Grundlagen

Teil 10: BIOS enträtselt

ACPI ist die Abkürzung für Advanced Configuration and Power Interface und ist eine erweiterte Funktion für Plug'n'Play und Power Management. Im Klartext heißt das, dass ein Betriebssystem diese beiden Funktionen selbstständig übernimmt. Ab Windows 98 SE ist ein Betriebssystem ACPI-fähig. Bei Linux ab dem Kernel 2.4 besteht leider nur eine eingeschränkte bzw. teilweise funktionierende Unterstützung von ACPI und das auch nur, wenn die zugehörigen Hardwaretreiber ACPI-tauglich sind. Das ist nämlich ein generelles Problem: Falls sich eine Hardware oder ein Treiber querstellt, funktioniert beispielsweise eine ACPI-Funktion nicht mehr. Wenn Sie wissen möchten, ob Ihre Hardware ACPI-tauglich ist, lesen Sie bitte in den jeweiligen Hardware- Handbüchern nach.

BIOS enträtselt

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Die ACPI-Funktion an sich stellen Sie im BIOS ein. Auch dies ist eine Art, das System zu tunen. Wenn ACPI enabled ist, können Sie das Betriebssystem in verschiedene Modi herunterfahren. Zwei der wichtigsten Möglichkeiten sind "Suspend-to-Ram" (S3/STR) und "Suspend- to-Disk" (S1/POS). Unter Windows bekannt als "Standby-Modus" und "Ruhemodus". Der gesamte Inhalt wird bei S3/STR im Arbeitsspeicher und bei S1/POS auf der Festplatte abgelegt. Dies hat den Vorteil, dass das System in wenigen Sekunden wieder betriebsbereit ist. Um aber vom Tiefschlaf wieder aufwachen zu können, muss der Arbeitsspeicher bei S3/STR kontinuierlich mit Strom versorgt werden. Das hört sich vorerst nicht gerade sparsam an, was aber unser kleines Rechenbeispiel widerlegt: Abhängig vom Netzteil steht der Rechner im ausgeschalteten Zustand mit zirka 5,2 Watt unter Spannung. Im S3/STR hingegen etwa mit 5,8 Watt. Also eine Differenz von 0,6 Watt. Auf das Jahr gesehen wäre das ein Mehrverbrauch von 4,8 Kilowatt und somit 78 Cent mehr. Der Rechner benötigt aber beim Booten mehr Zeit und somit auch mehr Strom als beim Aufwachen.

Im Grunde genommen ist aber der Stromverbrauch zu vernachlässigen, denn S3/STR macht erst Sinn, wenn die Arbeitspausen unter 6,5 Stunden sind. Dennoch ist es für bequeme Menschen ein Muss. Einziger Nachteil von ACPI: Falls das System während des Tiefschlafs aus irgendwelchen Gründen abstürzen sollte, kann man es nicht mehr aufwecken und der Inhalt im Arbeitsspeicher wird gelöscht, sowie die gesamte Interruptbelegung. Auch beim Brennen bereitet ACPI ab und zu Probleme. Wenn Sie diese Funktion im BIOS aktivieren, testen Sie das System auf lange Zeit hin und merken Sie sich jedes kleinste Problem. Wenn Sie weiterhin Probleme haben sollten, installieren Sie die aktuellen Hardwaretreiber. Falls das Ihre Probleme nicht lösen sollte, müssen Sie ACPI deaktivieren.

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