Schöne neue Welt: überall surfen

Teil 2: Mobiler Internet-Zugang

Volumentarife und Flatrates

Häufiger als zeitbasiert wird volumenbasiert abgerechnet. Typische Preise sind hier 24 bis 49 Cent pro MByte. Wie viele MByte eine Seite überträgt, ist nicht einfach einzuschätzen. Außerdem lauert auch hier die bereits beschriebene Falle mit der permanent aktualisierten Werbung. Gerade wenn es sich dabei um größere Grafiken handelt, kann das zusätzliches Geld kosten. Flatrates sind die Lösung für alle, die nicht in diese Falle tappen und nicht rechnen wollen - allerdings eine teure Lösung. Schließlich wird der Preis der Flatrate jeden Monat fällig, ganz egal, ob man surft oder nicht, und man ist meist sehr lange an den Vertrag gebunden. Gerade bei Mobilfunk-Daten-Flatrates ist es wichtig, vor Vertragsabschluss zu prüfen, ob bei dem gewählten Netzbetreiber auch schnelle Datenverbindungen überall dort möglich sind, wo man sie braucht. Auskunft über den Netzausbau geben interaktive Karten oder Formulare der Netzbetreiber. Wo Sie diese finden, steht auf Seite 3 unter den Punkten "Standards & Surftempo" unter "Wo funktioniert was?". Ein Beispiel: Die E-Plus Internet Flatrate wird in Verbindung mit einer UMTS-Notebook-Karte angeboten. Der Monatspreis beträgt 25 Euro, die Mindestvertragslaufzeit 24 Monate.

Internet-Zugang unterwegs

© Archiv

Ein USB-Surfstick verbindet das Notebook per UMTS-Netz mit dem Internet.

Enthalten sind per Paket vermittelte Daten im UMTS- und GPRS-Netz von E-Plus außer Roaming- und Auslandsverbindungen. Allerdings gibt es auch Einschränkungen. So erlaubt E-Plus wie auch alle anderen Netzbetreiber die Nutzung von Internet-Telefonie über Voice over IP (VoIP) nicht. Auch die Nutzung von Sprachdiensten (etwa Mailbox und Sprach-Informationsdienste) sowie Videotelefonie sind mit dieser Flatrate nicht möglich, heißt es im Kleingedruckten.Die Datenflatrates von T-Mobile, Vodafone und O2 lassen ebenfalls kein VoIP zu. Darüber hinaus haben sie eine eingebaute Handbremse. Im Sternchentext zu diesen Angeboten heißt es sinngemäß: Das UMTS- (384 Kbit/s) oder gar HSDPA-Tempo (3,6 Mbit/s oder 7,2 Mbit/s) wird jeden Monat nur so lange gewährt, bis man fünf GByte an Daten geladen hat. Dann wird die Handbremse gezogen und die funktioniert erschreckend gut: Nur noch Download-Geschwindigkeiten von maximal 64 Kbit/s sind dann bis zum Beginn des nächsten Abrechnungsmonats möglich.

Flexibel mit Tagesflatrate

Wie schon geschildert, ist der Hauptnachteil von Flatrates, dass man sie Monat für Monat zahlen muss, auch wenn man sie vorübergehend gar nicht nutzt (Urlaub etc.). Dem Anbieter sitzt bei Flatrate-Angeboten allerdings die Angst im Nacken, damit nur solche Kundschaft anzulocken, die rund um die Uhr Daten saugt. Dann genügen schon relativ wenige dieser Intensivnutzer, um ein Netz auszulasten. Die Folge sind die erwähnten Surfbremsen. Doch es gibt noch eine weitere Lösung für dieses Dilemma: Tagesflatrates. Sie haben einen niedrigen Preis, beispielsweise 2,50 bei Fonic oder 4,95 Euro bei T-Mobile, gelten aber nur einen Kalendertag lang. Surft man am nächsten Tag erneut, wird auch der Flatrate-Preis erneut fällig. Wer also weiß, dass er voraussichtlich nur drei oder viermal im Monat unterwegs Internetzugriff braucht, dann aber ausgiebig surfen muss, der ist mit einer Tagesflatrate gut bedient, vor allem, wenn es auch Monate gibt, in denen er gar nicht unterwegs surft. Sogar als Backup für eine DSL-Verbindung kann eine Tagesflat interessant sein, sofern am Wohnort HSDPA verfügbar ist. Die Fonic-Tagesflatrate beispielsweise bietet den mobilen Internetzugang über das Mobilfunknetz von O2 an. Man kann darüber mit GPRS, EDGE, UMTS sowie HSDPA surfen, soweit die Standards am aktuellen Aufenthaltsort verfügbar sind. Der Preis der Tagesflat beträgt 2,50 Euro und deckt das Surfen für einen Kalendertag von 0 bis 24 Uhr ab. Wer also erst um 21 Uhr online geht, bekommt für die 2,50 Euro nur drei Stunden Surfzeit. Auch eine Surfbremse hat Fonic eingebaut: Wurde ein GByte an Daten übertragen, wird das Tempo auf GPRS-Niveau gedrosselt. Am nächsten Tag gelten dann alle Bedingungen von Neuem. Die Fonic Tagesflatrate ist ein Prepaid-Angebot. Zum Start kauft man den Surfstick für 99,95 Euro inklusive SIM-Karte und Guthaben für fünf Tage surfen. Ausgeschlossen werden im Kleingedruckten - wie üblich - die Nutzung von Voice over IP sowie von Peer-to-Peer-Anwendungen (Filesharing).Auch andere Anbieter haben Tagesflatrates, beispielsweise T-Mobile mit der web'n'walk DayFlat. Sie kostet derzeit 4,95 Euro pro Tag, absehbar ist aber bereits die Preiserhöhung auf 7,95 Euro täglich, die ab dem 1. Januar 2009 gilt. Der Preisunterschied liegt unter anderem darin, dass T-Mobile sein UMTS-Netz bereits weiter ausgebaut hat als O2.Ein vergleichbares Angebot von Vodafone heißt 24-Stunden-Websession. Hier wird nicht pro Kalendertag abgerechnet, sondern echte 24 Stunden zum Tagespreis von 4,95 Euro. Auch hier ist der Preis zunächst bis zum Jahresende fixiert und kann steigen. Vodafone bietet darüber hinaus vorausbezahlte Websessions auch für kürzere Zeiträume an: 30 Minuten für 1,95 Euro und eine Stunde für 2,95 Euro.

Internet-Zugang unterwegs

© Archiv

Die Mobile Connect Card von Vodafone für den PC-Card-Schacht am Notebook sorgt für UMTS-Verbindungen.

Stand: 6. Oktober 2008

Anbieter Tarif Preis/Zeitraum
Fonic Tagesflatrate 2,50 Euro/Tag
O2 Surfstick mit Datenflat 25 Euro/Monat
T-Mobile Xtra web'n'walk DayFlat 4,95 Euro/ Tag
Vodafone Websessions 30 Min. 1,95 Euro/30 Min.
Vodafone Websessions 1 Std. 2,95 Euro/1 Std.
Vodafone Websessions 24 Std. 4,95 Euro/24 Std.

Prepaid oder Vertrag

Wer bereits einen Handy-Vertrag hat, wird sich in der Regel zuerst bei seinem Provider nach geeigneten Datentarifen umsehen. Wird jedoch eine zweite SIM-Karte und eine Surfkarte bzw. ein Surfstick erforderlich, so sind auch unter den Prepaid-Angeboten sinnvolle Angebote zu finden. Prepaid hat den Vorteil, dass die Mindestvertragslaufzeit entfällt und man nur für die wirklich genutzten Leistungen zahlt. Inzwischen setzt sich auch das automatische Aufladen durch. Die Karte wird dabei, wenn das Guthaben verbraucht ist, per Lastschrift um einen vom Nutzer bestimmten Betrag aufgeladen. Damit entfällt das früher eher unbequeme manuelle Aufladen der Prepaid-Karte. Neben normalen Prepaid-Angeboten gibt es vorausbezahlte Tagesflatrates (siehe unten) und seit Anfang Oktober sogar eine komplette Datenflatrate: O2 bietet nämlich den O2 Surf Stick in einer Prepaid-Variante an. Der Stick, mit dem der schnelle Zugang ins Internet per UMTS/HSDPA möglich ist, kostet knapp 70 Euro, worin die Daten-Flatrate für den ersten Monat bereits enthalten ist.

Stand: 6. Oktober 2008

Anbieter Netz Preis/Einheit
Aldi Talk E-Plus 24 Cent / MByte
Blau E-Plus 24 Cent / MByte
Callmobile D1 9 Cent / Minute
Congstar D1 35 Cent / MByte
Fonic O2 24 Cent / MByte
Klarmobil D1 9 Cent / Minute
Simply D1 9 Cent / Minute
Simyo E-Plus 24 Cent / MByte

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