Partitionieren, mounten und mehr

Teil 2: Dateisysteme unter Linux

  1. Dateisysteme unter Linux
  2. Teil 2: Dateisysteme unter Linux

Die gewöhnlichen Unix-Rechte, wie sie im vorigen Abschnitt beschrieben wurden, ermöglichen nur rudimentäre Zugriffskontrolle. Deswegen wurden inzwischen in allen Linux- Dateisystemen so genannte Access Control Lists (ACLs) eingeführt. Sie ermöglichen, beliebig festzulegen, welcher User mit einer Datei was tun darf.

Hilfreich hierbei sind uns die Befehle setfacl und getfacl (enthalten im Paket acl, das jedoch üblicherweise bereits installiert sein sollte). Wollen wir etwa dem Benutzer tux Lese- und Schreibzugriff auf die Datei test.txt geben, sähe der Befehl folgendermaßen aus:

setfacl -m u:tux:rw test.txt

Der Befehl getfacl zeigt sämtliche Zugriffsrechte einer Datei detailliert an. ACLs bieten jedoch noch weit mehr. So können wir etwa einem Verzeichnis eine Default-ACL geben, die dann auf alle in diesem Verzeichnis angelegten Dateien vererbt wird:

setfacl -m default:u:tux:rw verz

Partitionierung mit qtparted

Das Partitionieren und Verwalten von Dateisystemen erfolgt mit einer Vielzahl Tools, fast jede beliebige Operation (Dateisysteme/Partitionen vergrößern und verkleinern) ist damit möglich, jedoch häufig sehr komplex. Ein komfortables Frontend hierfür ist das Programm qtparted (http://qtparted.sf.net): qtparted ermöglicht das Verkleinern vorhandener Windows-Partitionen (NTFS und FAT32), auch wenn diese stark fragmentiert sind. Nützlich, um für eine Linux-Installation Platz zu schaffen.

Dateisysteme unter Linux

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Der Volume Manager von ext2fsd: Welche Partition wird welchem Laufwerksbuchstaben unter Windows zugeordnet.

qtparted lässt sich auch von einer Live-CD starten, etwa einer Knoppix oder der System-Rescue-CD: www.knoppix.de; www.sys resccd.org Damit ist es möglich, qtparted ohne vorhandenes Linux-System zu nutzen. Außerdem finden Sie mit GParted Live-CD auf unserer Heft-DVD noch eine nur Mini-Linux-Variante mit rund 30 MByte, die sich auf einen USB-Stick installieren lässt.

Dateien im Netz: Samba und NFS

Will man Dateisysteme über ein Netzwerk verfügbar machen, stehen uns verschiedene Netzwerkdateisysteme zur Verfügung. Das Linux-eigene Dateisystem NFS ist die erste Wahl, wenn man in einer reinen Linux-Umgebung arbeitet. Samba bietet die Möglichkeit, Windows-Freigaben zu nutzen und selbst Dateisysteme für Windows-Rechner freizugeben. Jedoch ermöglicht Samba nicht die Verwendung von Unix-Zugriffsrechten. Samba-Freigaben werden in der Datei /etc/samba/smb.conf eingerichtet. Eine einfache Freigabe sähe etwa so aus:

Dateisysteme unter Linux

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Direkt mit dem Windows Explorer auf einem Linux-Dateisystem ? dank ext2fsd.
[myshare]
comment = Meine freigegebenen Dateien 
path = /home/tux/shared 
guest ok = yes 
writable = no

Hier wird das Verzeichnis /home/tux/shared freigegeben, Gast-Logins (ohne Passwort) sind erlaubt, und Schreibzugriff auf das Verzeichnis wird unterbunden. Zur Nutzung von Samba muss der Dienst samba über den runlevel- Mechanismus gestartet werden, dies ist je nach Distribution unterschiedlich.

Nehmen wir an, der Rechner mit obiger Einstellung besitzt die IP 192.168.0.10. Um dieses freigegebene Verzeichnis nun von einem anderen Rechner im Netzwerk zu mounten, hilft uns folgender Befehl:

mount -t smbfs //192.168.0.10/myshare
/mnt/share

Mit -t smbfs geben wir an, dass es sich um ein Samba-Dateisystem handelt, anschließend //Host/Freigabe und anschließend wie gewohnt den Mountpoint. Die Konfiguration für das Linux-eigene NFS erfolgt in der Datei /etc/exports, ein Eintrag sieht folgendermaßen aus:

/home/tux *(rw,async)

Zu Beginn steht das freigegebene Verzeichnis, danach die Hosts, die darauf zugreifen dürfen (* bedeutet jeder darf darauf zugreifen), anschließend in Klammer einige Optionen (rw für Lese- und Schreibzugriff, async für asynchronen/gecachten Zugriff). Die Dienste nfs und portmap müssen zur Nutzung von nfs laufen. Der Mount-Befehl für NFS-Freigaben sieht folgendermaßen aus:

mount -t nfs 192.168.0.10:/home/tux
/mnt/tux

Wie gewohnt wird mit -t nfs das Dateisystem angegeben, anschließend Host:/Verzeichnis, anschließend der Mountpoint.

Auf Linux-Dateisysteme von Windows zugreifen

Verschiedene Tools ermöglichen es, auch von Windows-Systemen auf Linux-Dateisysteme zuzugreifen. Dabei gibt es einmal Tools, die einen Zugriff auf das Dateisystem ermöglichen und zum anderen direkte Dateisystemtreiber, mit denen Linuxpartitionen im normalen Windows-Explorer zugreifbar werden.

Dateisysteme unter Linux

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explore2fs kann erst in der Beta-Version auch schreibend auf ext2-/-3-Partitionen und ReiserFS zugreifen.

Ein simples Tool für den Zugriff auf ext2-/-3-Partitionen ist explore2fs, welches auch auf älteren Windows-Versionen (95, 98, ME) läuft: www.chrysocome.net/explore2fs. Es ermöglicht in der aktuellen stabilen Version jedoch nur lesenden Zugriff auf ext2-/-3-Dateisysteme. Die Beta-Version 0.3 unterstützt einiges mehr, jedoch sollte man diese nicht einsetzen, um auf wichtige Daten zuzugreifen. Hier ist Lese- und Schreibzugriff auf ext2-/-3 möglich, ebenso Lesezugriff auf ReiserFS.

Einen anderen Ansatz wählt ext2fsd. Es handelt sich hierbei nicht um ein Tool, sondern einen Dateisystemtreiber, der Linux-Partitionen direkt als Laufwerksbuchstaben einbindet: http://ext2fsd.sf.net. Hier kann mithilfe des Volume Managers angegeben werden, welche Partition welchem Laufwerksbuchstaben zugeordnet werden soll. Anschließend steht diese im normalen Windows-Explorer zur Verfügung. ext2fsd unterstützt Lese- und Schreibzugriffe auf ext2-/-3-Partitionen. Es benötigt jedoch mindestens Windows 2000 oder XP.

Es existieren noch weitere Möglichkeiten unter www.crossmeta.com; www.fsdriver. org, auf die wir hier aber nicht eingehen.

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