So verhindern Sie geistigen Diebstahl

Teil 2: Duplicate Content

  1. Duplicate Content
  2. Teil 2: Duplicate Content

Erlaubt die Struktur des CMS es Ihnen nicht, Archive mit sich wiederholenden Texten in ein eigenes Verzeichnis zu verlegen und dieses per robots.txt zu blocken, sollten Sie die Möglichkeit prüfen, auf Archivseiten nur Einleitungen oder Teaser-Texte anzuzeigen, die dann auf das Original verlinken. Im Idealfall sind das dann sogar sorgfältig konzipierte und mit den wichtigsten Keywords versehene Textauszüge, die nur diesem Zweck der vereinfachten Archiv- oder Kategorieübersicht dienen und nicht aus dem Originaltext extrahiert werden, die sich wie eigene Inhalte (positiv) ausnehmen können.

Ungünstig auf das Ranking wirken sich immer auch Inhalte aus, die doppelt oder öfter auf mehrere Domains verteilt stehen, sodass ein Crawler pro Site beziehungsweise pro Domain zwar nur eine Version eines Textes findet - diese dafür aber gleich auf mehreren Projekten, ohne dass zusätzlicher Nährwert in Form von Informationen und abgeänderten Beschreibungen ergänzt wurde.

Ganz so, wie es nicht nur bei Affiliate-Programmen, sondern auch bei gestohlenen Texten der Fall ist: Denn nochmals anders sieht die Situation für Site-Betreiber aus, die keinen Einfluss auf die ungewollten Zweitausgaben ihrer Texte nehmen können, weil diese nämlich unautorisiert kopiert wurden und nun andernorts online stehen.

Schöpfungshöhe entscheidet

In solch einem Fall bleibt nichts übrig, als rechtliche Schritte zu ergreifen, um den unautorisierten Duplicate Content wieder aus dem Index zu kriegen, bevor er gar noch in den Suchergebnissen höher steigt als die eigenen Seiten - was schnell passieren kann, wenn der Textdieb ein höheres Ranking auf seiner Domain erzielt als der Bestohlene.

Praxiswissen

© Carola Heine

www.textbroker.de/uncover prüft Texte per Copy & Paste oder mittels URL-Eingabe und überwacht komplette Webprojekte automatisch.

Doch dieses Vorgehen kann teuer und kompliziert werden. Deutsche Gerichte sind sich bisher zumindest darin einig, dass die vollständige Übernahme einer Website unzulässig ist, da die Website in ihrer Gesamtheit bereits ein urheberrechtlich geschütztes Werk im Sinne des Urhebergesetztes darstellt.

Schwieriger wird es aber, wenn nur Teile einer Site gestohlen werden, wie einzelne über Suchmaschinen auffindbare Artikel.

Der auf Online-Recht spezialisierte Rechtsanwalt Dr. Michael Selk geht davon aus, dass es zunächst auf den Umfang des Diebstahls ankommt, wenn man feststellen musste, dass die eigene Website oder Texte ganz oder teilweise kopiert wurden, ob man auf juristischem Wege etwas dagegen unternehmen kann: Bei Sprachwerken ist die individuelle Schöpfungshöhe maßgeblich, rein handwerkliche oder auch inhaltlich eher schlichte Standard-Texte werden vom Gesetz nicht geschützt.

Wenn die benötigte Einzigartigkeit aber gegeben ist, bietet das Urhebergesetz eine Vielzahl von Rechten, die ein Site-Betreiber für sich einsetzen kann. So ist beispielsweise derjenige, der den Inhalt einer Website ohne Zustimmung des Nutzungsrechtsinhabers übernimmt, zur Entfernung der Seiten verpflichtet, ebenso wie zur Abgabe einer vertragsstrafenbewehrten Unterlassungserklärung auf die entsprechende Aufforderung hin.

Außerdem muss er Auskunft über Art und Dauer der Nutzung sowie die erzielten Erlöse erteilen, und zwar bis hin zum Schadensersatz.

Schwierige Beweislage

Die Chancen auf Erfolg vor Gericht gegen einen Content-Dieb hängen trotzdem vom jeweiligen Einzelfall ab, meint Dr. Selk. Oft bestreiten nämlich die Textdiebe, dass der Inhaber einer Website tatsächlich Urheber der dort enthaltenen Inhalte ist. Selbst wenn man anhand der Darlegung der Entstehungsgeschichte einer Website durch Vorlage von Quelldateien und ähnlichem Material die Urheberschaft belegen kann, muss immer auch die besagte Schöpfungshöhe erreicht worden sein, damit Inhalte überhaupt geschützt sind.

Je umfangreicher und ausgefallener, je typischer und individueller der Text, desto größer sind also die Chancen, etwas gegen den doppelt im Netz stehenden Inhalt unternehmen zu können. Um gegen Textdiebstahl und ungewünschte Duplicate Content Versionen der eigenen Texte vorgehen zu können, muss man diese jedoch überhaupt erst einmal bemerken.

Plagiate finden

Online finden sich inzwischen zahlreiche Services, die eine Überwachung unterstützen. Einer der Ersten war , der bereits seit 2004 über die Eingabe der Domain in eine Suchmaske die schnelle Recherche nach Kopien einer Webpräsenz sowie nach Zitaten auf anderen Sites ermöglicht.

Praxiswissen

© Carola Heine

Textguard.de bietet Textern, Autoren, Agenturen und Verlagen leistungsfähige Techniken und Verfahren zur Feststellung von unerlaubten Textkopien im Internet.

Mit dem Copyscape Premium- Account kann man für 5 US-Cent pro Suchvorgang auch nach Kopien von Texten suchen, die bisher noch gar nicht online stehen (sollen) und für eine Gebühr von 4,95 US-Dollar schließlich lässt sich Copysentry by Copyscape buchen, ein Monitoring-Service, der die Ergebnisse seiner Scans nach Duplicate-Content-Vorkommnissen regelmäßig per E-Mail zusendet.

Auch deutschsprachige Dienste wie Textguard drängen inzwischen auf den Markt. Die Angebote umfassen eine Rundumbetreuung bis hin zum Kontaktieren der Content-Diebe und Weiterleitung des Vorfalls an einen Anwalt sowie zahlreiche Plagiatserkennungs-Software. Die bekanntesten Tools testet in unregelmäßigen Abständen die Forschungsgruppe Plagiat der FHTW Berlin .

Newcomer unter den aktuellen Tools ist die Freeware Uncover (Unique Content Verifier) der Content-Plattform Textbroker.de, die "... vor Copyrightverletzungen, Content-Diebstahl und somit auch vor möglichen Sanktionen von Google und Co." bewahren will.

Uncover bietet außerdem aktive Hilfestellung bei der Beseitigung von Bugs, prüft ganze Webprojekte und berücksichtigt Proxy-Einstellmöglichkeiten und die robots.txt-Optionen, sodass sich die eigenen Seiten nicht nur auf unautorisierte Kopien im Suchmaschinenindex prüfen lassen, sondern auch auf Verbesserungspotenzial der Strukturen.

Mit dieser technischen Unterstützung kann man sicherstellen, dass die eigenen Webtexte einzigartig sind - nur wiederholen sollte man die Überprüfung regelmäßig oder, das Monitoring an einen entsprechenden Service auslagern.

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