Einfach vernetzt

Media Server, Fernzugriff und Datensicherung

Freigaben und Beschränkungen

Das Verbindungs-Tool erlaubt den direkten Zugriff auf bereits vorhandene Verzeichnisse auf dem NAS und bietet außerdem den Zugang via Browser zur Benutzeroberfläche des NAS. Die hier abgefragten Zugangsdaten stehen in der Regel im beiliegenden Schnell-Installationsheftchen; "schlimmstenfalls" müssen sie dem meist als PDF-Datei vorliegenden Handbuch entnommen werden.

Buffalos Tool NAS Navigator

© Michael Seemann

Buffalos Tool NAS Navigator bietet raschen Zugriff auf die Weboberläche des NAS.

In der Benutzeroberfläche eines NAS finden sich verschiedene Einstellungsmöglichkeiten, zum Beispiel die Anlage von neuen Ordnern (so genannten "Shares"), die Benutzer- und Zugriffsverwaltung sowie das Starten und Konfigurieren von Diensten oder Wartungseinstellungen.

Hier lässt sich einstellen, ob ein Ordner oder "Share" für jeden Anwender im Heimnetz nutzbar ist, oder ob nur bestimmte Anwender mittels Passwort darauf zugreifen dürfen. Außerdem sollte sich hier einstellen lassen, ob die Inhalte bestimmter Shares schreibgeschützt sind oder verändert werden dürfen. So lassen sich bereits alle wichtigen Dokumente, ebenso wie Fotos, MP3s und selbst Filmdateien, in verschiedenen Shares ablegen. Jeder Anwender kann dann von jedem beliebigen Rechner im Heimnetz auf diese Netzwerkordner zugreifen, deren Inhalte kopieren, vervollständigen oder aktualisieren. Shares, deren Inhalte nicht für die Kinder bestimmt sind oder auf keinen Fall gelöscht werden dürfen, lassen sich in der Ordnerverwaltung der NAS-Benutzeroberfläche mit einem Zugangsschutz versehen.

Media Server

Vor einigen Jahren noch eine Besonderheit, hat heute beinahe jedes NAS für den Heimbereich einen so genannten Media Server integriert. Ein Media Server kann Musik, Fotos oder Videos auf dem NAS so aufbereiten, dass die Dateien von speziellen Wiedergabegeräten, so genannten Media- oder Streaming-Clients, über das Heimnetz abgespielt oder "gestreamt" werden können. Solche Media Clients werden im Handel beispielsweise als Webradios oder netzwerkfähige Media Player angeboten. Sie können also Ihre gesamte Musiksammlung auf Ihr NAS speichern und über ein Webradio überall im Haus wiedergeben. Dazu müssen Sie nur auf Ihrem NAS den Media Server aktivieren und eventuell noch das Verzeichnis angeben, in welchem Sie Ihre Musikdateien abgelegt haben.

Ein netzwerkfähiger Media Player überträgt neben Musik auch Fotos und Videos von Ihrer Netzwerkfestplatte im Heimnetz auf einen beliebigen Fernseher, an den Sie den Player angeschlossen haben.

Neueste, hochpreisige Fernseher oder AVReceiver haben derartige Streaming-Clients bereits integriert und sind zudem mit einem Netzwerkanschluss ausgestattet. Diese Geräte können Videos, Musik oder Fotos bereits direkt aus dem Heimnetz wiedergeben.

Im Zusammenhang mit dem Begriff Media Server finden sich auf den Geräteverpackungen häufig die Begriffe UPnP AV oder DLNA. Dabei handelt es sich um Übertragungsstandards, auf die sich die Hardware-Hersteller beim Streamen von Mediadateien übers Netzwerk geeinigt haben. Der aktuellere Standard DLNA basiert auf dem UPnPAV-Standard; UPnP-AV- und DLNA-zertifizierte Geräte sind in der Regel kompatibel. Einer der größten Vorteile dieser Übertragungsstandards liegt darin, dass die Wiedergabe von Videos, Musik oder Fotos aus dem Heimnetz auch erfolgen kann, wenn PCs oder Notebooks nicht eingeschaltet sind.

Fernzugriff

Eine weitere Anwendung, die im Zusammenhang mit Netzwerkfestplatten immer häufiger angeboten wird, ist der Fernzugriff, sprich der Zugriff auf bestimmte Ordner des NAS von außerhalb. Ein Beispiel: Sie sitzen am Arbeitsplatz oder bei einem Bekannten vor einem beliebigen Rechner mit Online-Zugang und benötigen dringend eine Datei, die zu Hause auf Ihrem NAS liegt.

Sitecoms Home Storage Center

© Michael Seemann

Sitecoms Home Storage Center lässt sich problemlos mit einer zweiten Festplatte zur Datenspiegelung über RAID 1 nachrüsten.

Grundsätzlich lässt sich der Fernzugriff über jedes NAS einrichten, das über einen FTP Zugang verfügt. Allerdings sind hierzu bestimmte Einstellungen im Heimnetz-Router, so genannte Port-Weiterleitungen, erforderlich, die den Durchschnittsanwender rasch überfordern können. Außerdem muss eine dynamische DNS-Weiterleitung im Router eingerichtet werden. Und schließlich ist der Zugriff über FTP nicht besonders komfortabel, da FTP allein auf das schnelle Übertragen von Dateien entwickelt wurde - und beispielsweise keine Dateivorschau bietet.

Mittlerweile bieten einige NAS-Hersteller spezielle Dienste im Internet an, die nach einer Online-Registrierung den Zugriff auf das NAS im Heimnetz erheblich einfacher und vor allem komfortabler gestalten. Veränderungen in den Router-Einstellungen sind hierzu in der Regel dann nicht mehr nötig. Der Zugriff auf die Ordner im NAS erfolgt dabei meist über ein Browser-Fenster, Bilderordner lassen sich als Vorschau betrachten, Musik- und Videodateien häufig sogar direkt im Browser abspielen. Allerdings hängt die Übertragungsgeschwindigkeit ganz entscheidend von der Bandbreite des Online-Zugangs im Heimnetz ab.

Datensicherung

Vor allem weil viele gemeinsam genutzte Datenbestände auf dem NAS lagern, und häufig auch das NAS selbst über mitgelieferte Backup-Tools als Datensicherung genutzt wird, sollten zumindest die wichtigsten Ordner auf der Netzwerkfestplatte zusätzlich gesichert werden. Gibt nämlich die interne Festplatte ihren Geist auf, sind alle Daten auf dem NAS meist rettungslos verloren. Zur Sicherung der Daten auf dem NAS bieten sich zwei Strategien an: NAS-Geräte ab zwei Festplatteneinschüben erlauben in der Regel eine unkomplizierte Sicherungsmethode mittels Datenspiegelung, was auch als RAID-1-Modus bezeichnet wird. Hierbei wird der Inhalt der einen Platte automatisch auf die zweite interne Festplatte gespiegelt.

Fällt eine der beiden Festplatten aus, sind alle Daten trotzdem vollständig auf der zweiten Platte gesichert. Der Nachteil dieser Methode: Bei zwei eingebauten 1-TByte-Laufwerken, also insgesamt 2 TByte Speicher, lässt sich nur 1 TByte als effektiver Datenspeicher nutzen, da die zweite Platte allein zur Datensicherung benötigt wird. Doch gibt es auch alternative Möglichkeiten, bei denen sich nur die gewünschten Ordner sichern lassen. So können Sie beispielsweise externe Festplatten per USB an das NAS anschließen und als Backup-Laufwerk verwenden. Die Link Station Pro von Buffalo, die ja nur mit einer internen Platte aufgestattet ist, bietet diese Möglichkeit. Dafür ist die Sicherung auf eine angeschlossene externe Festplatte nicht ganz so komfortabel wie die RAID-Methode.

Auf den nächsten drei Seiten finden Sie die Tests der Buffalo Link Station Pro 1 TB, der Netgear Stora MS2110 und des Sitecom Home Storage Center...

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