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Teil 2: Mitmach-Web

Wie in obigem Beispiel geht die Diskussion dabei oft um die Qualität der Beiträge. Jeder xbeliebige Zeitgenosse kann ein Blog eröffnen. Und wenn er sich halbwegs verständlich artikuliert, wird er auch gelesen.

Mitmach-Web

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Für Leser ist ungleich schwerer zu erkennen, ob der Autor sich wichtigtut, eine Verleumdung aufgreift oder ob seine Recherche Qualität aufweist. Ein 15- jähriger Schüler etwa hat in seinem Blog von sich behauptet, durch das Bloggen einen Job bei Google bekommen zu haben: ein schönesWeb-2.0-Märchen, das Eingang in renommierte Medien gefunden hat. Der Enten-Blogger musste sich öffentlich entschuldigen.

Umgekehrt kommen in Weblogs Dinge ans Licht der Öffentlichkeit, die in einer Redaktionssitzung durchgefallen wären - vielleicht, weil sie dem politischen Willen des Herausgebers nicht passen.

Von rühmlichen Ausnahmen abgesehen, hat die Blogsphere insgesamt aber nicht zur Hebung der Qualität der Berichterstattung beigetragen. Es kommt zu einer massiven Redundanz der Meinungen und Befindlichkeiten. Jedes neue Thema wird über Tausende Blogs gewälzt, und wenige Autoren schaffen es, neue Aspekte oder Perspektiven hinzuzufügen. Willman das Ganze abstrakter sehen, so bildet dasWeb ein riesiges Gedächtnis der Welt. Forscher wie Francis Heylighen, James Surowiecki oder Cass Sunstein gehen sogar noch weiter und sehen im Internet ein Instrument kollektiver Intelligenz, die besser funktioniert als die Intelligenz von Einzelnen.

Surowieckis Buch The Wisdom of Crowds von 2004 trägt den Untertitel: "Warum die Vielen klüger sind als die Einzelnen und wie kollektive Weisheit Handel, Wirtschaft, Gesellschaft und Staaten formt." Kurz gesagt, wird den Entscheidungen der Mehrheit mehr Relevanz zugetraut als etwa der Meinung eines einzelnen Experten. Das hat sich bei Börsenspielen oder Wetten auf Wahlen herausgestellt, deren Ergebnisse genauer waren als die von Meinungsumfragen.

Die bekannteste Verwirklichung dieses Konzepts der kollektiven Intelligenz bildetWikipedia, das von Tausenden von Individuen betrieben wird und nicht von Experten wie etwa der Brockhaus. Die Erfolge sprechen für sich: In einem Vergleich mit der altehrwürdigen Encyclopedia Britannica schnitt das Online- Projekt fast gleichwertig ab. Recht demokratisch klingt das Ganze auch: Die Mehrheit entscheidet, was richtig und gut ist.

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