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Teil 2: Domainhandel

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Interview mit Markus Eggensperger, United Domains

Internet Magazin: Vor allem bei .com-Domains erscheinen die Preise bereits astronomisch. Bei welchen TLDs sehen Sie denn noch Potenzial? Markus Eggensperger: In der Tat muten die Preise insbesondere unter .com überhitzt an. Man kann jedoch den Vergleich zum Immobilienmarkt ziehen und die Auffassung vertreten: Gutes wird im Wert beständig steigen, weil es begehrt ist und immer begehrter wird. Wer sein Investment streuen möchte, wird aber auch bei der Endung .mobi fündig und bei einigen Länderendungen, vor allem der großen Industrienationen und einiger Schwellenländer. Eine Ausnahme macht die Endung .us. Da jedoch landesspezifische Kenntnisse und nicht zuletzt das Wissen um die jeweilige Sprache nützlich sind, sollte man sich hier nicht gleich in die Ferne vorwagen und behutsam vielleicht ein oder zwei europäische Staaten näher ansehen. Auch .eu sollte nicht aus den Augen verloren werden. Hier ist nach einem fulminanten Start etwas Ruhe eingekehrt, doch dürfte .eu als langfristiges Investment interessant sein.

Domainhandel

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Markus Eggensperger ist einer der Gründer der United Domains AG und Spezialist für Domainhandel.

IM: Wo sehen Sie bei .com und .de die nächsten Entwicklungsschritte? Eggensperger: Nach meiner Überzeugung werden sehr gute Domain-Namen unter .com und auch unter .de weiter an Wert gewinnen. Echtes Marktvolumen sehe ich jedoch im moderateren Bereich von 200 bis 2.000 Euro. Wenn dieser Bereich in den USA an Fahrt gewinnt und in Deutschland in Gang kommt, dann wäre dies ein echter Fortschritt, vielleicht sogar der nächste echte Boom nach der ersten Landnahme durch Neuregistrierungen vor 10 bis 12 Jahren und dem Entstehen des Secondary Market vor 4 bis 6 Jahren. Als eine wesentliche Voraussetzung dafür sehe ich jedoch, dass die Verkäufer ihr Angebot mit konkreten und vernünftigen Preisvorstellungen benennen. Solange dort nicht mehr Mut entsteht, wird der Markt sich selbst hemmen.

IM: Welche Punkte sind beim Domainhandel besonders zu beachten? Eggensperger: Zum einen sicher eine vernünftige Verhandlungsbasis zu wählen, was natürlich leichter gesagt als getan ist - nur sollte insbesondere dem Verkäufer klar sein, ob er sich denn von seiner Domain auch wirklich zu einem realistischen Preis trennen möchte. Andernfalls werden Verkaufsverhandlungen nur zu einem Katz- und Maus-Spiel. Bei der Abwicklung selbst besteht stets das Zug-um-Zug-Problem. Hier kann im Zweifel ein Treuhänder (Escrow) eingeschaltet werden. Selbstverständlich sollten die zwischen den Parteien besprochenen Dinge, die ihnen wichtig sind, in einer schriftlichen Vereinbarung fixiert werden. Professionelle Anbieter von Domain-Namen räumen hier sicher weniger Spielraum ein und haben oft dezidiert verfasste Verkaufsbedingungen, die eine schnelle Abwicklung ermöglichen. Diese sollte der Käufer aufmerksam lesen. Den Beteiligten muss klar sein: Vollkommen ungeregelte Transaktionen sind risikobehaftet.

IM: Welche Fehler werden häufig im Zusammenhang mit Domains begangen? Eggensperger: Gerne werden Domains überstürzt und wahllos registriert, weil die Preise am Erstmarkt günstig sind. Hier sollte man nicht zahllos Domains registrieren, die dann vielleicht auch noch Rechte Dritter verletzen. Andererseits wird zu schwerfällig verkauft. Die Verkaufsprozesse dauern viel zu lange. Hier wünscht man sich beherzteres und professionell schnelleres Agieren. Zum Beispiel sollten Kaufanfragen innerhalb spätestens eines Werktages beantwortet werden können. Wer hier taktiert, tut sich meines Erachtens letztlich keinen Gefallen.

IM: Können Sie ein paar Beispiele der teuersten Domainverkäufe der letzten Zeit nennen? Eggensperger: 2007 kosteten Porn.com 9.5 Millionen US-Dollar, computer.com 2,1 Millionen US-Dollar und poker.de knapp 1 Millionen US-Dollar. 2008 erzielte cruises.co.uk 1,1 Millionen US-Dollar. Aber auch andere Endungen weisen Spitzenpreise auf: job.at erzielte knapp 600.000 US-Dollar und poker.mobi immerhin schon 150.000 US-Dollar. Da vor allem beim Käufer oft kein Interesse an einer Veröffentlichung der Kaufpreise besteht, dürfte die Dunkelziffer besonders bei den ganz großen Domain-Transaktionen erheblich sein.

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