Multimedialer Brückenschlag

Teil 10: Multimedia-Streaming in der Praxis

Intel veröffentlichte die Version 1.0 der Networked Media Product Requirements bereits 2003 und nahm damit vieles vorweg, was ein Jahr später in den Guidelines der DLNA einfloss. Die derzeit aktuelle Version 2.0 der NMPR basiert in weiten Teilen auf den DLNA Interoperability Guidelines v1.0, setzt allerdings einige optionale Anforderungen als verbindlich voraus und ergänzt einige neue Techniken. So spezifiziert NMPR beispielsweise DTCP-IP Digital Transmission Content Protection over IP als Link Protection-Protokoll. DTCP-IP ist ein von Intel entwickeltes Verschlüsselungsprotokoll auf TCP/IP-Basis, mit dem sich DRM-geschützte Video- und Audiodateien nach der Freischaltung auf dem Streaming-Server ohne DRM verschlüsselt innerhalb des Heimnetzes streamen lassen.

Multimedia-Streaming in der Praxis

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Windows Media Connect ist einer der wenigen UPnPkompatiblen Server, die digitales Rechtemanagement beherrschen.

Des Weiteren spezifiziert NMPR 2.0 ein von Intel entwickeltes Steuerungs-/Fernbedienungsprotokoll (Intel XRT2.1 Remoting Protocol). Dies ist nötig, da der UPnP AV-Standard kein bestimmtes Protokoll festschreibt, sondern lediglich Mechanismen implementiert, um UPnP-Geräten einen Austausch der je jeweils unterstützten Protokolle zu ermöglichen - ohne Garantie einer Übereinstimmung. Darüber hinaus wartet NMPR mit diversen Verbesserungen bei den Video Trick Modes auf, die ein flüssigeres Spulen sowie schnelleres Umschalten zwischen normaler und Trick-Mode-Wiedergabe ermöglichen.

Zum bunten Sammelsurium an Standards gesellt sich seit Kurzem noch Intels Siegel Viivzertifizierter Digital Media Adapter. Bis auf die Tatsache, dass solche Streaming-Clients mit Viiv-PCs zusammenarbeiten sollen, sind bislang praktisch keine technischen Details bekannt. Hinzu kommt, dass die aktuelle Viiv-Spezifikation 1.0 noch keine Digital Media Adapter unterstützt.

Multimedia-Streaming in der Praxis

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Hersteller wie Cyberlink verfügen bereits über umfassende UPnP/DLNA-kompatible Streaming-Lösungen mit DRM-Management - beliefern aber nur OEMs.

Ebenfalls noch rechtfrisch sind die Bemühungen der High-Definition Audio Video Network Alliance (www.hanaalliance.org), kurz HANA, die FireWire als alternative Vernetzungsmethode von Unterhaltungselektronik vorantreiben will. Allerdings sieht auch der UPnP-Standard FireWire bereits als mögliche Vernetzungsvariante vor. Weitgehend in der Schublade verschwunden ist das zur CeBIT 2005 vorgestellte DivX Connected, das als kostengünstige Alternative zu UPnP gedachtwar, sich bislang nicht durchsetzen konnte.

Fazit: Um maximale Interoperabilität zu gewährleisten, sollten Streaming-Clients/Server also möglichst UPnP AV konform sein, den Guidelines der DLNA entsprechen und sich an Intel NMPR orientieren. Sofern auf der Gerätefront noch Platz für weitere Logos bleibt, kann indes auch ein Viiv-Siegel nicht schaden - ob es nutzt, wird sich noch zeigen müssen.

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