei der Verbraucherzentrale NRW

Jeder sollte sich im Klaren sein, dass auch bei Mobilfunkpaketen nichts verschenkt wird. Um das Lesen der Vertragsbedingungen kommt kein Kunde herum, auch wenn diese noch so klein gedruckt sind. In jedem Fall sollte man vor Vertragsabschluss anhand des eigenen Telefonverhaltens die Grundgebühren, Mindestumsätze und die häufig ungünstigen Minutenpreise der angebotenen Verträge durchrechnen und sich nicht von den angebotenen Prämien blenden lassen.

In einigen Fällen schließt man mit dem Vertrag auch noch ein zusätzliches Abonnement für Klingeltöne oder andere Zusatzdienste ab, das in den ersten Monaten als kostenlos angeboten wird, etwa bei mload oder jamba. Kündigt man dieses Abo nicht rechtzeitig, fallen weitere Kosten an, die in der Vergleichsrechnung berücksichtigt werden müssen.

Es gilt grundsätzlich: Vertrag ist Vertrag. Verträge können in der Regel erst zum Ablauf der Mindestlaufzeit gekündigt werden. Dabei sind die langen Kündigungsfristen zu beachten! Vorzeitig kommen Kunden nur dann aus dem Vertrag heraus, wenn sie nachweisen können, mutwillig getäuscht worden zu sein. Dies ist nur in den seltensten Fällen beweisbar. Selbst wenn ein Gericht ein unauffällig untergeschobenes Klingeltonabo als Täuschung anerkennt, gilt nur dieser Teilvertrag als nichtig und nicht der eigentliche Handy-vertrag, dessen Konditionen vor dem Kauf bekannt waren.

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