Holen Sie mehr Leistung aus ihrem Rechner

Teil 2: Mehr Power zum Nulltarif

Installieren Sie zunächst, wie oben beschrieben, den 3D Mark 2005, um die Geschwindigkeit Ihres Systems festzustellen. Klicken Sie auf "Next" und später auf "Continue", wenn Sie nach einer Seriennummer gefragt werden.

Den eigentlichen Test starten Sie mit einem Klick auf "Run 3D Mark". Das Punkteergebnis fällt je nach installierter Hardware sehr unterschiedlich aus.

Wichtig ist hier ohnehin weniger der jetzt ermittelte Wert, sondern der Unterschied zum Endwert, den Sie durch die Übertaktungsmaßnahmen erzielen. Um den ermittelten Benchmarkwert zu erhalten, klicken Sie nach dem Testlauf auf die Schaltfläche "View your results online" und danach auf "I agree". Bitte beachten Sie, dass Sie über einen Internetzugang verfügen müssen, damit das Ergebnis über den Browser angezeigt wird. In zwei Charts wird Ihr Ergebnis mit denen anderer Nutzer verglichen. Chart eins zeigt Ihr Ergebnis im Vergleich ähnlicher Systeme, Chart zwei im Verhältnis zu allen getesteten Systemen.

Begeben Sie sich nun wie oben beschrieben ins BIOS und wählen den Menüpunkt "Advanced". Dort gehen Sie zum Eintrag "FSB Frequency". Bei unserem Core-2-Duo E6420 steht dort "266 MHz", was multipliziert mit dem voreingestellten Multiplikator von "8" eine Geschwindigkeit von 2,13 GHz ergibt. Um die CPU auf konservative 2,2 GHz zu beschleunigen, erhöhen Sie die "FSB Frequency" auf "275 MHz" (275 MHz x 8 = 2,2 GHz). Besitzen Sie einen anderen Prozessor, wählen Sie im ersten Durchgang ebenfalls einen Wert, der etwa 10% über dem Standardwert liegt.

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Eine gute Ausgangsposition: Auf 13.425 Punkte im 3D Mark 2005 lässt sich aufbauen!

Anschließend gehen Sie zum Menüpunkt "CPU Voltage" und ändern ihn von "Auto" auf den Spannungswert, der standardmäßig am meisten Ihrer CPU entspricht. Eine entsprechende Liste finden Sie im Kasten "Core-2-Duo-Prozessoren im Detail" auf Seite 70. Beim E6420 beträgt der Wert 1.3 V und wir stellen 1,35 V ein. Mit "F10" speichern Sie die Veränderungen ab und starten Sie den PC anschließend neu ("Exit & Save Changes").

Startet der Rechner nun ganz normal und fährt Windows wie gewohnt hoch, haben Sie die erste Hürde erfolgreich genommen! Öffnen Sie das Programm CPU-Z und sehen Sie nach, mit welcher Geschwindigkeit Ihr Prozessor nun läuft. Schließen Sie CPU-Z und überprüfen Sie mit CoreTemp, wie "heiß" Ihre CPU nun wird. Im Normalfall sollten bei einer derart geringen Leistungssteigerung noch keine größeren Temperaturerhöhungen sichtbar werden.

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So stellen Sie den Wert der Spannung des Prozessors im BIOS ein.

Anschließend führen Sie zum Beispiel mit der Software Prime95 einen Stabilitätstest durch. Lassen Sie das Programm ruhig 20 Minuten durchlaufen – stürzt der Rechner nicht ab, sind auch später kaum Probleme zu erwarten.

Fährt Ihr Rechner nicht hoch, sondern bleibt beim System- oder Windows-Start hängen, dann ist schon in diesem frühen Übertaktungsstadium etwas schief gegangen. Sollte Ihr PC überhaupt nicht mehr starten, halten Sie den Ein/Aus-Schalter 10 Sekunden gedrückt, bis der Rechner neu startet. Geht auch das nicht, ist ein CMOS-Reset fällig.

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Die erste Hürde ist genommen: Unser E6420 läuft nun mit 2,2 GHz.

Den führen Sie normalerweise per Jumper durch (sehen Sie zur genauen Vorgehensweise im Mainboard-Handbuch nach). Im Normalfall wird der Jumper im ausgeschalteten Zustand für einige Sekunden von zwei Pins auf zwei andere und wieder zurückgesteckt. Beim Asus Blitz Formula geht es bequem und ohne Aufschrauben des Gehäuses per Tippschalter. Alternativ können Sie auch die Mainboard-Batterie für 15 Sekunden entfernen.

Am wahrscheinlichsten ist es, dass der RAM-Speicher nicht mit dem höheren Systemtakt zurechtkommt. Wenn im BIOS Menüpunkte zum Ändern der DRAM-Einstellungen vorhanden sind, können Sie dort versuchen, den Speicher zur Mitarbeit zu bewegen. Stellen Sie die "DRAM-Timing-Control" von "Auto" auf "Manual" und geben Sie bei "CAS# Latency", "RAS# to CAS# Latency" sowie "RAS# Precharge" jeweils den Wert "5" ein und bei "RAS# Active Time" den Wert "15".

Das sind langsame und sehr konservative Werte, wodurch der Speicher zwar langsamer, aber auch stabiler läuft. Führen Sie einen Neustart durch. Funktioniert auch das nicht und startet der Rechner nicht oder bleibt er instabil, gehen Sie erneut ins BIOS und erhöhen Sie sowohl die "CPU Voltage" des Prozessors als auch die "DRAM Voltage" Ihres Speichers um den kleinstmöglichen Schritt. Bei letzterem gehen Sie von dem Voltage-Wert aus, der auf dem kleinen Aufkleber auf dem Speicherriegel steht.

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Auch das war kein Problem: Mit 3 GHz lief unser E6420 noch immer stabil.

Bietet Ihr Mainboard-BIOS die Möglichkeiten an, den PCI-E-Takt ("PCIE Frequency") und/oder den PCI Takt ("PCI Frequency") festzulegen, stellen Sie diese fest auf 100 beziehungsweise 33,3 MHz ein. Läuft Ihr Rechner noch immer nicht stabil, raten wir von weiteren Übertaktungsmaßnahmen ab. Vermutlich ist Ihr RAM-Speicher nicht in der Lage, die höheren Geschwindigkeiten zu verarbeiten. Einzige wirkungsvolle Maßnahme wäre der Kauf eines schnelleren und hochwertigeren Arbeitsspeichers.

Man unterscheidet hier zwischen DDR2-533, DDR2-667, DDR2-800, DDR2-1000 und DDR2-1006. Halbiert man den angegeben Wert (533, 667 usw.), erhält man den FSB, für den der Speicher maximal ausgelegt ist. Betreibt man unseren E6420 mit seinem Standard-FSB von 266 MHz, reicht also preiswerter DDR2-533-RAM vollkommen aus. Will man den FSB auf etwa 400 MHz übertakten, sollte man mindestens zu DDR2-800-RAM greifen.

Obwohl der in unserem Testsystem verwendete DDR2-PC800-RAM von TakeMS nicht für die Übertaktung ausgelegt ist, liefen sie auch bei größeren Erhöhungen des FSB noch stabil. Es müssen also nicht immer zwangsläufig die teuersten Speicherbausteine sein. Verfahren Sie nun wie eingangs beschrieben und erhöhen Sie den FSB schrittweise auf die angestrebte Geschwindigkeit.

Gehen Sie dabei in Schritten von höchstens 10% vor und überprüfen Sie nach jedem Schritt mit Prime95 die Stabilität und mit CoreTemp die Temperatur. Wird Ihr Core-2-Duo heißer als etwa 80 Grad, sollten Sie keine Leistungssteigerungen mehr vornehmen. Unser Testsystem lief übrigens noch mit 3 GHz absolut stabil, die CPU wurde dank wirksamer Lüfter auch bei höherer Belastung nicht wärmer als 30 Grad.

Weitere Erhöhungen des FSB machen dann allerdings den Einsatz teureren, speziell für das Übertakten ausgelegten Speichers erforderlich. Will man extreme Werte erreichen, empfiehlt sich die Anschaffung des neuen PC1066-Speichers, wie er beispielsweise von SuperTalent, Kingston oder TakeMS angeboten wird.

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