Zahlen, bitte!

Teil 2: Kaufberatung Homebanking-Software

Durchweg leicht zu bedienen

In punkto Optik und Benutzerführung haben sich die Finanzplaner in den letzten Jahren stark angenähert. Dreh- und Angelpunkt ist die Startseite, die als Übersicht gestaltet ist. Hier finden Anwender etwa die aktuellen Kontostände oder Diagramme zur Kassenlage und den größten Ausgabeposten. Querverweise führen zu den Geld- und Anlagekonten, sodass man mit einem Klick die Kontenumsätze aufrufen kann. Bei fast allen Anwendungen lässt sich die Startseite anpassen, sodass man genau die Fakten im Auge behält, die einem besonders am Herzen liegen. Dass Spektrum reicht dabei von Kontenständen über die allgemeine Vermögensentwicklung bis hin zu Wertpapierkursen. WISO Mein Geld liefert etwa auch aktuelle Finanz- und Steuerinformationen.

Homebanking-Software: WISO Mein Geld 2008

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Zwei weitere Institutionen der Benutzerführung sind Symbol- und Navigationsleisten, die für einen direkten Zugriff auf die verschiedenen Programmbereiche und Funktionen sorgen. Ebenso hilfreich sind die zahlreichen Assistenten, die mittlerweile bei allen Finanzplanern zu finden sind. Sie führen den Anwender durch komplizierte Eingaben wie die Konteneinrichtung, wobei Eingabehilfen wie das integrierte Bankleitzahlverzeichnis und Plausibilitätskontrollen für Sicherheit und Komfort sorgen. WISO Mein Geld und Quicken liefern sich zudem einen erbitterten Kampf um den Pokal für die besten Videos.

Selbstverständlich ist bei allen Programmen die automatische Aktualisierung der Schnittstellen, ohne die der Datenaustausch mit dem Bankrechner nicht möglich wäre.

Geld ausgeben leicht gemacht

Homebanking-Software: StarFinanz 6.0

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Auch beim Zahlungsverkehr liegen alle Finanzmanager auf Augenhöhe. Alle beherrschen den Dreikampf Überweisungen, Lastschriften und Daueraufträge. Selbst internationale Standards wie die EU-Überweisung sind in fast allen Paketen enthalten. Zwei interessante Zusatzfunktionen hat StarMoney zu bieten: Hier liefert ein Lastschriftradar nicht nur eine Übersicht über externe Kontoabbuchungen, Falschbuchungen kann man dabei auch gleich online widersprechen. Damit Neueinsteigern der Wechsel nicht zu schwer fällt, werden die Transaktionen auf nachgebildeten, elektronischen Bankformularen eingegeben. Die anschließende Datenübertragung richtet sich nach dem jeweiligen Sicherheitsverfahren: Während beim HBCI-Verfahren lediglich die persönliche Identifikationsnummer (PIN) einzugeben ist, kommt beim PIN/TAN-Verfahren die Transaktionsnummer hinzu. Natürlich können die Geheimzahlen auch in der Software gespeichert werden, doch sollte man darauf aus Sicherheitsgründen lieber verzichten.

Bei der Kontaktaufnahme mit dem Bankrechner hat sich das zweistufige Verfahren durchgesetzt: Kontenabrufe und Überweisungen werden zunächst gesammelt und in einem Rutsch übertragen. Das hat vor allem den Vorteil, dass man nicht jedes Konto einzeln aufrufen und abgleichen muss.

Eines der wenigen Unterscheidungsmerkmale zwischen den bekanntesten drei Lösungen beim Zahlungsverkehr ist die Darstellung der elektronischen Kontoauszüge. Während WISO Mein Geld und StarMoney den vollen Verwendungszweck einblenden, muss man bei Quicken erst die Zusatzinfos am unteren Fensterbereich öffnen. WISO Mein Geld und StarMoney liefern zudem rechtsverbindliche Kontoauszüge. Das ist schön, erspart einem aber nicht den regelmäßigen Download der PDF-Kontoauszüge vom Bankrechner, da man sonst Gefahr läuft, Bearbeitungsgebühren zu zahlen.

Homebanking-Software: HBCI-Verfahren

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Banking via Chipkarte gilt als das sicherste Verfahren, ist aber wegen Zusatzkosten kaum verbreitet.

Eine Frage der Sicherheit

Banking mit einer Software ist in etwa genauso sicher wie Banking im Browser, denn die Sicherheitsvorkehrungen sind bei beiden Verfahren ziemlich identisch. Wer mit seiner Bank ausschließlich über den Finanzplaner kommuniziert, ist aber zusätzlich vor Phishing-Attacken geschützt.

Im Unterschied zum Online-Banking verbleiben beim Banking mit einer Software Kontenstände, Umsätze und Bankaufträge auf der Festplatte. Hinzukommen weitere sensible Informationen wie etwa Details zur privaten Altersvorsorge oder die Geschäftsbuchhaltung von Freiberuflern. Aus diesem Grund ist jeder Finanzplaner mit zusätzlichen Sicherheitsfunktionen ausgestattet. Als absolutes Minimum gilt dabei der Passwortschutz. Die meisten Programme können zudem mit einem verschlüsselten Datensafe aufwarten, in dem Zugangsdaten - wenn sie denn schon auf der Festplatte gespeichert werden müssen - aufbewahrt werden können. Am besten ist der Schutz bei WISO Mein Geld, denn die Software unterstützt auch Signaturkarten und Fingerabdruckscanner.

Die Liste der unterstützten Banken ist bei den drei großen Paketen in etwa gleich lang. Trotzdem kann es passieren, dass die Finanzplaner die Kooperation bei Änderungen der Bankdetails gern erst einmal verweigern. So kann etwa Quicken nichts mit den aktuellen Zugangsdaten der Norisbank anfangen. Gängige Verfahren wie HBCI, mTAN, eTAN und iTAN sind hingegen in allen Programmen gleichermaßen umgesetzt. Interessant für Anwender mit hohen Kontenumsätzen ist noch immer das Datenträgeraustausch-Verfahren (DTA). Dabei werden die Transaktionen in einer Exportdatei gespeichert und unter Umgehung des Internets der Bank übergeben - sicherer geht es nicht.

Penible Erbsenzähler

Homebanking-Software: Windata Basic

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Mit welchem Elan und in welchem Umfang das private Finanzmanagement betrieben wird, bleibt jedem selbst überlassen. Fest steht jedoch: Je mehr Konten verwaltet werden und je detaillierter die Planung ist, desto mehr Zeit ist auch zu investieren. Vielleicht unterscheidet sich deshalb auch der Umfang der privaten Buchhaltung bei den Top 3 der Finanzplaner. Konsens sind derzeit Giro-, Darlehen-, Spar-, Festgeld- und Tagesgeldkonten. Der Online-Abgleich dieser Kontenarten ist - sofern das Internetbanking vom Kreditinstitut angeboten wird - mit allen drei Anwendungen zu machen. Auch bei Windata und Moneyplex sind dabei kaum Abstriche hinzunehmen. Alles was darüber hinausgeht - insbesondere Online-Zahlungsverfahren - wird höchst unterschiedlich behandelt.

Homebanking-Software: Moneyplex

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Als echter Pedant erweist sich dabei WISO Mein Geld: Der Finanzplaner synchronisiert auch Kreditkartenkonten. Das kann für Kunden der DKB-Bank überaus nützlich sein, die auf Kreditkartenguthaben eine attraktive Verzinsung erhalten. Darüber hinaus lässt sich der aktuelle Status von Kreditlinien, Hypotheken oder Versicherungen abrufen - vorausgesetzt, das Bankhaus unterstützt den Service. StarMoney dehnt hingegen das Finanzmanagement auf Online-Bezahlverfahren und Rabattsysteme aus: So können Anwender den aktuellen Stand von Prepaidkarten laden oder sich über die Meilen freuen, die sie bei der Lufthansa gesammelt haben. Darüber hinaus werden PayPal und Giropay unterstützt. Einzig an Quicken scheint die Entwicklung spurlos vorüber zu ziehen.

Abgerundet wird das Kontensortiment bei allen Anwendungen durch beliebig viele Offline-Konten, die etwa für die Haushaltskasse genutzt werden können. Mit Quicken und WISO Mein Geld lässt sich zudem das private Inventar verwalten.

Professionelle Auswertungen

Wer einen privaten Finanzplaner einsetzt, verspürt den starken Wunsch nach Transparenz. Das Berichtwesen gehört deshalb zu den wichtigsten Programmbereichen. Um aussagekräftige Zahlen zu bekommen, reicht das Herunterladen der Kontoauszüge und die Eingabe von Überweisungen nicht aus. Die einzelnen Vorgänge müssen sortiert werden. Alle Anwendungen arbeiten nach dem Schubladenprinzip. Jedem einzelnen Vorgang wird dabei eine bestimmte Kategorie zugewiesen. So fällt beispielsweise der Einkauf im Supermarkt in die Kategorie Lebensmittel, während die freundliche Überweisung des Arbeitgebers dem Gehalt zuzurechnen ist. Alle Programme werden mit Standard-Kategorien ausgeliefert, deren Umfang angepasst oder erweitert werden kann. Hierarchien helfen, bei umfangreichen Strukturen den Überblick zu behalten. Sind mehrere Ausgabenarten betroffen, sorgen Splittbuchungen für die bequeme Verteilung der Gesamtsumme.

Für regelmäßig wiederkehrende Ereignisse wie Versicherungsprämien oder Mietzahlungen lassen sich Regeln definieren, sodass Anwender gar nicht mehr eingreifen müssen. Der Lohn für die fleißige Datensammlung winkt in Form detaillierter Analysen zu den Einnahmen und Ausgaben. Die Zahlen verraten, woher das Geld kommt und wohin das Geld geflossen ist. Wie ein guter Wein werden die Informationen mit der Zeit immer aussagekräftiger. Erst nach mehreren Monaten oder besser nach mehreren Jahren kann man tatsächlich erkennen, wie sich bestimmte Kostenfaktoren entwickeln.

Die drei großen Pakete geben sich redlich Mühe, den Anwender nicht mit Zahlenfriedhöfen zu langweilen. So informieren Diagramme auf der Startseite über die aktuelle Liquiditätsentwicklung oder die größten Kostenfaktoren. Wer mehr wissen will, kann zum Beispiel verschiedene Zeiträume miteinander vergleichen und daraus die richtigen Schlüsse ziehen. Disziplinierend auf das Ausgabeverhalten wirken Budgets, die den einzelnen Kategorien zugewiesen werden können.

Insgesamt gesehen ist die Abteilung Haushaltscontrolling bei allen Programmen exzellent besetzt. Meist werden deutlich mehr Details geboten, als Normalverbraucher tatsächlich verarbeiten können. Anwender, die auf professionelle Auswertungen besonderen Wert legen, sind mit Quicken am besten bedient. Der Finanzplaner überzeugt vor allem mit einer Vielzahl von Berichten, die sich bis ins kleinste Detail anpassen lassen. Besonders nützlich ist der Finanztacho, bei dem Anwender auf einen Blick erkennen, ob sie sich beim Konsum noch im geplanten Rahmen bewegen.

Welche Zusatzfunktionen die Homebanking-Programme mitbringen, lesen Sie auf der nächsten Seite.

Produkt Buhl Data WISO Mein Geld 2008 Star Finanz StarMoney 6 Lexware Quicken 2008 Baumann+Balk Windata Basic Buhl Data Tax Online-Banking Matrica Moneyplex 2007
Preis ca. 30 Euro ca. 50 Euro ca. 50 Euro ca. 30 Euro ca. 13 Euro ca. 40 Euro
Zahlungsverkehr Kontoauszug ja ja ja ja ja ja
Einzel-/EU-/Terminüberweisung ja/ja/ja ja/ja/ja ja/ja/ja ja/ja/ja ja/nein/ja ja/ja/ja
Lastschriften/Dauerauftrag ja/ja ja/ja ja/ja ja/ja ja/ja nein/ja
Verwaltung von Freistellungsaufträgen ja ja ja nein nein nein
Banking Bargeldkonten ja ja ja nein ja ja
Festgeld-/Tageskonten ja/ja ja/ja ja/ja ja/ja ja/ja ja/ja
Spar-/Darlehenskonten ja/ja ja/ja ja/ja ja/ja ja/ja ja/ja
Kredit-/Geld-/Prepaid-Handykarte ja/ja/ja ja/ja/ja ja/ja/nein ja/nein/ja ja/nein/nein ja/ja/nein
PayPal/eBay ja/ja ja/ja nein/nein nein/nein nein/nein nein/nein
Mobilbanking und mobile Datenerfassung optional optional nein ja nein nein
Geschäftsvorgänge Kategorien/Regeln ja/ja ja/ja ja/ja ja/nein ja/ja ja/ja
Splittbuchungen ja ja ja nein ja ja
Budgets ja ja ja nein nein nein
Dokumentenverwaltung ja ja ja nein nein nein
Datenaustausch Quicken/Datenträgeraustausch/Excel ja/ja/ja ja/ja/ja ja/ja/ja nein/ja/ja nein/ja/nein Import/nein/Import
Steuerprogramme ja ja ja nein ja nein
Bankzugang HBCI/Internet PIN/TAN ja/ja ja/ja ja/ja ja/ja ja/ja ja/ja
HBCI Chipkarte/Diskette/Biometrie ja/ja/ja ja/ja/ja ja/ja/nein ja/ja/ja ja/ja/nein ja/ja/ja
iTAN/mTAN/eTAN ja/nein/nein ja/ja/ja ja/nein/nein ja/ja/ja ja/nein/nein ja/ja/ja
Phishing- und Keyloggerschutz/Datentresor ja/ja ja/nur Pocket eingeschränkt/ja ja/nein ja/nein nein/nein
Reporting Diagramme/eigene Reports ja/ja ja/ja ja/ja ja/nein ja/nein ja/ja
Drilldown auf Einzelbeleg-Ebene ja ja ja ja nein ja
Zeitreihenvergleiche ja ja ja nein nein nein
Budgetplanung/Liquiditätsprognose ja/ja ja/nein ja/ja nein/nein nein/nein nein/nein
Altersvorsorge/Vermögensverwaltung ja ja ja nein nein nein
Service Hotline 0,14 Euro/Min. 0,14 Euro/Min. 1,24 Euro/Min. kostenlos 0,14 Euro/Min. 0,14 Euro/Min.
E-Mail/Foren/FAQs ja/ja/ja ja/ja/ja nein/ja/ja ja/ja/ja ja/ja/ja ja/nein/ja
Laufzeitbegrenzung 1 Jahr für Online-Banking StarMoney 4 wird nicht mehr unterstützt keine keine 1 Jahr für Online-Banking keine
Programmversionen WISO Mein Geld 2008 Professional mit Wertpapierverwaltung und Einnahmen-/Überschussrechnung), USB-Stick-Version StarMoney Pocket (USB-Stick-Version), StarMoney Mobile für Handy/PDA, StarMoney Business für Unternehmen Quicken 2008 Deluxe (mit Steuerplaner und zusätzlichen Rechnern), Quicken 2008 Home & Business (für Kleinunternehmer & Freiberufler) Windata Professional (Zusatzfunktionen für Zahlungsverkehr und Datenexport) keine Moneyplex 2007 Pro (mit erweiterter Wertpapierverwaltung), Moneyplex 2007 Business (mit speziellen Unternehmensfunktionen)

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