Plattenjongleur

Teil 2: Festplatten und Partitionen im Griff

  1. Festplatten und Partitionen im Griff
  2. Teil 2: Festplatten und Partitionen im Griff

GRUB

Beim Setup eines Linux müssen Sie darauf achten, wo GRUB installiert wird. Viele Linuxe haben z.B. die lästige Angewohnheit, GRUB auf der ersten PATA-Festplatte zu installieren, selbstwenn Sie das System auf einer SATA-Festplatte installiert haben. Und es gibt noch weitere Probleme - nicht umsonst wird das aktuelle GRUB nicht mehr weiterentwickelt, da es laut Aussage der Entwickler einige schwerwiegende Design-Fehler aufweist. GRUB 2, welches die Nachfolge antreten wird, befindet sich allerdings inzwischen seit sechs Jahren in der Entwicklung. Nach offizieller Auskunft soll gegen Ende diesen Jahres ein erstes Feature-Freeze stattfinden. Wenn Sie zwar Ihr System booten können, aber beispielsweise Ihr installiertes Linux nicht zur Auswahl steht, müssen Sie höchstwahrscheinlich GRUB neu installieren. Sie erledigen dies am leichtesten durch das Verwenden einer Live-CD. Starten Sie z.B. Knoppix und öffenen Sie eine Root-Shell. Wenn Ihnen die Partition nicht bekannt ist, auf der das /boot-Verzeichnis liegt, klicken Sie einfach die verschiedenen Festplatten-Icons auf dem Desktop an. Die gesuchte Partition erkennen Sie daran, dass es ein /boot-Verzeichnis mit Kerneldateien, dem Unterverzeichnis /boot/grub und der GRUB-Menüdatei /boot/grub/menu.lst gibt. Falls Sie eine eigene /boot-Partition bei der Installation erstellt haben, enthält diese Partition kein /boot-Verzeichnis - die Kerneldatei und das Unterverzeichnis befinden sich in diesem Fall direkt im Wurzelverzeichnis. Wenn Sie die Partition gefunden haben, klicken Sie das Icon mit der rechten Maustaste an und aktivieren den Schreibzugriff. Gehen wir davon aus, dass die gesuchte Partion /dev/sda3 ist (Grub-Bezeichnung (hd0,2)) und (hd0) für die gesamte Platte sda3 steht, lauten die Befehle:

Festplatten und Partitionen im Griff

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Bei SUSE-Installationen sollten Sie im Expertenmodus kontrollieren, wohin GRUB installiert wird.

GRUB

  • # grub
  • Grub> root (hd0,2)
  • Grub> setup (hd0)
  • Grub> quit

Je nachdem, wie Sie Ihre Festplatten formatiert haben, können sowohl bei den Device- Bezeichnungen wie auch bei den GRUB-Partitionsnamen Löcherentstehen. Mit diesen Informationen und den Hinweisen aus der Tabelle sind Sie in der Lage, GRUB anzupassen. Wenn GRUB beim Booten ohne eine Auswahl stehen bleibt, ist die menu.lstwahrscheinlich fehlerhaft konfiguriert. Starten Sie in diesem Fall die GRUB-Kommandozeile. Sie können durch TAB-Completion eine startfähige Installation herausfinden, indem Sie root ( eingeben und sich durch Druck auf die Tabulatortaste eine Liste aller Möglichkeiten ausgeben lassen. Möchten Sie z.B. GRUB auf die zweite Platte installieren und über die BIOS-Einstellungen mal von der ersten Platte, mal von der zweiten Platte mit Linux booten, können Sie z.B. bei openSUSE 10.3 vor der Installation manuell eingreifen: Gehen Sie in den Installationseinstellungen in die Experten-Ansicht und klicken Sie auf den Eintrag Systemstart. Wählen Sie bei den Bootloader-Einstellungen den Reiter Bootloader-Installation und klicken Sie rechts unten auf den Button Andere. Nach Auswahl von Konfigurationsdateien bearbeiten bekommen Sie Zugriff auf den Inhalt der Dateien /boot/grub/device.map, /boot/grub/menu.lst und /etc/grub.conf. Der Trick: Da sich GRUB die Laufwerksreihenfolge aus der device.map holt, müssen Sie hier beispielsweise nur die Reihenfolge der Laufwerke verändern und die anderen beiden Dateien ggf. entsprechend anpassen. Mehr Infos zu GRUB finden Sie unter .

Festplatten und Partitionen im Griff

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Mit Druck auf die Taste c gelangen Sie bei GRUB auf die Kommandozeile.

Bezeichnung Partition Device-Name
(hd0) Erste Festplatte /dev/hda oder /dev/sda
(hd0,0) Erste Partion der ersten Festplatte /dev/hda1 oder /dev/sda1
(hd2,7) Achte Partition der dritten Festplatte
(fd0) Diskettenlaufwerk

DMA

Die konventionelle Methode, Daten von einer Eingabe-/Ausgabe-Einheit in den Arbeitsspeicher zu transferieren, nutzt die Register des Prozessors zur Zwischenspeicherung. Erst werden die Daten vom Prozessor in sein internes Register eingelesen, um dann in einem weiteren Schritt in den Arbeitsspeicher verschoben zu werden. Für diese Arbeitsweise sind viele Taktschritte notwendig, in denen der Prozessor nicht für die Ausführung anderer Befehle zur Verfügung steht. Dadurch geht diese Methode deutlich zulasten der Ausführungsgeschwindigkeit anderer laufender Programme. Der direkte Speicherzugriff (Direct Memory Access, DMA) ist eine Steuermethodik, die über spezielle Datenleitungen auf dem Motherboard eine Verbindung zwischen I/O-Geräten und dem Arbeitsspeicher herstellt. Dadurch können die Daten ohne Umweg über den Prozessor direkt in den Speicher geschrieben werden. Als Folge wird die Ausführungsgeschwindigkeit laufender Programme nicht negativ beeinflusst, und die Leistungsfähigkeit steigt enorm. UDMA (Abkürzung für Ultra-Direct Memory Access) ist ein Zugriffsprotokoll des ATA-Standards, das festlegt, wie Daten zwischen dem Controller einer ATA-Festplatte und dem Arbeitsspeicher übertragen werden. Es handelt sich um ein Nachfolgeprotokoll des PIO-Modus (Programmed Input/Output).

LBA

Der Begriff Logische Blockadressierung (LBA) bezeichnet eine Adressierungs- Methode bei ATA-Festplatten. Die Blöcke der Festplatte werden hierbei im Gegensatz zur dreidimensionalen Zylinder- Kopf-Sektor-Adressierung (Cylinder Head Sector, CHS) komplett unabhängig von der Festplattengeometrie adressiert. Dabei werden die Blöcke beim LBA-Verfahren einfach gezählt, beginnend mit Null. Jeder LBA-Block entspricht einem einzelnen Sektor der CHS-Adressierung.

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Die menu.lst eines Vista & Ubuntu-Systems. Vista starten Sie mit root (hd0,0), ubuntu mit root (hd0,1).

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