Leicht, mobil und attraktiv

Teil 2: Mini-Notebooks ab 199 Euro

Die Festplatte

Ein normale Notebook-Festplatte, Flashplatte oder gar keine Festplatte? Netbooks sind auch im Bereich des Datenspeichers sehr unterschiedlich ausgestattet. Sehr interessant ist die festplattenlose Variante, die Emtec in seinem Gdium verwendet. Dieses etwa 1,1 Kilogramm leichte Netbook verwendet lediglich einen bootbaren USB-Stick als Datenspeicher, der vorn in das Gdium gesteckt wird und ein Linux-Betriebssystem enthält. Der Stick kann 8, 16 oder 32 GByte fassen und man kann entweder einen reinrassigen USB-Stick oder eine SD-Speicherkarte in einem USB-Kartenleser verwenden. Der Vorteil dieser Variante: Das Notebook besitzt ein wesentliches Bauteil weniger, der Stromverbrauch ist geringer und eine nicht vorhandene Festplatte kann auch nicht beschädigt werden. Gerade herkömmliche Festplatten sind als bewegliche Bauteile vergleichsweise empfindlich. Zudem können unterschiedliche Nutzer das Gdium verwenden, jeder mit seinem persönlich konfigurierten Betriebssystem und den eigenen Daten. Der Nachteil der Variante: Vergisst oder verliert man den USB-Stick, kann man den Rechner nicht starten und alle Daten sind unter Umständen verloren. Der erste Eee PC war mit einer Flash- basierten SSD-Festplatte ausgerüstet. Sie fasste lediglich vier GByte, doch war das sogar für eine Installation von Windows XP ausreichend groß. Klar, Filme oder eine eine MP3-Sammlung findet auf der kleinen Platte keinen Platz, doch steht dafür ein SD-Karten-Einschub zu Verfügung, der wie eine interne Festplatte angesprochen und genutzt werden kann.Der neue Eee PC besitzt ebenfalls eine Solid-State-Disk, diese fasst allerdings je nach Modell 12 oder 20 GByte. Der Vorteil von SSD-Platten ist die fehlende Mechanik und damit die wesentlich geringere Empfindlichkeit. Auch der Verschleiß ist niedriger, wenngleich die Anzahl der Schreib- und Lesevorgänge während eines Flash-Speicher-Lebens auch begrenzt ist. Und schließlich ist noch der sehr geringe Stromverbrauch zu nennen, der die Laufzeit des Netbooks deutlich erhöht. Der Nachteil von Solid-State-Disks ist ganz klar der hohe Preis, denn eine 32-GByte-Platte kostet momentan etwa 160 Euro. Zum Vergleich: eine normale 40-GByte-Festplatte ist für ein Viertel zu haben. Zudem ist die Lebensdauer der SSD-Platten je nach Art der eingesetzten Speicherzellen geringer als die einer normalen Festplatte. Unser Tipp: Wer Filme, Musikdateien oder viele Fotos speichern möchte, der kommt um eine normale Festplatte nicht herum. Wer sein Netbook nicht als Datenspeicher und sehr viel mobil nutzen möchte, für den ist eine SSD-Platte die beste Wahl.

Mini-Notebooks ab 199 Euro

© Archiv

Das Acer One besitzt eine Vielzahl von Schnittstellen und gleich zwei Kartenleser.

Das Betriebssystem

Beim Netbook stellt sich die Frage: Windows oder Linux? Auch wer noch nie mit Linux gearbeitet hat, muss hier keine Berührungsängste haben. Die installierten Linux-Versionen besitzen durchgehend eine einfache, übersichtliche Oberfläche, die Anwendungen lassen sich wie Windows- Programme nutzen und Linux ist auch relativ anspruchslos, was die installierte Hardware betrifft. Zudem arbeiten Betriebssystem und Programme ausgesprochen stabil und weitgehend ohne Abstürze. Leider wird es bei Linux dann kompliziert, wenn neue Hard- oder Software installiert werden soll, das ist oft nur unter größten Mühen oder überhaupt nicht möglich. Hier ist Windows deutlich leichter zu handhaben. Allerdings lässt sich auf jedem Netbook Windows XP nachinstallieren, und das in der Regel ohne jedes Problem. Man muss lediglich darauf achten, dass die nötigen Treiber entweder auf CD mitgeliefert werden oder auf der Webseite des Herstellers zum Download bereitstehen. Wer noch ein ungenutztes Windows XP zu Hause hat und das Betriebssystem so kostenlos installieren kann, der fährt mit einem Linux-Netbook gut, denn er spart gegenüber einem Netbook mit Windows etwa 60 Euro. Unter Tipp: Wer mit den wenigen installierten Programmen zufrieden ist, der kann ruhig zum Linux-Netbook greifen. Wer aber bestimmte Windows-Programme nutzen möchte, der kommt an einem Windows XP nicht vorbei. Wer das selber installieren möchte, der sollte sicherstellen, dass die benötigten Treiber gratis angeboten werden.

Die Grafikkarte

Egal, welcher Grafikchip zum Einsatz kommt, aktuelle 3D-Spiele lassen sich mit keinem Netbook spielen. Zumeist kommt eine Onboard-Grafik von Intel, wie etwa die auch von Notebooks bekannte GMA900 oder 950, zum Einsatz. Leistungsschwächer ist die Chrome9 von VIA, die im 2133 von HP zum Einsatz kommen soll. Während neue Spiele nicht laufen, gilt das für ältere Spiele wie "Age of Empires", "Farcry", "Halflife" oder "Unreal Tournament" nicht. Diese Spiele liefen schon auf dem ersten Eee PC ausgesprochen flüssig - das größte Problem war hier die zu geringe Auflösung, die ein vertikales Scrollen nötig machte. Unser Tipp: Wer nicht spielen möchte, der muss die Grafikkarte beim Netbook-Kauf nicht beachten. Ansonsten sollte man zu einem netbook mit Intel-Grafik greifen.

Mini-Notebooks ab 199 Euro

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Das Acer One ist breiter als der neue Eee PC. Das kommt der Tastatur zugute, nicht aber dem Display.

Der Arbeitsspeicher

Bereits mit den installierten 512 MByte Hauptspeicher lief das Linux des Eee PC 701 flüssig. Allerdings brachte eine Verdoppelung des Arbeitsspeichers deutlich spürbare Geschwindigkeitsvorteile. Unter Windows XP sollte in jedem Fall mindestens ein GByte in stalliert sein, besser sogar derer zwei. RAM ist auch für Note- und Netbooks preiswert zu bekommen und extrem einfach nachzurüsten, deshalb sollten Sie hier nicht sparen. Unser Tipp: Für den Einsatz von Linux sollte mindestens ein GByte RAM installiert sein, für Windows XP am besten zwei. Rüsten Sie Ihre Netbook notfalls nach!

Schnittstellen und Zubehör

Ein Netbook sollte ebenso anschlussfreudig wie ein herkömmliches Notebook sein. Es sollte also über zwei, besser drei USB-Anschlüsse verfügen und einen Kartenleser haben, der die von Ihnen favorisierte Speicherkartensorte tatsächlich lesen kann. WLAN mit 802.11"G" oder besser "N" sollte integriert sein, Bluetooth ist nützlich, aber für die meisten Anwender doch kein absolutes Muss. Netbooks mit HSDPA-Modul, das mobiles Surfen über das UMTS-Handynetz ermöglicht, gibt es leider noch nicht. So ist man zur Zeit noch auf USB-Sticks angewiesen, die diese Funktion erfüllen. Gerüchte, dass Hersteller Netbooks mit integriertem HSDPA-Modul planen, bleiben vorerst Gerüchte. Erkundigen Sie sich vor dem Kauf, ob der Hersteller Zweitakkus für Ihr Netbook zum Kauf anbietet. So verdoppeln Sie die Akkulaufzeit und beugen Akkudefekten vor. Schließlich sollten Sie die Tastatur vor dem Kauf ausprobieren! Tastaturen sind bei Netbooks konstruktionsbedingt immer kleiner als gewöhnliche Notebook- oder gar PC-Tastaturen. Wer sich ständig vertippt, weil die Tasten zu klein und zu schiwerig zu treffen sind, der wird mit seinem Netbook mit Sicherheit niemals glücklich werden.

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