DIVX mit DVD-Komfort

Teil 2: DivX-Videos mit interaktiven Menüs

DivXMux bewerkstelligt zwar das Multiplexen der einzelnen Dateien, setzt aber voraus, dass die Dateien bereits im passenden Format vorliegen - das DivX-Media-Format ist bislang auf das Home-Theater-Profil beschränkt. Ansonsten gilt: Für Menüs stehen die Auflösungen 320 x 240 bis 640 x 480 Bildpunkte für Videos im 4:3-Format sowie 320 x 180 bis 720 x 404 Bildpunkte für Videos im 16:9-Formate zur Auswahl. Menü- Hintergrundvideos sowie die einzelnen Titel müssen entweder als AVI- oder DIVX-Containerdatei vorliegen. Als FourCC-Einträge werden DIVX, DX50 und XVID unterstützt. Audiodateien müssen im MP3-, MP2- oder AC3-Format vorliegen, Untertitelspuren entweder als separate SRT-Dateien (SubRip), TXT-Dateien (DivX Subtitle Linker Text File) oder in multiplexter Form als Bestandteil einer DivX-Datei. Ebenso gilt es, die benötigten Subpictures mit einem geeigneten Grafikprogramm zu erstellen. Die Implementierung lehnt sich weitgehend an den Video-DVD-Standard an: Subpictures werden als Bitmaps mit einer Farbtiefe von 2-Bit gespeichert, sodassmaximal vier unterschiedliche Farben möglich sind. Als Vorlage dienen Bitmaps mit einer Farbtiefe von acht Bit. Dementsprechend ist darauf zu achten, dass jeweils nur die ersten vier der sechzehn möglichen Farben in der zugehörigen Farbindextabelle verwendet werden. Wie bei der Video-DVD werden die Farben desOriginal-Bitmaps anhand einer Indextabelle gemappt. Die Zuordnung der Farben ist in der DivX Subtitle Linker Text-Datei festgelegt. Der erste Eintrag der Farbindextabelle ist für den Transparenz-Kanal reserviert. Die für Menüs verwendeten Bitmaps (für jeden Button eine) müssen - im Gegensatz zu Bitmaps für Untertitel - die gleiche Auflösung wie das jeweilige Hintergrundvideo aufweisen. Zusätzlich muss die Auflösung ein Vielfaches von zwei betragen.

DivX-Videos mit interaktiven Menüs

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Welcher Text in den Kontextmenüs der Player-Steuerung bei der direkten Auswahl von Menü-, Untertitel-, Tonspuren oder Kapiteln angezeigt wird, ist in der Translation Table festgelegt.

Die im DivX Subtitle Linker Text enthaltenen Zeitangaben im Format hh:mm:ss:mm, die das Ein- beziehungsweise Ausblenden der Bitmaps steuern, werden bei Menü-Subpictures nicht ausgewertet, sondern intern auf eine Länge von 1 Frame gesetzt. Die den Zeitangaben angefügten Positionskoordinaten beginnen bei Menü-Subpictures immer in der linken oberen Ecke (0,0) und erstrecken sich über die volle Auflösung des Hintergrundvideos. Dem folgenden kleinen Beispiel für eine DivX-Subtitle-Linker-Text-Datei liegt ein Hintergrundvideo im 4:3-Format mit einer Auflösung von 640 x 480 Bildpunkten zu Grunde. Die Bitmaps (1.bmp, 2.bmp) sind schwarzweiß gehalten. Der erste Eintrag in der Farbindextabelle der Bitmaps trägt den Wert 255,255,255 (weiß), die folgenden drei Einträge tragen jeweils den Wert 0,0,0 (schwarz). Die erste Farbe im Index der Original- Bitmap wird mit folgendem Skript im Menü dem Transparenzkanal zugeordnet, die folgenden drei (in unserem Fall schwarz) rot dargestellt:

0 = (0,0,0) 
1 = (255,0,0) 
2 = (255,0,0) 
3 = (255,0,0) 
SUBPALETTE (0 1 2 3) 
00:00:00.000 00:00:00.000 "1.bmp"(0 0 639 479) 
00:00:01.000 00:00:01.000 "2.bmp"(0 0 639 479)

Die Menü-Assets und der DivX Subtitle Linker Text allein reichen noch nicht aus, um daraus mittels DivXMux ein komplettes Menü zu erzeugen. Dazu bedarf es weiterer Informationen beispielsweise zur Menü-Navigation und den jeweils auf den Menüseiten aktiven Auswahl- respektive Button-Bereichen. Diese Informationen sind in einer speziellen XML-Datei festgehalten, die es zu erstellen gilt.

Für das Verständnis von Aufbau und Syntax der XML-Datei ist es hilfreich, die einzelnen Kommandos anhand eines kleinen Beispiel- Listings Schritt für Schritt durchzugehen - das gesamte Listing finden Sie am Ende des Artikels. Das Listing beschränkt sich auf das Wesentliche, sprich: zwei Titel, ein Hauptmenü sowie entsprechenden Auswahl-Buttons. Die erste Zeile der XML-Datei ist für den DivXMediaManager-Header reserviert. Dieser enthält Angaben zur bevorzugten Landessprache der Menüs sowie Versionsinformationen zur verwendeten XML-Version. Jedes XML-Objekt erhält zudem eine eindeutige Kennung in Form einer Zahl (objectID="..."). Im Anschluss an den Header folgt der TranslationTable- Abschnitt. Hier wird den einzelnen MediaTracks, also den eigentlichen Filmen, die später auch direkt über die Kontextmenüs des Player-Steuerung auswählbar sein sollen, eine Landessprache, in unserem Fall deutsch (languageCode="de"), zugeordnet sowie ein entsprechender Kontextmenü- Eintrag (value="...") festgelegt.

Der nächste Abschnitt (<Media...>) referenziert unter <MenuTracks...> zunächst das Menü- Hintergrundvideo, in unserem Beispiel die Datei Menue-Vorstufe.divx. Wie der Dateiname schon andeutet, handelt es sich bei dem Video nicht um das Original-Hintergrundvideo, sondern um eine mittels DivXMux gemultiplexte Version, die neben den Videodaten bereits die Menü-Subpictures enthält. Dieses auch als Menu Building Block bezeichnete Zwischenformat liegt zwar als DivX-Containerdatei vor, lässt sich aber nicht wie eine herkömmliche Videodatei abspielen, doch dazu an späterer Stelle mehr. MediaTrack-Objekte, also auch das gemultiplexte Menü-Hintergrundvideo samt der enthaltenen Subpictures, sind jeweils durch mehrere Parameter näher definiert. Zu den obligatorischen Angaben zählen neben der Referenzierung der Medienquelle (media- SourceID="...") sowie einer zusätzlichen trackID bestehend aus einem frei wählbaren Zahlen- und Buchstabenpaar Angaben zum Start- und Endpunkt (startFrame="..."; end- Frame="...") respektive startTime="..."/ end- Time="..." bei Audioquellen sowie der jeweilige Medientyp (type="..."). Letzterer unterscheidet zwischen video, audio und subtitle. Bei Titeln und Untertitelspuren kommt noch das entsprechende translationLookupIDAttribut hinzu.

DivX-Videos mit interaktiven Menüs

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BAT-Datei: Zum Erstellen der finalen DivX-Media-Format-Datei bedarf es nur zweier Befehle.

In den beiden folgenden Unterabschnitten (<Title...>...</Title>) ist jeweils ein Videotitel referenziert inklusive Parameterangaben zu den Standard-Audio- und Untertitelspuren (defaultAudioTrack="..."; defaultSubtitle- Track="..."). Die jeweils als separate Media- Tracks zu importierenden Video- und Audiospuren müssen zudem als Kapitel, also in ein Chapter-Objekt eingeschlossen, eingefügt werden.

Der letzte Abschnitt (<LangugageMenus...>...</ LanguageMenus>) widmet sich den verschiedenen Menüebenen und Navigationsstrukturen. Die einzelnen Menüebenen bilden jeweils einen separaten DivXMedia- Menu-Abschnitt. Darin eingebettet findet sich an oberster Stelle der Syntax-Hierarchie das ButtonMenu, dass die zugehörigen Subpictures referenziert (overlayID="..."), sowie die jeweils vorgesehenen Naviagtionsmöglichkeiten, namentlich selectAction, left- Action, rightAction, upAction sowie downAction. Die angegebenen Ziel-IDs verweisen entweder auf ein weiteres ButtonMenu oder aktivieren ein Action-Objekt. Letzteres bietet vielfältige Möglichkeiten, angefangen vom Abspielen eines Titels (PlayAction) über die die Anwahl spezifischer Untertiteloder Audiospuren (SubtitleSelectAction, AudioSelectAction) bis hin zum Starten von Menü- Übergängen (MenuTransitionAction, ButtonTransitionAction). Das MenuRectangle- Objekt definiert jeweils den aktiven Auswahlbereich für die späteren Menü-Button-Schaltflächen. Das zum Schluss eingefügte Menu- TransitionAction-Objekt bewirkt in Verbindung mit der im DivXMediaMenu festgelegten exitAction, dass das Hintergrundvideo in einer Schleife wiedergegeben wird.

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