Vergleichstest High-Tech Fernseher

Teil 2: LCD, Plasma, Rückpro

Panasonic TH-42 PZ 700E

Panasonic rüstet den ersten 42-Zoll-Plasma mit einem echten Full-HD-Panel aus.

Panasonic TH-42 PZ 700 E

© Archiv

Panasonic TH-42 PZ 700 E, ab 2.200,- Euro, 581 Punkte

Panasonic ist in den letzten beiden Jahren zu der treibenden Kraft hinter der Plasma-Technologie avanciert. Das hat ihnen die Marktführerschaft in weiten Teilen der Welt genauso gesichert, wie einen technischen Vorsprung und konkurrenzfähige Preise. Der Standfuß ist in den 2.200 Euro für den TH-42 PZ 700 E zwar nicht mit inbegriffen - für den ersten 42-Zoll-Full-HD-Plasma ist der Preis dennoch vergleichsweise klein. Vor allem, wenn man neben dem offensichtlichen Mehrwert fürs Bild ein Auge auf die lange Ausstattungsliste wirft.

Ausstattung

Ein Highlight ist sicherlich der eingebaute SD-Kartenleser. Aus Digitalfotos werden so schnell atemberaubende, hochauflösende Diashows. Wer jetzt einwirft, dass das inzwischen auch andere können, hat recht - das Alleinstellungsmerkmal ist die Bewegtbildfunktionalität des Speicherkartenlesers: AVCHD-Videos vom Camcorder landen gestochen scharf auf dem Panel. Mit dieser Fähigkeit steht Panasonics PZ 700 E-Linie derzeit allein am Markt. Die überragende Qualität des selbst gedrehten Materials dürfte dem einen oder anderen als Anreiz dienen, die Regie des Abendprogrammes zukünftig selbst in die Hand zu nehmen.

AV-Anschlüsse unter der Frontklappe

© Archiv

Unter der dezenten Frontklappe versteckt Panasonic zusätzliche AV-Anschlüsse, darunter einen HDMI-Eingang für Konsole oder Camcorder

Auch die Anschlussfront hebt sich von der Masse ab: drei HDMI-Eingänge, von denen einer an der Front für die schnelle Verkabelung von Konsole und Co. dient. Die HDMI-CEC-Beschaltung Viera-Link funktioniert leider nur mit Panasonic-eigenen Geräten, die Möglichkeit zur Darstellung von 24p-Signalen fehlt den HDMI-Ports leider ganz.

Dem analogen Kabeltuner stellt Panasonic einen DVB-T-Tuner zur Seite. Beide Tuner zeigen eine vergleichsweise brauchbare Qualität auf dem Panel. Der Digitaltuner nervte mitunter durch die überdurchschnittlich langen Umschaltzeiten.

HDMI-Buchsen

© Archiv

Zwei der insgesamt drei HDMI-Buchsen sitzen auf der Rückseite. Angeschlossene Panasonic-Geräte steuert das CEC-Protokoll "Viera-Link". Dass 1080p24-Signale keine Unterstützung finden, ist schade

Bildqualität

Bereits beim ersten Blick auf das Bild fällt die matte Frontscheibe auf. Normalerweise tragen Plasmas spiegelnde Glasscheiben, welche die Plastizität des Bildes unterstützen, aber bei Sonneneinstrahlung lästig spiegeln. Für die 700er-Serie entwickelten die Japaner eine Antirefleflexionsbeschichtung, die Schluss mit Spiegeleien macht und zusätzlich einfallendes Restlicht absorbiert. Das wiederum verbessert den Schwarzwert des Bildes, wie auch die Messungen bestätigen: 0,09 cd/m2 Schwarzwert und Kontrastwerte um die 1000:1 sind auch für Plasmafernseher überdurchschnittlich gut. War beim 50-Zöller die limitierte Gesamthelligkeit noch einer der Hauptkritikpunkte, strahlt der kleinere Bruder um bis zu 50 Prozent heller. Für einen taghellen Raum ist das zwar immer noch zu wenig, in einem halbwegs dunklen Raum strahlt er jedoch kräftig und ausdrucksstark.

Das ist zumindest auch eine Erklärung für den enormen Stromhunger des 42-Zöllers. In den von Eisbergen dominierten Anfangsszenen des Animationsfilmes Ice Age 2 zog er bis zu 430 Watt aus der Dose. Selbst in den düsteren U-Boot-Szenen aus U-571 kam er nie unter 300 Watt. Der Mittelwert von 370 Watt überragt Geräte von Mitbewerbern um Längen. Interessant ist in diesem Kontext der Vergleich zu JVCs HD-ILA-TV, der trotz seiner 41 Zentimeter größeren Bilddiagonale mit der halben Energie auskommt.

cyanfarbene Leuchtdiode

© Archiv

Eine cyanfarbene Leuchtdiode zeigt an, dass eine Speicherkarte zur Foto oder Videoshow eingelegt ist

Leider fällt gerade das Loseisen vom knackigen Bild des TH-42 PZ 700 E besonders schwer. Zumal Panasonics V-Real Pro 2 selbst analog zugespielte Signale so sauber aufpoliert und darstellt, wie man es selten zu Gesicht bekommt. Trotzdem lohnt sich der Anschluss eines DVD-Players mit HDMI-Ausgang und 1080p-Upscaling-Funktion, was der Full-HD-Plasma mit einem weiteren Schärfezugewinn belohnt.

Löblich ist die gelungene Abstimmung der Bildparameter ab Werk. Das Preset "Kino" und der Farbton "warm" zeigen ein sehr natürliches Filmbild. Nur der allzu große Farbraum übertreibt es stellenweise mit der Kraft der Grüntöne. Gerade mit Full-HD-Material spielt das dann jedoch keine Rolle mehr: Filme von Blu-ray oder HD-DVD erstrahlen in einer Homogenität und Detailfülle, wie man sie auf Plasmas dieser Größenklasse noch nicht sah. Die prächtigen Schiffe in Fluch der Karibik wirken zum Greifen nah, die animierten Szenen aus "Ice Age 2" wie mit dem Skalpell geschnitzt. Im Vergleich zu Pioneers PDP-4280 XA fällt auf, dass Panasonics Full-HD-Schirm auf der einen Seite wesentlich rauschärmer und feiner aufgelöst zu Werke geht, auf der anderen Seite aber durch die matte Frontscheibe auch nicht die Plastizität hervorzaubern kann. Schade ist am Ende vor allem die fehlende 24p-Unterstützung für die ruckelfreie Darstellung von HD-Filmen, einem der wenigen Kritikpunkte zu denen der TH-42 PZ 700 E überhaupt Anlass gibt.

Testbericht

Panasonic TH-42 PZ 700E
Panasonic
2200 Euro

42-Zoll-Plasma-TV

Weitere Details

71 Prozent

Fazit:Der Panasonic hält was er verspricht und setzt neue Maßstäbe.

Testurteil
sehr gut
Preis/Leistung
sehr gut

Mehr zum Thema

Fernsehsteuerung via App
Übersicht

Unsere Tester haben im Labor die beste Konfiguration der Samsung-Fernseher sowie den optimalen Sehabstand ermittelt.
Heimkino-Projektor
Heimkino einrichten

Wer Filme wie im Kino erleben möchte, sollte sich ein Heimkino einrichten. video gibt Tipps für die richtige Planung und verrät, worauf Sie bei…
Fernseher: nur schauen, nicht kaufen!
Löst die IFA die Probleme der TV-Branche?

Deutsche kaufen weniger TVs. Kann die IFA 2015 das Problem lösen? video-Chefredakteur Andreas Stumptner kommentiert.
UHD HDR Test v11
Download-Special

High Dynamic Range hält auf immer mehr Fernsehern Einzug. Wir bieten einen Testfilm zum kostenlosen Download, mit dem Sie das HDR-Bild testen…
DVB-T2 HD
Ab Mitte 2016

In unserem Artikel erklären wir alles zu DVDB-T2 HD. Die neue Antennen-Technik bringt endlich Fernsehen in Full-HD.