Superschnelle Internetanschlüsse
DSL gilt in Großstädten, in denen viele Provider um Kunden buhlen, schon als behäbig. Kabel, Glasfaser und VDSL sind erheblich schneller und kosten dabei nur wenig mehr. Ein Überblick: Kosten, Verfügbarkeit, Vor- und Nachteile der neuen Technologie.
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Ist das als schnell zu bezeichnen? Statt einer eindeutigen Antwort kommt es vielmehr auf den Standpunkt an, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Während nach wie vor viele ländliche Gebiete existieren, in denen man überhaupt keinen Breitbandanschluss bekommt und die nun nach und nach zumindest per Funk (LTE) mit halbwegs schnellem Internet versorgt werden sollen, sieht es in den großen Städten völlig anders aus.
Da gilt DSL inzwischen als behäbig, die ersten Provider haben darauf reagiert und bieten gar keine langsameren Verbindungen mehr an: Beim Kölner Provider NetCologne bilden 18 MBit/s neuerdings den Breitbandeinstieg – weniger geht nicht, mehr dagegen schon. 50 MBit/s sind heute kein Problem mehr.
Kabel und Glasfaser deutlich schneller als DSL
Bleiben wir kurz beim Kölner Anbieter: Wer dort eine der Varianten mit 25, 50 oder 100 MBit/s wählt, erhält statt eines DSL-einen Multikabel-Anschluss. Schon die Bezeichnung zeigt, dass es sich um eine andere Technik dreht. Im Beispiel handelt es sich um Glasfaserleitungen – das Unternehmen verfügt nämlich über ein eigenes, flächendeckendes Glasfasernetz.
Für die meisten Kunden mag die Anschlusstechnik zweitrangig sein, Hauptsache der An-schluss ist schnell, nicht zu teuer und funktioniert zuverlässig. Zur Auswahl stehen dabei vor allem drei Zugangsarten. Da ist zum einen die schon genannte Glasfaser, häufig auch als FTTH/FTTB (Fiber to the home bzw. Fiber to the building) bezeichnet.
FTTH/FTTB bietet mit etwa 1 000 MBit/s Downstream prinzipiell die höchste Bandbreite, allerdings begrenzen die drei großen Anbieter M-Net (München bzw. Bayern), NetCologne (Köln/Bonn und Rheinland) und Wilhelm Tel (Norddeutschland) die Bandbreite auf 100 MBit/s im Downstream, 5 beziehungsweise 10 MBit/s im Upstream.
Das ist zwar deutlich schneller als DSL, doch weit vom technisch Realisierbaren entfernt. Offenbar möchten die Anbieter noch Luft nach oben haben, um höhere Bandbreiten in Zukunft besser vermarkten zu können.
Breitbandtechnik Nummer 2 läuft über das TV-Kabel, meist mit Kabel bezeichnet. Kabelanschlüsse sind weit verbreitet: Nach Angaben der Bundesnetzagentur könnte rund die Hälfte der deutschen Haushalte Internet per Kabel beziehen. Nicht überall ist derzeit eine Bandbreite von 100 MBit/s verfügbar, doch die nächst langsameren Stufen – je nach Anbieter 32 oder 50 MBit/s – sind fast überall zu haben.
Im Prinzip haben drei Kabelanbieter das Bundesgebiet unter sich aufgeteilt: Unitymedia ist für Nordrhein-Westfalen und Hessen, Kabel Baden-Württemberg (Kabel BW) im Südwesten und Kabel Deutschland für alle anderen Bundesländer zuständig. Doch erstens will Liberty Global den Konkurrenten Kabel BW übernehmen und zweitens existieren noch weitere kleine Anbieter.
VDSL mit langsamem Downstream und schnellem Upstream
Das Bundeswirtschaftsministerium listet die Internet-Anbieter in einer Stadt bzw. Gemeinde auf.
So kommt es vor allem auf die Entfernung des eigenen Zuhauses zum nächsten Verteilerkasten an. Sind es 100 Meter zu viel, wird nur die halbe Bandbreite zur Verfügung gestellt, meist mit VDSL 25 bezeichnet. VDSL bietet im Vergleich zum Kabelanschluss vor allem eine höhere Upload-Geschwindigkeit.
Während beispielsweise Kabel BW selbst bei seinem schnellen 100 000er-Anschluss nur 2,5 MBit/s im Upstream freischaltet, lassen sich Uploads auf VDSL-Leitungen in aller Regel viermal so schnell durchführen: 10 MBit/s haben sich bei den meisten Anbietern als Standard bei VDSL 50 etabliert.
Inhaltsverzeichnis
- Teil 1 Superschnelle Internetanschlüsse
- Teil 2 Glasfaser, Kabel und VDSL
- Teil 3 Superschnelles Internet
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