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Teil 2: Aktuelle E-Payment-Systeme

  1. Aktuelle E-Payment-Systeme
  2. Teil 2: Aktuelle E-Payment-Systeme

PayPal und Co sind nicht erste Wahl, wenn vor allem Kleinbeträge bezahlt werden sollen. Viele im Internet beziehbaren Waren und Dienstleistungen kosten wenig. Für downloadbare Zeitungsartikel, Videoclips oder Musikstücke sind meist wenige Cent, allenfalls ein paar Euro fällig. Für diese Kleinbeträge unter 10 Euro ist die Bezahlung via Kreditkarte oder mittels der anderen klassischen Verfahren nicht kostendeckend abzuwickeln.

Aktuelle E-Payment-Systeme

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Bei Giropay wird der Kunde zum Server seiner Bank weitergeleitet.

In diesem Segment der Kleinstbeträge haben sich Mikro-Payment-Systeme etabliert. Contentanbieter, die kostenpflichtige Inhalte wie Dokumente, Videos, Musik oder Ähnliches anbieten, können damit schnell und unkompliziert die Kosten eintreiben.

Weit verbreitet ist das Payment-System von Firstgate, das sich neuerdings ClickandBuy nennt. Es wird z.B. von der Stiftung Warentest oder der Deutschen Post genutzt. Der Bezahl-Dienstleister tritt hier als Inkassostelle auf: Er sammelt für seine Kunden, die Händler, die anfallenden, geringen Einkaufsbeträge ein und zieht die Gesamtsumme beim Käufer einmal im Monat ein. Abgerechnet werden Beträge zwischen 10 Cent und 10 Euro.

Auch ClickandBuy ist mit wenig Aufwand nutzbar: Der Kunde muss sich anmelden und eine Bankverbindung oder Kreditkarte angeben. Kauft er über einen bei Firstgate registrierten Händler, wird er auf die Firstgate-Seite weitergeleitet, gibt sein Passwort ein, bestätigt den Kauf und kann den Artikel oder das Musikstück sofort downloaden. ClickandBuy sammelt seine Rechnungen und zieht das Geld monatlich per Lastschrift oder Belastung der Kreditkarte ein.

Der große Nachteil von Firstgate sind die happigen Provisionen, die der Händler abführen muss. Zum Grundpreis von 5 Euro im Monat kassiert Firstgate im Basic-Account je nach Umsatzhöhe zwischen 25 und 35 Prozent des Umsatzes bei Tarifierung bis 5 Euro vom Shopbetreiber. Für größere Beträge bietet Firstgate übrigens auch ein Guthabensystem an, das dem von Moneybookers entspricht.

Payment-System ClickandBuy Giropay MicroMoney Moneybookers PayPal
Anbieter Firstgate Postbank, Sparkassen, Genossensch.banken Deutsche Telekom AG Moneybookers Ltd. PayPal Inc
URL www.clickandbuy.com www.giropay.de www.micromoney.de www.moneybookers.de www.paypal.de
Geeignet für Mikro-Payments Größere Beträge Micro-Payments Größere Beträge Größere Beträge
Anmeldung nötig Ja Ja Nein Ja Ja
Gebühren Käufer keine Keine Keine Ja. Z.B. Konto aufladen mit Kreditkarte: 1,9 %; mit Giropay: 1,5 Prozent Für Auslandszahlungen und Zahlungen empfangen
Gebühren Händler Basic: 49 euro Bereitstellung, 5 Euro/Mon. + Umsatzbeteiligung Je nach Partner Bereitstellung 100 Euro, monatl. 19 % vom Umsatz 2,9 % vom Umsatz Auf Anfrage
Sicherheit Gut Sehr gut Gut Gut Gut
Bequemlichkeit Sehr hoch Hoch OK OK Sehr hoch

Zahlen im Voraus - Prepaid-Systeme

Einen völlig anderen Weg als PayPal und Firstgate gehen Prepaid-Systeme. Sie haben den Vorteil, ein hohes Maß an Anonymität zu bieten, der Kunde bleibt beim Einkauf unbekannt. Das Grundprinzip: Per Kreditkarte oder Überweisung füllt der Nutzer sein Konto mit Cash auf oder er erkauft sich ein bestimmtes Kontingent in Punkten und kann diese dann im Internet ausgeben. Abgerechnet werden hier meist auch kleinere Beträge.

Aktuelle E-Payment-Systeme

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Easy in der Nutzung: Die fünf Schritte beim Bezahlen mit Web.Cent.

Relativ weit verbreitet ist das Prepaid-System Paysafecard der Commerzbank. Der Kunde erwirbt hier ein Guthaben zwischen 10 und 100 Euro. Dafür erhält er einen Beleg, auf dem ein 16-stelliger PIN-Code aufgedruckt ist. Letzterer lässt sich auch online im Netz kaufen.

Zum Bezahlen wird die PIN in ein Webformular eingetippt. Wer ganz auf Nummer sicher gehen will, kann seinen PIN-Code über die Website von Paysafecard zusätzlich mit einem Passwort versehen. Der bezahlte Betrag wird vom Guthaben abgezogen, bis die Karte leer ist. Der aktuelle Kontostand lässt sich jederzeit im Netz abfragen.

Übersteigt der Kaufbetrag das Restguthaben, können auch zwei und mehrere Karten verkettet werden. Eine Paysafecard kann man aktuell bei etwa 45.000 Verkaufsstellen erwerben, unter anderem bei Aral, Shell, Netto und vielen Lotto-Annahmenstellen. Bezahlen kann man mit der Karte beispielsweise bei buch24.de, Skype, dem Download-Portal msn Music oder pferdewetten.de.

Ein ähnliches System bietet die Postbank/Telekom mit MicroMoney. Hier erwirbt man die Karte im T-Punkt oder online mit 15, 30 oder 50 Euro Guthaben. Zum Bezahlen braucht man nur den auf der Rückseite vermerkten Rubbelcode im Internet einzugeben.

Payment-System Paysafecard T-Pay Web.Cent Wirecard
Anbieter Paysafecard.com Wertkarten AG Deutsche Telekom AG Web.de Wirecard AG
URL www.paysafecard.de www.t-pay.de www.webcent.de www.wirecard.de
Geeignet für Mikro-Payments Große und kleine Beträge Große und kleine Beträge Größere Beträge
Anmeldung nötig Nein Ja (Ausnahme Micromoney) Ja Ja
Gebühren Käufer Keine Keine Keine Ja. Z.B. Konto aufladen mit Überweisung: 1 Euro; Pro Transaktion 50 Cent
Gebühren Händler Prozentualer Umsatzanteil zwischen 5 und 19 % Rechnung/Call&Pay: Bereitstellung 100 Euro, monatl. 11-25 % vom Umsatz Auf Anfrage Auf Anfrage
Sicherheit Gut Gut Gut Gut
Bequemlichkeit OK Hoch OK OK

Web.Cent mit Bonusprogramm

Ein drittes, relativ verbreitetes Prepaid-System ist Web.Cent, das der Freemail-Dienst Web.de für seine Kunden anbietet. Web.Cent gehört ebenfalls in die Gruppe der Mikro-Payment-Systeme und funktioniert ähnlich wie Firstgate – nur eben als Prepaid-System.

Um Web.Cent zu nutzen, muss der Kunde sein Konto aufladen. Hierfür stehen Kreditkarte, Lastschrift oder Überweisung zur Auswahl. Eingezahlt werden können Beträge von 5, 10, 20 oder 50 Euro. Ansonsten funktioniert Web.Cent wie ClickandBuy als Inkasso-System. Bei allen Inhalten oder Diensten im Internet, die mit Web.Cent bezahlt werden können, findet man das Web.Cent-Logo wieder. Durch Klicken auf das Logo wird der Kaufprozess gestartet.

Zunächst muss man sich mit dem Web.de-Nutzernamen und Passwort anmelden. Anschließend werden nochmals der Anbieter, eine kurze Produktbeschreibung und der Preis angezeigt. Durch Klicken auf "Produkt kaufen" wird die Abbuchung des Kaufpreises vom Web.Cent-Konto ausgelöst. Der Betrag wird dem Anbieter umgehend gutgeschrieben und der Kunde kann die erworbenen Inhalte und Dienste sofort nutzen.

Web.Cent ist übrigens zugleich auch ein Bonusprogramm. Einige Online-Shops wie Neckermann oder Karstadt belohnen den Einkauf durch die Auszahlung von Web.Cents, die man anderswo wieder ausgeben kann. Ein Web.Cent entspricht dabei einem Cent in normaler Währung.

T-Pay & die Telekom mischt mit

Auch die Telekom mischt bei den Online-Bezahlsystemen mit. T-Pay, neben PayPal und Firstgate die dritte große Säule bei den E-Payment-Systemen, besteht gleich aus mehreren Varianten. Das erste, bereits erwähnte Micro- Money bildet als Prepraid-System einen Teil der T-Pay.

T-Pay bietet aber auch das Bezahlen über Kreditkarte, Lastschrift und Telefonrechnung. Auch diese Verfahren ermöglichen wie die guthabenbasierten Methoden ein anonymes Herunterladen kostenpflichtiger Inhalte. Bezahlt werden können damit Beträge aller Größenordnungen, auch höhere Beträge. Der Nutzer muss sich hier allerdings im Gegensatz zu MicroMoney einmalig registrieren.

Für die meisten Shopper besonders attraktiv dürfte dabei die Bezahlvariante über die Telefonrechnung sein - der Festnetzanschluss muss allerdings über die Telekom laufen. Bei dieser Variante authentifiziert sich der Kunde mit seinem individuellen Passwort und kann ohne Umschweife sofort bezahlen. Die Kaufsummen werden dann von der nächsten Telekom-Rechnung abgebucht.

Analog läuft das Verfahren per Lastschrift und mit Kreditkarte. Kunden anderer Telefongesellschaften können über das T-Pay-Verfahren "Pay per Call" bezahlen. Dabei werden sie vom Online-Shop auf eine Telekom-Seite mit einer Servicenummer weitergeleitet. Diese müssen sie anrufen, die Telefonrechnung wird dann mit dem entsprechenden Betrag belastet. Der Shopbetreiber erhält im Anschluss sofort eine Zahlungsbestätigung.

Händler benötigen für T-Pay als Bezahlsystem einen Shopauftritt mit Scripting-Möglichkeit und HTML-Programmier- sowie Scriptingkenntnisse. Für die Installation der Schnittstelle steht eine telefonische Beratung zur Verfügung, außerdem stellt die Telekom Script-Vorlagen zur Verfügung. Die Provisionen, die der Händler an die Telekom abführen muss, sind abhängig vom Bezahlverfahren und vom Umsatz und liegen zwischen 11 und 25 Prozent.

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