Die Top 10 der Kartellstrafen

Teil 2: Die zehn höchsten Kartellstrafen - von Autoglas bis Reißverschluss

  1. Die zehn höchsten Kartellstrafen - von Autoglas bis Reißverschluss
  2. Teil 2: Die zehn höchsten Kartellstrafen - von Autoglas bis Reißverschluss

Platz 6: Das Wachs-Kartell

Haben Sie sich in den vergangenen Jahren über die Preise von Kerzen, Kaugummi oder Klebstoff geärgert? Kein Wunder, Sie waren das Opfer eines Kartells für Kunstwachs und Paraffin. Das Rohöl-Abfallprodukt steckt in vielen Alltagsprodukten, sein Preis und wurde gleich 14 Jahre lang von neun Unternehmen künstlich bestimmt. 676 Millionen Euro verhängte die EU Ende 2008 deshalb an Strafen.

Platz 7: Das LCD-Kartell

2008 bekannten sich die Panel-Hersteller Sharp, LG Display und Chunghwa Picture Tubes zu unerlaubten Preisabsprachen. Daraufhin verhängte das US-Justizministerium eine Strafe von insgesamt rund 585 Millionen Dollar. Der Löwenanteil fiel mit rund 400 Millionen Dollar an LG. Displays der beteiligten Hersteller sind vom Handy übers Notebook bis hin zum Fernseher praktisch überall zu finden. Betroffen von den Preisabsprachen sollen unter anderem Dell, Motorola und Apple gewesen sein.

CES 2009Sharp-Stand

© Archiv

Platz 8: Das französische Mobilfunk-Kartell

Im Dezember 2005 verhängte die französische Kartellbehörde gegen drei Mobilfunkunternehmen Strafen in Höhe von insgesamt 534 Millionen Euro. Orange, SFR und Bouygues Telecom hatten von 1997 bis 2003 unerlaubt Daten ausgetauscht, das Preisniveau künstlich stabil gehalten und sich über Marktanteile verständigt. Da die drei Unternehmen bis 2003 unter sich waren und noch bis 2008 99 Prozent des Mobilfunkmarktes in Frankreich beherrschten, mussten unsere Nachbarn unnötig viel für ihre Telefoniererei bezahlen.

Platz 9: Das Fensterglas-Kartell

486 Millionen Euro mussten vier Hersteller von Flachglas (z.B. für Fenster) an Strafe zahlen. Dazu verurteilte Sie die EU-Kommission 2007. Die Unternehmen hatten 2004 bis 2005 heimlich Preiserhöhungen vereinbart. Sie ahnen es: Drei der vier Firmen wuschen sich nicht nur im Flachglas-Business gegenseitig die Hände, sondern mischten auch beim Autoglas-Kartell munter mit.

Platz 10: Das Reißverschluss-Kartell

Schon mal bei Ihren Klamotten die Reißverschlüsse begutachtet? Garantiert steht bei einem "YKK" drauf. Ein japanisches Unternehmen, das beim Reißverschluss-Kartell federführend war und zusammen mit sechs anderen Unternehmen 2007 deshalb 328 Millionen Euro Strafe zahlen musste. Die Firmen hatten ebenso friedlich wie unerlaubt über Preiserhöhungen abgestimmt, Mindestpreise vereinbart sowie Märkte unter sich aufgeteilt.

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