Kinder und Medien: Diese Tipps helfen

Teil 2: Medientipps für Kinder am PC: Worauf Eltern bei ihren Kindern achten sollten

Abzocke, soziale Netzwerke und Co.

Ältere Kinder benötigen selbstverständlich mehr Freiräume. Hier sind neben der Schule insbesondere die Eltern gefordert, ihren Kindern einen eigenverantwortlichen Umgang mit dem Internet nahezubringen sowie auf die Gefahren aufmerksam zu machen. Neben der Abzockgefahr durch kostenpflichtige Abos und andere Inhalte, die bereits genannten straf- und zivilrechtlichen Aspekte sind es mittlerweile vor allem die sozialen Netzwerke, die vielen Pädagogen Kopfzerbrechen bereiten:

Viele Jugendliche schalten als erstes nach der Schule erst einmal ihren PC an und sind auf SchülerVZ oder bei den Lokalisten unterwegs - noch vor dem Ablegen der Jacke oder dem Mittagessen. Auch hier gilt: Sprechen Sie mit Ihren Kindern, damit diese nicht zu viel von sich preisgeben. Gehen Sie mit ihnen ihr Profil durch, zeigen Sie ihnen den Privat-Modus und machen sie ihnen klar, dass Nachname, Adresse, Mail-Adresse und Bilder nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind. Denn eines ist klar: Was einmal im Internet veröffentlicht ist, lässt sich oft nicht wieder zurückholen. Das gilt nicht nur für die sozialen Netzwerke, sondern auch für Videoplattformen wie YouTube: Ein lustig gemeinter Film kann ganz böse bei sozialer Ausgrenzung oder gar Erpressung enden. Dazu noch ein Tipp zur E-Mail: Bei Kindern sollte deren Name nicht aus der Mail-Adresse ableitbar sein - irgendwelche Fantasiebezeichnungen schützen vor eindeutiger Zuordnung. Wichtig ist ferner, eine zweite öffentliche Mail-Adresse einzurichten. Diese dient beispielsweise zum Mitmachen bei Gewinnspielen, zum Einkaufen im Netz oder Ähnlichem. Dieser Mail-Account - und nur dieser - sollte von den Eltern regelmäßig kontrolliert werden. Der private dagegen sollte auch für die Eltern tabu sein. Dienste wie www.mail4kidz.de sorgen zudem dafür, dass Ihre Kinder nur von bekannten Personen Post bekommen. Einen umfassenden Überblick zum richtigen Umfang von Kindern und Jugendlichen mit dem Web bietet die Broschüre "Ein Netz für Kinder - Surfen ohne Risiko" unter der Adresse . Hier gibt es einen Teil zum Herunterladen für die Erziehungsberechtigten und einen für den Nachwuchs.

Medientipps für Kinder

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Etwas bunt, aber gut: die Suchmaschine "Blinde Kuh".

Software richtig wählen

So weit zum richtigen Umgang mit dem Internet, doch was ist mit der Software auf dem PC? Woher sollen Eltern oder Großeltern wissen, was für Kinder und Enkel gut und geeignet ist? Zum einen hilft die Einschätzung der Computerspiele durch die USK, also die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle. Jedes geprüfte Spiel trägt auf der Verpackung ein rautenförmiges Symbol: Weiße Farbe bedeutet ohne jede Altersbeschränkung, Gelb eignet sich ab sechs Jahren, Grün ab 12, Blau ab 16 Jahren sowie Rot ohne Jugendfreigabe. Die Broschüre der USK ist ein ausführlicher Download, die insbesondere auch auf Gefahren durch gewalthaltige Darstellungen in Computerspielen sowie durch übermäßigen Medienkonsum eingeht. Ohne hier den Themenkomplex "Computerspiele und Gewalt" an dieser Stelle umfassend abzuhandeln, so ließ doch eine international besetzte Tagung an der Universität München Mitte November die Kausalität zwischen Killerspielen am PC und aggressivem Verhalten von Jugendlichen erkennen.Anders ist es bei Lernprogrammen. Hier steht meist entweder das Alter der Kinder oder aber die Klasse auf der Verpackung. Bei "Mathe 4. Klasse" ist beispielsweise klar: Das ist für Viertklässler in der Grundschule.

Kindersicherungen: eine echte Hilfe

Sie wissen nun schon relativ genau, was sich für Ihre Kinder eignet und wovon diese besser ihre Finger lassen sollten. Doch wie wollen Sie die vereinbarten Regeln und das Zeitbudget durchsetzen? Allein mit Verboten kommen Sie sicher nicht weiter. Die Aneignung von Medienkompetenz durch Erziehung und Gebrauch von PC und Internet ist und bleibt unerlässlich. Andererseits kennen alle Eltern den Satz "Nur noch ganz kurz, Mama/Papa" und die sich daran anschließende Diskussion, wenn der Nachwuchs dann doch weiterspielt oder -surft und die Hausaufgaben links liegen lässt. Eine Lösung sind "Mediengutscheine", wie sie die Seite www.schau-hin.info vorschlägt und bereithält. Die Idee dahinter: Sie vergeben pro Woche mehrere Gutscheine beispielsweise fürs Fernsehen, fürs Internet oder zum Spielen am PC für Zeiträume von 15 oder 20 Minuten. Ihr Kind kann diese dann selbst verplanen. Die mitunter nervtötenden Diskussionen zwischen Eltern und Kindern sind damit aber nicht beendet. Letztlich bleiben beide Seiten in der Verantwortung, die Kiste auszuschalten, wenn die Zeit zum Spielen oder fürs Internet vorbei ist.

Medientipps für Kinder

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Vorsicht Zeitkiller: In Social Networks wie den Lokalisten verbringen Jugendliche mitunter Stunden

Dieser Probleme entledigen Sie sich mit einer Kindersicherung. Eine solche Software steuert im Idealfall Zugriff und Zeiten sowohl aufs Internet als auch auf die Software am PC: Wer darf also wann, wie lange was am PC machen oder im Web surfen! Im Prinzip haben die meisten Internet-Sicherheits-Suiten, wie wir Sie in der Vorausgabe der PCgo getestet haben, eine Kindersicherung integriert.

Die meisten dieser Schutzprogramme beschränken sich aber auf den Zugriff von Internet-Inhalten, mehr können diese Module nicht.Ebenfalls noch keineswegs ausgereift ist die "Jugendschutzfunktion" in Windows Vista, die Sie im aktuellen Betriebssystem über die "Systemsteuerung/Benutzerkonten und Jugendschutz" erreichen. Auch die Idee, die weit verbreitete Fritz!Box von AVM mit einer Kindersicherung zu versehen, ist im Prinzip nicht schlecht. Allerdings diskutieren die Betroffenen in zahlreichen Foren im Internet, wie sich dieser "Schutz" wieder aushebeln lässt. Unter Umständen müssen Sie auf der Herstellerseite (www.avm.de) zunächst die Firmware updaten, um diese Funktion nutzen zu können.

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