Die Schwarze Liste des Webs

Teil 2: Abofallen im Internet: Abzocke erkennen und vermeiden

Prominentes Beispiel ist die Firma Web.de, die unter dem Namen Freemail ein kostenloses E-Mail-Postfach anbietet. Freemail- Kunden bekommen gelegentlich eine E-Mail mit einem "Treuegeschenk". Man darf die ansonsten kostenpflichtigen Premium-Funktionen des E-Mail-Dienstes über einen längeren Zeitraum kostenlos nutzen. Tückisch an diesem Geschenk ist, dass es sich nach Ablauf der Testzeit automatisch in eine Mitgliedschaft verwandelt, für die immerhin 5 Euro pro Monat zu zahlen ist - und das für ganze 12 Monate. Auch hier haben die Verbraucherzentralen vor Gericht eine Unterlassungserklärung erwirkt. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig, da Web.de Berufung eingelegt hat.

Der Trick mit der IP-Adresse

Um die Surfer zur Angabe von persönlichen Daten zu verleiten, werden oft ganz subtile Tricks eingesetzt. So heißt es etwa bei every-game. com: "Um Missbrauch und wissentliche Falscheingaben zu vermeiden, wird Ihre IP-Adresse bei der Teilnahme gespeichert. Anhand dieser Adresse sind Sie über Ihren Provider identifizierbar". Dem Kunden wird gedroht, dass er bei Eingabe falscher Daten ausfindig und belangt werden könnte - eine rechtlich sehr fragwürdige Drohung. Denn mit der IP-Adresse allein, lässt sich niemand ausfindig machen. Trotzdem verunsichert diese Aussage nicht wenige Kunden. Wenn dann kurz darauf die Abo-Rechnung vom Abzocker eintrifft, ist die Überraschung groß.

Die Schwarze Liste des Webs

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Statt billiger Spritpreise bekommt man hier nur eine saftige Rechnung präsentiert.

Diese Schreiben sind professionell aufgesetzt und lassen keine Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Vertrags aufkommen. Dem Kunden wird klargemacht, dass bei Nichteingang der Zahlung ein Mahnverfahren und weitere Kosten drohen. Spätestens jetzt sind viele Kunden eingeschüchtert und zahlen dann doch die verlangten Gebühren, sei es auch nur, um weiteren Ärger und zusätzliche Kosten zu vermeiden. Gerade wenn es sich um kleinere Beträge handelt, wagt kaum jemand, das Risiko eines Inkassoverfahrens auf sich nehmen.

So wehrt man sich gegen Abzocker

Es ist gar nicht so problematisch, sich gegen dreiste Abzocker zu wehren. Schließen etwa Kinder oder Jugendliche einen Abo-Vertrag im Internet ab, kann man diesen widerrufen. Wer noch keine 18 Jahre alt ist, gilt nach §106 BGB nur als beschränkt geschäftsfähig. Das bedeutet, dass Kinder und Jugendliche für den Abschluss eines Vertrages das Einverständnis der Erziehungsberechtigten benötigen. Bekommen Eltern eine Rechnung zugestellt, können sie nachträglich erklären, dass sie zu dem fraglichen Abo-Vertrag keine Zustimmung erteilt haben.

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Kostenfalle www.opendownload.de: Allein die Anmeldung kostet 96 Euro.

Die Folge: Der Vertrag ist damit hinfällig. Wer als Erwachsener in eine Abofalle tappt, muss nicht zwangsläufig die Rechnung begleichen. Innerhalb der ersten zwei Wochen nach Vertragsabschluss kann sich jeder auf sein Widerspruchsrecht berufen. Verbraucherverbände raten, in jedem Fall Widerspruch einzulegen und nicht zu bezahlen. Auf der Internetseite der Verbraucherverbände werden entsprechende Musterbriefe zum Herunterladen angeboten, siehe Shortslinks an Ende des Artikels.

Verbraucherschützern ist übrigens kein Fall bekannt, in denen ein nicht zahlender Kunde tatsächlich auf Zahlung verklagt worden wäre. Dennoch zahlen die meisten Kunden, nicht zuletzt, weil sie verunsichert sind. So bleibt nur der Rat an arglose Surfer, die Allgemeinen Geschäftsbedingungen stets sorgfältig zu lesen und nicht sorglos seine persönlichen Daten im Internet preiszugeben. Informieren Sie sich über einen Online-Dienst, bei dem Sie sich anmelden wollen. Die Webseiten verbraucherrechtliches.de und augsblog.de informieren meist tagesaktuell über Online-Abzocker und Verbraucherschutz.

Unter das-schwarze-schaf.com verleiht eine Fachjury jeden Monat einen Negativ-Preis für die dreistesten Rechtsverletzungen im Internet. Sind Sie Opfer einer Abzocke geworden, finden Sie bei computerbetrug.de weiterführende hilfreiche Tipps. Auch die Verbraucherzentralen in den 16 Bundesländern bieten Beratung und Information zum Thema.Links & Tools zu diesem Artikel finden Sie unter www.magnus.de/go/09061510

Vorsicht Abzocke! Sichere Alternativen
www.genealogie.de www.verwandt.de
Geboten wird eine Namens- und Ahnenforschung. Der Zugang kostet jedoch 60 Euro. Erstellen Sie kostenlos einen Stammbaum und laden Sie Verwandte zum Mithelfen ein.
www.nimimit.de www.mitfahrgelegenheit.de
Von wegen sparen: Die Anmeldung bei dieser Mitfahrzentrale verschlingt 227,70 Euro. Dieser Dienst vermittelt kostenlose Mitfahrgelegenheiten in Deutschland und Europa.
www.routenplaner-server.com http://maps.google.de
Für die Nutzung des Routenplaners soll man ein Nutzungsentgelt von 59,95 Euro zahlen. Googles Routenplaner ist schnell, unkompliziert und vor allem kostenlos.
www.lyrics-finden.com www.golyr.de
Für das Anzeigen von Songtexten werden hier satte 59,95 Euro berechnet. Hier gibt es dagegen 450.000 Songtexte und Übersetzungen für lau.
www.opendownload.de http://downloads.magnus.de
Software zum Herunterladen - allerdings nur gegen eine Jahresgebühr von 96 Euro. In unserem Download-Bereich bekommen Sie Software kostenlos und virengeprüft.
www.lehrstellen-check.com www.azubiport.de
Statt der erhofften Lehrstelle, gibt es hier nur eine saftige Rechnung. Diese Seite vermittelt bundesweit Lehrstellen und Ausbildungsplätze.
www.rezepte-ideen.de www.lecker.de
Die zahlreichen Kochrezepte schlagen hier mit 84 Euro jährlich schwer auf den Magen. Viele Kochrezepte, ein übersichtliches Register: bei lecker.de schmeckt es besser.
www.sprit-billiger.net www.clever-tanken.de
Anstelle von günstigen Tankstellen bekommt man hier eine Rechnung über 90 Euro. Hier spüren Sie die günstigsten Tankstellen in Ihrer Nähe schnell auf.
www.wie-schlau-bist-du.de www.iqout.com
Diesen Intelligenztest zu nutzen ist nicht schlau, immerhin kostet er satte 70 Euro. Schlichte Aufmachung, dafür ist dieser IQ-Test komplett kostenlos.
www.esims.de www.sms-power.eu
96 Euro Gebühr für monatlich 111 SMS. Täglich bis zu fünf SMS gratis verschicken.

Eine Checkliste, wie Sie Kostenfallen erkennen und Ratschläge für Betroffene finden Sie auf Seite 3...

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Kostenfalle www.opendownload.de: Allein die Anmeldung kostet 96 Euro.

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