Referenzen ohne Abmahnrisiko

Teil 2: Achtung Falle: Referenzlisten auf Websiten gefahrlos gestalten

  1. Achtung Falle: Referenzlisten auf Websiten gefahrlos gestalten
  2. Teil 2: Achtung Falle: Referenzlisten auf Websiten gefahrlos gestalten

Probleme anderer Natur treten immer dann auf, wenn die fraglichen Inhalte, also zum Beispiel die im Kundenauftrag erstellte Internetseite, nicht allesamt selbst, sondern teilweise durch Dritte, wie Freelancer, Fotograf oder Texter, angefertigt wurden.In diesem Fall sind deren Urheberrechte zu beachten und im Zweifelsfall auch deren Einwilligung zur Angabe als Referenz einzuholen. Dies kann ebenfalls im Webdesign-Vertrag beziehungsweise in den Einzelvereinbarungen mit dem Fotograf oder Autor vereinbart werden.Eine weitere Alternative besteht darin, nur die Teilbereiche der eigenen Leistung aufzuführen und genau anzugeben, welche Leistungen von einem selbst stammen.

Vertragsgestaltung

Wie gesehen ist es also ratsam, bereits zu Beginn der Beziehung zum Kunden eine durchdachte vertragliche Grundlage zu schaffen. Zum einen ist nach schriftlicher Fixierung der Zusammenarbeit beiden Parteien im Einzelnen klar, welche Rechte und Pflichten die jeweiligen Vertragsparteien haben.

Zum anderen hat man für den schlimmsten Fall, nämlich einen Streit vor Gericht, klare Beweisstücke in der Schublade, die im Prozess unter Umständen sehr wertvoll sein können. Dies gilt dann im Übrigen natürlich für beide Parteien, sodass auch niemand benachteiligt ist.

In einen Webdesign-Vertrag könnte beispielsweise folgende Muster-Klausel aufgenommen werden: "Die Agentur hat das Recht, den Kunden in die eigene Referenzliste auf ihrer Internetseite oder anderen Werbematerialien aufzunehmen, und zwar unter Nennung/Darstellung von

• Unternehmens- /Produktnamen • durch Designer erstellte Grafik(en) wie nachfolgend wiedergegeben • Screenshot der Internetseite des Kunden • sowie unter Verlinkung auf die Internetseite des Kunden.

Besteht kein Webdesign-Vertrag oder wurde eine solche Klausel vergessen, besteht die Möglichkeit, eine extra Vereinbarung über die Aufnahme des Kunden in die Referenzliste zu schließen.

Diese könnte etwa wie folgt lauten: "Der Agentur wird durch den Kunden ausdrücklich erlaubt, ihn in die Referenzliste auf der Internetseite der Agentur aufzunehmen. Dabei darf der Unternehmens-/Produktname genannt, das Logo wie nachfolgend wiedergegeben eingebunden, ein Screenshot der Internetseite des Kunden gezeigt sowie eine Verlinkung auf die Internetseite des Kunden vorgenommen werden."

Selbstverständlich können solche Klauseln auch im Rahmen einer Verschwiegenheitserklärung vorkommen. Die genaue vertragliche Ausgestaltung ist letztlich Sache der beiden Parteien.

Praxistipps

Um ganz auf Nummer sicher zu gehen, sollte also möglichst frühzeitig mit dem Kunden über die Pläne zur Aufnahme in eine Referenzliste gesprochen und dies eindeutig vertraglich geregelt werden. Denn im Zweifelsfall muss der Designer nachweisen, dass er die Referenz veröffentlichen durfte.

Falls kein Webdesign-Vertrag geschlossen wurde, was jedoch auf jeden Fall ratsam ist, kann auch noch im laufenden Projekt eine gesonderte Vereinbarung über die Möglichkeit zur Veröffentlichung als Referenz oder auch eine Verschwiegenheitsvereinbarung mit entsprechendem Passus geschlossen werden. Wichtig ist nur, dass darüber kommuniziert wird und dass beide Parteien sich einig sind. Dann entstehen im Nachhinein auch keine - in einem solchen Fall - unnötigen Gerichtsverfahren.

Eine Besonderheit ist für die Fälle zu beachten, in denen vonseiten des Designers Herstellung zum Selbstkostenpreis oder gar unentgeltliche Leistungen versprochen werden, wenn der Kunde ihm im Gegenzug erlaubt, ihn als Referenz anzugeben. Zumeist greifen Startups oder selbstständige Designer zu dieser Methode, um Berufserfahrung und eben Referenzen zu sammeln.

Allerdings darf dann später auch tatsächlich kein beziehungsweise kein höheres Entgelt gefordert werden. Ansonsten hat der Kunde die Möglichkeit, den geschlossenen Webdesign-Vertrag wegen arglistiger Täuschung anzufechten. Das hat jedenfalls das Amtsgericht Düsseldorf in seinem Urteil vom 10. September 2008 (Aktenzeichen: 32 C 6293/08) so gesehen.

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