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Teil 2: Media-Center-PCs unter Vista

  1. Media-Center-PCs unter Vista
  2. Teil 2: Media-Center-PCs unter Vista

Fujitsu Siemens ist mittlerweile schon ein alter Hase unter den Herstellern von Media- Center-PCs. Und diese Erfahrung sieht man dem Scaleo EVi 2535 auch an. Der nur zehn Zentimeter hohe PC ist konsequent als Wohnzimmer-PC entwickelt. Die Bedientasten und das zweizeilige Display an der Front sowie die Cinch-Buchsen für die analoge 8-Kanal-Audio-Ausgabe erinnern eher an einen digitalen Videorekorder als an einen Vista-PC. Hinter einer Klappe unter den Bedientasten verbergen sich noch ein Speicherkartenleser und Frontanschlüsse für den Anschluss von Videokameras, USB-Sticks oder externe Festplatten. Für diese steht beim Scaleo sogar eine E-SATA-Buchse bereit.

Media-Center-PCs unter Vista

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Siemens Scaleo EVi 2535, 1335 Euro, www.fujitsu-siemens.de

Während der Scaleo alsMultimedia-Rechner und digitaler Videorekorder mit Dual-Tuner für analogen Empfang und DVB-T nichts zu wünschen übrig lässt, fehlt ihm trotz der Core-2-Duo-CPU die Eignung als Spielekonsole. Dafür ist die im Intel-G965-Chipsatz integrierte Grafik einfach zu schwach. Denn im PCI-Express-x16-Steckplatz auf dem Mainboard sitzt keine Grafikkarte, sondern nur ein Add2- Adapter.

Er stellt der integrierten Grafik nicht nur den HDMI-Anschluss bereit, sondern ist auch für die Scart-Buchsen und die Composite- Ausgänge zuständig. Bei einem Upgrade auf eine leistungsstärkere PCI-Express-Grafikkarte im Low-Profile-Format gehen diese Schnittstellen verloren. Mit leisen 27,9 dB(A) ist die Lautstärke des Scaleo im Media-Center-Betrieb absolut wohnzimmertauglich. Nur beim Abspielen von Video-DVDs wird der Fujitsu-Siemens-PC mit 37,7 dB(A) relativ laut.

Media-Center-PCs unter Vista

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IM PCI-Express-x16-Slot sitzt eine Add2-Karte für die zusätzlichen Grafik-Schnittstellen.

FAZIT: Wenn man auf 3D-Spiele keinen gesteigerten Wert legt, dann ist der Scaleo EVi 2535 von Fujitsu Siemens ein guter Kauf. Der flache silberne PC bietet eine wohnzimmergerechte Optik und Lautstärke, umfangreiche Anschlussoptionen sowie eine gute Rechenleistung. Nur das DVD-Laufwerk wird etwas zu laut.

Acer Aspire iDea 510

Unter den vier Testgeräten hat sich der kompakte Aspire iDea 510 in seinem Erscheinungsbild am weitesten von einem herkömmlichen PC entfernt: Der Acer ist flach, schmal und mit einem Display nebst Bedientasten ausgestattet. Auch die Rückseite des nur sieben Zentimeter hohen Geräts präsentiert sich mit Scart- und Composite-Ausgängen und Cinch-Audio-Anschlüssen nicht unbedingt PC-typisch. Für den Anschluss an moderne LCD- oder Plasma-Fernseher steht eine HDMI-Buchse bereit, Surround-Anlagen können die Audio-Signale ebenfalls über einen digitalen Ausgang erhalten.

Media-Center-PCs unter Vista

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Acer Aspire iDea 510, 1299 Euro, www.acer.de

Die kompakte Bauform und das mit 26,6 dB(A) sehr leise Betriebsgeräusch werden durch die Verwendung von Mobile-Komponenten bei CPU, Speicher, Grafik, TV-Karten und DVD-Brenner möglich. Nur bei der Festplatte setzt Acer im Interesse einer höheren Leistung und Kapazität auf eine 3,5-Zoll-HDD von Western Digital. Mit dem Core-2-Duo-Prozessor und der GeForce-7600-Go-Grafikkarte reicht die Leistung des kleinen Acer auch für 3D-Spiele aus, wenn man sich mit einer geringeren Auflösung zufrieden gibt.

Die Notebook-Bauteile bescheren dem Aspire die niedrigste Leistungsaufnahme im Testfeld: Beim Fernsehen über DVD-T oder analogen Kabelempfang genehmigt sich der mit einem Dual-Tuner ausgestattete iDea nur 64 Watt. Nicht akzeptabel ist allerdings, dass der Acer beim Druck auf den Power-Button der Fernbedienung nicht in den S3-Energiesparmodus geht, sondern stattdessen nur das Display und die Tastatur abschaltet. Auch bei dem Front-Display sollte Acer nachbessern, denn es zeigt statt des aktuellen TV-Senders nur die Kanalnummer an.

Media-Center-PCs unter Vista

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Unter der flachen Hülle des Acer stecken fast ausschließlich Notebook-Komponenten.

FAZIT: Der Aspire iDea 510 ist kompakt, leise, flott, sparsam im Betrieb und gut ausgestattet. Ein Schwachpunkt des Acer ist aber der voreingestellte Stromspar-Modus, der die Stromrechnung über Gebühr belastet.

Tarox Mediatainment Center LS 5000 II

Der Mediatainment Center LS 5000 II von Tarox ist im Gegensatz zu den anderen Testkandidaten aus Standardkomponenten aufgebaut. Mit seiner passiv gekühlten GeForce-8500-GT-Grafikkarte beherrscht er DirectX 10, rangiert aber in der 3D-Leistung hinter den Rechnern von Sony und Acer auf Platz drei. Als einziger PC im Test unterstützt der Tarox auch DVB-S. Für den TV-Empfang nutzt er statt der in Vista integrierten Funktion das TV Enhance-Plug-in von Cyberlink. Diese Software kann zwar die im DVB-S-Stream enthaltenen EPG-Daten nutzen und leistet auch bei der Sendererkennung mehr, nervte aber durch Abstürze. Daher sollte man lieber auf den Vista-eigenen TV-Empfang umsteigen.

Media-Center-PCs unter Vista

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Tarox Mediatainment Center LS 5000 II, 1200 Euro, www.tarox.de

FAZIT: Der Tarox hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck: Zwar gefallen die Aufrüstbarkeit des PCs und die DVB-S-Karte. Auf der anderen Seite ist eine instabile TV-Software bei einem Wohnzimmer-PC ein echtes Ärgernis.

Media-Center-PCs unter Vista

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Die TV-Karte im Tarox bietet nicht nur zwei Tuner, sondern kann auch DVB-S empfangen.

Sony Vaio VGX-XL302

Klein ist der Sony Vaio VGX-XL302 nicht gerade. Aber in dem schicken Design-Gehäuse steckt auch einiges an Hardware: Ein Core-2-Duo-Prozessor mit 2,13 GHz, zwei GByte RAM und ein Stripe-Set aus zwei 250-GByte-Festplatten. Das Glanzstück ist aber das Blu-Ray-Laufwerk, das die HD-Silberscheiben nicht nur lesen, sondern auch beschreiben kann.

Media-Center-PCs unter Vista

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Sony Vaio VGX-XL302, 2499 Euro, www.sony.de

Folgerichtig hat Sony beim VGX-XL302 auch auf alle Video-Ausgänge außer HDMI verzichtet. Die HDMI-Buchse sitzt auf einer Geforce-7600-GTL-Grafikkarte, die dem Sony die höchste 3D-Leistung unter den vier Testgeräten beschert. Voll auf digitale Schnittstellen setzt Sony auch bei der Audioausgabe: Analog können nur Stereolautsprecher angeschlossen werden, für 3D-Sound ist man auf eine Surround-Anlage mit digitalem Eingang angewiesen.

Kritik verdient nur der Einsatz von zwei TV-Karten statt einer Dual-Tuner-Karte, da man hier mit einem Splitter arbeiten muss, der im Lieferumfang des sonst sehr gut ausgestatteten Sony fehlt. So kann der Vaio mit einer äußerst umfangreichen Software-Palette aufwarten zu der auch Premiere Elements und Photoshop Elements von Adobe zählen.

Media-Center-PCs unter Vista

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Hinter dem Schlitz in der schlichten Gehäusefront des Vaio steckt eine Blu-Ray-Brenner.

Angenehm ist auch die trotz der vergleichsweise hohen Leistung 28,4 dB(A) niedrige Lautstärke, für die auch die raffinierte Heatpipe-Kühlung der GeForce-Grafikkarte verantwortlich ist. Diese trägt aber gleichzeitig auch zum mit 113 Watt höchsten Energieverbrauch unter den vier Wohnzimmer-PCs bei. Die lästige Einschränkung, dass die Wiedergabe von Blu-Ray-Filmen nicht innerhalb der Media-Center-Oberfläche von Vista möglich ist, sondern stattdessen WinDVD 7 gestartet wird, hat nicht Sony, sondern Microsoft zu verantworten.

FAZIT: Den Testsieg ergattert der Sony Vaio VGX-XL302 durch seine überragende Ausstattung mit Blu-Ray-Laufwerk, der flottesten Grafikkarte im Test und dem schnellen Festplatten-Raid. Allerdings verlangt Sony für den schlichten Edel-PC mit knapp 2500 Euro auch einen Premium-Preis.

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