Festplatten-Tod

Teil 12: Festplatten Crash-Prognose

Einige Firmen, die die Rettung von Festplattendaten im Labor anbieten, finden Sie in der Tabelle in diesem Artikel. Doch mit dem Einschicken des defekten Datenträgers ist der Erfolg keineswegs garantiert.

Festplatten Crash-Prognose

© Archiv

Head-Crasch: Die Chancen zur Datenrettung im Labor sind meist ziemlich groß.

Deshalb sind die Schadensdiagnose und die Rettungsprognose relativ kostengünstig oder sogar kostenlos. Die beiden folgenden Fälle aus dem gleichen Labor sollen verdeutlichen, wie unterschiedlich das Ergebnis ausfallen kann.

Fall 1: Eine 80-GByte-Festplatte von Maxtor aus einem Home-PC: Der Fehler kündigt sich ganz harmlos mit leisen Kratzgeräuschen an, die der unerfahrene User nicht zu deuten weiß. Fehlermeldungen beim Booten machen jedoch klar, dass vermutlich die Festplatte kaputt ist. Nachdem eine Datenwiederherstellung per Recovery- Software fehlschlägt, geht die Platte ins Labor zu Kroll Ontrack. Dort können die physikalischen Strukturen der Festplatte nicht gelesen werden, ein Zugriff auf das Medium ist damit zunächst nicht möglich. Bei der weiteren Untersuchung im Reinraum werden folgende Fehler festgestellt: Die Schreib-/Leseeinheit lässt sich nicht kalibrieren, weil die Schreib-Leseköpfe defekt sind. Ein mehrfacher Austausch von Schreib-Leseeinheiten führt auf Grund von nicht korrigierbaren Problemen beim so genannten Head-Alignment nicht zum gewünschten Erfolg. Fazit: Alle persönlichen Daten sind futsch, denn an ein Datenbackup hatte der Anwender nie gedacht.

Die Recherche bei anderen Labors zur Datenrettung bestätigte, dass Maxtor-Festplatten hinsichtlich der Wiederherstellung von Dateien besondere Schwierigkeiten machen.

Fall 2: Eine 40-GByte-Festplatte aus einem Firmenrechner: Ende September lässt sich der Buchhaltungs-PC in einem Stuttgarter Restaurant nicht mehr booten, darauf sind sämtliche Buchhaltungsdaten für den anstehenden Monatsabschluss. Das Backup ist 14 Tage alt, alle neuen Daten fehlen.

Nach einem Anruf ist die Platte zweieinhalb Stunden später im Datenrettungslabor - mit dem Auftrag zur Expressdiagnose. Der erste Versuch zum konventionellen Eingriff ist erfolglos, nun wird die Elektronik überprüft: Hier liegt der Defekt. Unter Umgehung dieses Fehlers werden die Daten über Nacht auf den Firmenserver kopiert, damit am nächsten Morgen die logische Struktur der Daten überprüft werden kann. Dieses Kopierverfahren erzeugt ein exaktes Abbild der Originaldaten. An der beschädigten Festplatte selbst weiterzuarbeiten, wäre ein zu großes Risiko, da die Originalstruktur der Daten verändert werden könnte.

Am nächsten Vormittag, 24 Stunden nach Auftreten des Fehlers, ist die logische Datenstruktur wiederhergestellt. Das Rettungslabor unterbreitet dem Kunden ein Angebot mit der Liste der wiederherstellbaren Dateien. Kurze Zeit später erfolgt der Auftrag zur Datenrettung im Standard- Service.

Vier Tage später erhält der Restaurant-Chef sämtliche Daten auf einigen DVDs, der Monatsabschluss kann planmäßig erstellt werden. Die Kosten betragen 190 Euro netto für die Expressdiagnose, sowie 1850 Euro netto für die Datenrettung - zuzüglich Mehrwertsteuer.

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