Kleine Hilfen für das optimale Foto

Teil 2: Fotos: So gelingen alle Ihre Urlaubsbilder

  1. Fotos: So gelingen alle Ihre Urlaubsbilder
  2. Teil 2: Fotos: So gelingen alle Ihre Urlaubsbilder

Schwaches Display und kein Filtergewinde? Hier die Lösungen!

Der Funktionsumfang einer Kompaktkamera ist in der Regel sehr eingeschränkt. Das Objektiv lässt sich nicht austauschen, am Objektiv fehlt es in der Regel an einem Gewinde für Vorsätze und Filter und die Motivsuche beschränkt sich oft nur auf das Display in der Kamerarückseite. Das Display ist jedoch bei grellen Lichtsituationen kaum zu gebrauchen, weil darauf nichts mehr zu erkennen ist. Im großen Fundus des Fotozubehörs gibt es aber auch dafür pfiffige Lösungen.

Kleine Hilfen für das optimale Foto

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Das Zusatzobjektiv von Hama lässt sich über einen Magnetring am Kamera-Objektiv befestigen.

Da sich bei digitalen Kompaktkameras das Objektiv nicht tauschen lässt, ist man auf Objektivvorsätze angewiesen. Wenn Ihre Kompakte über ein Objektivgewinde verfügt, lassen sich solche Vorsätze einfach anschrauben. Für Kameras ohne Gewinde gibt es beispielsweise von Hama Vorsatzlinsen, die sich per Magnetadapter am Objektiv befestigen lassen. Ein beiliegender Metallring, auf der einen Seite magnetisch, auf der anderen selbsthaftend, wird um die Linse der Kamera geklebt und dient dann als Kontaktpunkt für kompatible Aufsatzlinsen. Diese Adapter gibt es für verschiedene Linsendurchmesser. Am besten, Sie lassen sich im Fotofachgeschäft beraten.

Eine weitere Option, um Filter vor die Kameralinse zu platzieren, bieten Filterhalter, die man am Stativgewinde der Kamera per Schraubverbindung befestigt. In die Halterung lassen sich dann bei Bedarf die verschiedensten Effekt- und Farbfilter einschieben. Ein bewährtes Modell ist der A Digital Filterhalter von der Firma Cokin. Der Filterhalter nimmt sowohl eckige als auch runde Filter auf.

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Bei grellem Licht und fehlendem optischen Sucher kann man sich mit einem Lichtschacht helfen.

Bei starker Sonnenstrahlung und fehlendem optischen Sucher wird die Motivsuche und die Navigation im Kameramenü über das spiegelnde Display schwierig. Hier gibt es im Fachhandel spezielle Lichtschächte, die man um das Display der Kamera anbringt. Diese Lichtschächte verhindern, dass einfallendes Sonnenlicht die Sicht auf das Display beeinträchtigt. Die Lichtschächte gibt es für nahezu alle Displaygrößen. Der digiShield von Kaiser Fototechnik, ein Lichtschacht zum Zusammenklappen, wird per Adapter über das Stativgewinde der Kamera am Gehäuse befestigt. Der Lichtschacht lässt sich bei Bedarf auf dem Adapter verschieben, wenn zum Beispiel das Stativgewinde nicht genau mittig in der Gehäuseunterseite der Kamera integriert ist.

Wie viel Filter braucht der Digitalfotograf?

Ein paar Filter gehören auch in der Zeit von fast perfekten Bildbearbeitungsprogrammen mit großen Effekt- und Filterbibliotheken in die Tasche eines ambitionierten Digitalfotografen. Denn einige Problemfälle lassen sich nur damit lösen.

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Mit einem Skylight-Filter wirken Aufnahmen wärmer, oben ohne Filter, unten mit Filter.

Wie sich Filter an Digitalkameras anbringen lassen, haben wir im vorherigen Abschnitt geklärt. Jetzt geht es um die Frage, was für Filter zur Grundausstattung gehören sollten und wie diese das Bild beeinflussen.

Zur Klasse der Korrekturfilter gehören beispielsweise UV- und Skylightfilter. Sie eignen sich besonders für Aufnahmen in Gebieten mit erhöhter UV-Strahlung (Hochgebirge oder Küstenbereich). Der UV-Filter reduziert den ultravioletten Anteil des Lichts, der bei Landschaftsaufnahmen in der Regel zu blaustichigen Farbsäumen und dunstigen Unschärfen führt. Ganz ähnlich funktioniert der Skylight-Filter. Er sperrt ebenfalls die UV-Strahlung, gibt aber durch seine Einfärbung im Bernsteinton der Aufnahme einen wärmeren Gesamteindruck. Der Strand bekommt beispielsweise statt eines tristen Graus eine schöne gelbliche Färbung, die der menschlichen Vorstellung von einem Sandstrand eher entspricht.

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Die selbe Aufnahme mit Skylight-Filter.

Ein weiterer Korrekturfilter ist der Graufilter. Dieser Filter ist bei sehr hellem Umgebungslicht hilfreich. Je nach Filterstärke reduziert er die Lichtmenge, die auf den Sensor fällt um mehrere Blendenstufen. Typisches Einsatzgebiet sind Motive, die man mittags in einer verschneiten Berglandschaft aufnimmt oder in südlichen Ländern am Strand mit starker Sonneneinstrahlung.

Eine weitere interessante Filterklasse sind die Polfilter. Sie zeigen ihre volle Wirkung bei Sonnenschein, indem sie reflektierendes Licht teilweise oder ganz unterdrücken. Damit lassen sich Spiegelungen und grau schimmernde Reflexe auf allen glatten, nicht metallischen Oberflächen (Spiegel, Glas, Farbflächen, Kunststoff, Wasser etc.) verhindern.

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Ein Polfilter sperrt bestimmte Schwingungen des Lichts. Damit lassen sich Spiegelungen vermeiden.

In der Klasse der Verlauffilter gibt es die unterschiedlichsten Tönungen. Farbige Verläufe wie Tabak, Orange oder Blau schaffen oder verstärken Stimmungen. Ein Orangefilter zaubert beispielsweise die Farbtöne eines Sonnenuntergangs ins Bild, Gelb erfrischt, ein Blaufilter unterkühlt oder technisiert die Bildwirkung, Tabak gibt dem Bild eine melancholische, vergängliche Note.

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Eine große Auswahl findet der experimentierfreudige Fotograf in der Klasse der optischen Effektfilter und Spezialvorsätzen. Dabei sind die Prismen-, Stern- und Ringfilter sowie Weichzeichner und Nahlinsen die bekanntesten Vertreter. Allerdings sollten Sie bei einem Einsatz darauf achten, dass das Bild nicht allzu kitschig wirkt, es sei denn, es ist beabsichtigt. Eine lohnende Anschaffung ist auf alle Fälle eine Nahlinse, auch Makrofilter genannt. Zwar besitzen Digitalkameras und speziell die digitalen Spiegelreflexkameras gute Nahaufnahme-Eigenschaften, aber mit dem Makrofilter geht es noch näher heran. Man sollte hier zu einer Linse mit hoher Dioptrienzahl greifen (sieben oder mehr), um beeindruckende Ergebnisse zu erzielen.

Auf alle Fälle sollten Sie sich mit der Wirkung der Filter vor dem echten Einsatz vertraut machen. Mit einer Digitalkamera ist das ja kein Problem, misslungene Aufnahmen lassen sich sofort löschen. Bei schönen, gelungenen Aufnahmen kann man die wichtigsten Kamera-Einstellungen am PC in den Eigenschaften der Fotodatei (im Exif- Header) noch einmal nachvollziehen.

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Bei langen Belichtungszeiten hilft ein Stativ, verwackelte, unscharfe Fotos zu vermeiden.

Die richtige Speicher- und Strompower

Das wichtigste Fotozubehör für eine Digitalkamera ist die Speicherkarte und die Stromversorgung. Immer größere Bildauflösungen und die schnelle Bildverarbeitung sind auf entsprechende Speichermedien angewiesen, die die aktuellen Kameratechnologie nicht ausbremsen. Weiterhin benötigen aufwändigere Kamerafunktionen starke, stabile und möglichst langlebige Stromlieferanten, beispielsweise schnelle Serienbilder mit Blitz, elektronische Bildstabilisatoren sowie große Vorschaudisplays.

Eine rasante Entwicklung haben in den letzten Jahren die Speicherkarten hinter sich gebracht. Speichergrößen bis 32 GByte sind bereits erhältlich, ein Ende ist noch nicht abzusehen. Dennoch ist nicht jedes Modell, einmal abgesehen von der Speicherkartenart, mit jeder Kamera kompatibel. Deshalb sollten Sie vor dem Kauf einer Speicherkarte genau im Handbuch zur Kamera nachlesen, mit welchen Speicherkarten Ihre Kamera überhaupt zusammenarbeitet und welche Speichergröße pro Karte maximal unterstützt wird. Wenn möglich, sollten Sie Ihrer Kamera immer die neueste Firmware vom Hersteller gönnen. Es kann durchaus sein, dass sich damit auch der Anspruch an das Speichermedium ändert. Die aktuelle Firmware ist in der Regel auf den Support- oder Download-Seiten der Kamerahersteller zu bekommen. Hier erfahren Sie auch, was sich mit der neuen Firmware an der Kamera-Software ändert und wie Sie die Firmware in den Speicher der Kamera überspielen. Welche Firmware zurzeit die Grundfunktionen Ihrer Kamera steuert, erfahren Sie in der Regel in einem Menüpunkt der Kamera-Software. Welcher das ist, entnehmen Sie bitte dem Handbuch zu Ihrer Kamera.

SDHC-Karten von SanDisk mit 16 und 32 GByte vorgestellt

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Bei der Wahl der Speicherkarte ist neben der maximal möglichen Auflösung der Kamera auch Ihr Fotoverhalten wichtig. Wenn es nur um normale Aufnahmen geht, können durchaus Kartenschnäppchen aus dem Supermarkt den Ansprüchen genügen. Wenn sie aber beispielsweise ein Freund von Serienbildern sind, mit dem unkomprimierten RAW-Format arbeiten oder hohe Auflösungen bevorzugen, sollten Sie bei der Speicherkarte auf hohe Übertragungswerte achten. Denn die Übergabe der Fotodatei an die Speicherkarte sollte nicht den gesamten Kamera-internen Verarbeitungsprozess aufhalten. In der Regel sind solche Karten preislich höher angesiedelt und eher im Fotofachhandel als aus dem Supermarkt zu beziehen. Schnelle Speicherkarten gibt es unter anderem von den Herstellern SanDisk und Kingston mit theoretischen Schreibgeschwindigkeiten von etwa 40 Mbit/s. Welche Speichergröße die richtige ist, lässt sich nicht pauschalisieren. Eine natürliche Grenze setzt hier zum einen die bereits erwähnte Kompatibilität zum Kameramodell, andererseits gehen die Meinungen auseinander, ob man lieber mehrere Einzelkarten oder eine einzige Karte mit maximal möglichem Speicherplatz bevorzugt. Hier ist sicher auch das individuelle Fotoverhalten ausschlaggebend. Lagern Sie Ihre Ersatzkarten so, dass ihnen Staub, Hitze und Feuchtigkeit nichts anhaben kann. Kleine verschließbare Plastikboxen liegen in der Regel dem Lieferumfang einer Speicherkarte bei.

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Die neuen und superschnellen Speicherkarten verhindern einen Flaschenhals bei der Speicherung der Fotodateien.

Langjährige Erfahrungen haben bewiesen, dass meist nur die Original-Akkus der Kamerahersteller und einige Markenfabrikate, wie beispielsweise von Varta oder Ansmann, für den hohen Stromverbrauch einer Digitalkamera geeignet sind. In den seltensten Fällen leisten Billig-Akkus das, was sie versprechen. Von Normalbatterien aus dem Supermarkt sollten Sie die Finger lassen. Es kann vorkommen, dass schon nach dem dritten Blitzbild die Leistung erschöpft ist. Lithium-Akkus haben in der Regel eine Lebenszeit von durchschnittlich drei Jahren, egal, ob sie im Einsatz sind oder nicht. Es lohnt sich also nicht, sich ein großes Akku-Lager anzulegen.

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Bei der Stromversorgung sollte man zu Produkten der Kamerahersteller oder zu Markenfabrikaten greifen.

Ein bis zwei komplette Sätze sollten für den Normalgebrauch genügen. Achten Sie darauf, die weit verbreiteten Lithium-Akkus nie vollständig zu entladen. Wenn Sie die Kamera lange nicht verwenden, nehmen Sie die Akkus aus der Kamera, halb oder ganz voll überstehen sie problemlos eine längere Pause. Lithium- Akkus sind normales Verschleißmaterial und können im Durchschnitt nach 100 Ladevorgängen keine Energie mehr speichern. Laden Sie die Zellen deshalb erst, wenn sie leer sind und nicht nach jedem Gebrauch.

Verwenden Sie immer Akkusätze aus gleichen Modellen (Hersteller, Akku-Art, Akku-Leistung) und gleichen Alters. Das schwächste Glied eines Akkusatzes bestimmt die Gesamtleistung. Das kann bei einem Einsatz von verschiedenen Modellen sehr wenig sein.

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