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Stromverbrauch

PCs gehören zu den größten Stromverbrauchern im Haushalt. Wir verraten Ihnen wie viel Strom ein PC verbraucht und zeigen Ihnen wie Sie Ihre Energiekosten verringern können.

  1. Stromverbrauch
  2. Teil 2: Stromverbrauch
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Ob in naher Zukunft auch Computer-Hersteller mit Strom sparenden Geräten werben können - und vor allem auch tun - wird sich noch zeigen. Bis es soweit ist, schadet es aber nicht, wenn Sie sich selbst informieren, was die "Kiste" so schluckt und wie viel das kostet. Denn nicht nur im Betrieb, sondern auch im vermeintlich ausgeschalteten Zustand läuft der Stromzähler bei manchen Computern, Druckern und Monitoren langsam aber stetig weiter - Stunde um Stunde, Tag für Tag.

Bei den meisten Bundesbürgern kommt da ein ordentliches Sümmchen zusammen. Geht man von Strompreisen zwischen 16 und 21 Cent pro Kilowattstunde aus, summieren sich die Kosten für einen durchschnittlichen Haushalt auf etwa 500 bis 600 Euro pro Jahr pro Person. In Einzelfällen kann der Betrag natürlich stark davon abweichen - etwa wenn mit Strom statt mit Gas oder Erdöl geheizt wird - bei den meisten Menschen dürfte die Rechnung aber ungefähr hinkommen. Geschätzt wird, dass etwa ein Drittel der privaten Stromrechnung auf das Konto von üblichen Haushaltsgeräten wie Kühlschrank oder Waschmaschine geht.

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Was verbraucht wie viel?

Um hier der Verschwendung einen Riegel vorzuschieben, hat die Europäische Union bereits 1992 eine Richtlinie verabschiedet, die eine Einteilung aller zum Verkauf angebotenen Neugeräte in Energieeffizienzklassen vorschreibt. Wer in den letzten Jahren ein elektrisches Haushaltsgroßgerät gekauft hat, kennt die Pfeile, die mit den Buchstaben "A" bis "G" versehen sind und über den Energieverbrauch Aufschluss geben. Hierbei handelt es sich übrigens nicht um die tatsächliche Leistungsaufnahme, sondern um Vergleichswerte zu allen anderen Geräten der gleichen Produktkategorie. Je weiter das Gerät in Bezug auf Leistungsaufnahme unter dem Durchschnitt liegt, desto besser die Bewertung.

Dieser Bezug erlaubt es, die gleiche Skala für alle Geräte zu verwenden.

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Moderne Betriebssysteme bieten umfangreiche Einstellungen zum Thema Energiesparen. Die dortigen Optionen sind nicht nur für Notebook-Besitzer interessant.

Anders als manch andere EU-Regelung wurde die Energieetikettierung sowohl von den Herstellern als auch Verbrauchern gut angenommen. Der Index der Energieeffizienz neuer Kühl- und Gefriergeräte verbesserte sich beispielsweise zwischen 1996 und 2000 um mehr als 30 %. Als Folge und alsweiteren Ansporn hat die EU im Juli 2003 mit der Richtlinie "2003/66/EG" die Unterscheidung der Effizienzklasse "A" in die Unterrubriken "A+" und "A++" eingeführt.

Eine solche Regelung gibt es für PCs bislang nicht, obwohl das (zumindest bei Komplettsystemen) durchaus Sinn machen würde. Als Beispiel diene wieder ein Kühlgerät: So verbraucht ein normaler Kühlschrank mit Drei- Sterne-Kühlfach der Effizienzklasse "B" etwa 300 kWh pro Jahr. Gehtman davon aus, dass ein Kühlschrank den ganzen Tag läuft (wenn auch nicht permanent kühlt), liegt der Verbrauch bei unter einer Kilowattstunde pro Tag und somit bei etwa 35 Watt. Im Vergleich zu einem laufenden Computer ist das eine Kleinigkeit. Wir haben im PCM-Labor einmal einige Systeme vermessen und sind zu interessanten Ergebnissen gekommen.

So nimmt ein von uns aufgebautes System mit Athlon 64 X2-6000-Prozessor und GeForce 8600GTS-Grafikkarte im Leerlauf auf der Primärseite 150 Watt auf. Wird das System zum Arbeiten genutzt - also etwa 40 Stunden pro Woche - beläuft sich der Jahresverbrauch auf rund 280 kWh. Weniger immerhin als ein Kühlschrank mag manch einer denken, aber weit gefehlt. Dank der praktischen ATX-Netzteile verbrauchen PCs nämlich auch dann Strom, wenn sie gar nicht laufen.

Unser Testsystem beispielsweise zieht 6,9 Watt im ausgeschalteten, aber nicht vom Netz getrennten Zustand. Geben wir diesen Verbrauch mit in die Rechnung ein, also fünf Tage die Woche mit 16 und zwei Tage mit 24 Stunden, summiert sich der Verbrauch schon auf etwa 330 kWh pro Jahr. Der Monitor und etwaige Zusatzgeräte wie Drucker, Modem, Router und ähnliches sind in dieser Rechnung ebenso wenig berücksichtigt, wie die unterschiedliche Auslastung des Systems. So steigt der Verbrauch drastisch an, sobald der Rechner richtig gefordert wird. Der Strombedarf des Athlon-Systems steigt beim Ablauf des 3DMark 2006 von 150 auf über 220 Watt.

So unterschiedlich die Systeme sind, so verschieden ist der Stromverbrauch. Dennoch lohnt sich das Sparen fast immer. Schon das komplette Ausschalten, also das Ziehen des Netzsteckers bei Nichtgebrauch, würde bei unserem PC ohne Monitor rund 10 Euro pro Jahr sparen. Welche Stromfresser am Geldbeutel zehren und was man dagegen tun kann, wollen wir im Folgenden aufzeigen.

Steckernetzteile - die heimlichen Diebe

Wer kennt sie nicht, die immer länger werdenden Reihen von Steckernetzteilen, die sich über die Zeit anhäufen. Ärgerlich sind sie aus zwei Gründen: Erstens blockieren Steckernetzteile nicht selten zwei nebeneinanderliegende Steckdosen und zweitens verbrauchen sie Strom - und das oft auch dann, wenn das dazugehörige Gerät gar nicht angesteckt ist. Das können Sie leicht selbst nachvollziehen, indem Sie ein angestecktes Netzteil anfassen: Viele Netzteile erwärmen sich auch ohne angeschlossenes Gerät spürbar. Natürlich gibt es hochwertige und aufwändige Steckernetzteile, die sparsam mit den Ressourcen umgehen, doch leider immer noch weit verbreitet sind die kleinen schwarzen Kästchen billigster Machart.

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Wird's warm? Steckernetzteile verbrauchen fast immer Energie.

In den dort verwendeten billigen Transformatoren sorgt minderwertiges und zu dickes Trafoblech für reichliche Ummagnetisierungsverluste, sodass selbst ohne angeschlossene Last Energie verloren geht. Aber auch im Betrieb sind die meisten Steckernetzteile wenig effizient. Bei den billigsten und gerade deshalb oft anzutreffenden Typen wird überschüssige Spannung in Linearspannungsreglern regelrecht verheizt.

Sparen an der falschen Stelle Da stellt sich die Frage, warum Hersteller Steckernetzteile verwenden, statt die Netzteile direkt in die Geräte zu integrieren. Die Antwort ist so profan wie einleuchtend: Ein Steckernetzteil spart dem Hersteller Ärger. Denn sobald ein Gerät mit Netzspannung betrieben wird, gelten eine ganze Reihe von Sicherheitsvorschriften, die den konstruktiven Aufwand und damit die Kosten in die Höhe treiben.

So müssen Kabel, die Netzspannung führen, doppelt isoliert sein und zudem einen gewissen Mindestabstand zum Gehäuse und zum Niederspannungsteil einhalten. Bei kleinen Gehäusen ist dies mitunter kaum zu lösen. Mit der Verwendung eines Steckernetzteils kauft sich der Hersteller von diesem Problem frei, denn die entsprechenden Richtlinien gelten nur mehr für das Netzteil, nicht aber für das mit Niederspannung betriebene Gerät.

Zudem müssten Hersteller entweder Netzteile verwenden, die für verschiedene Netzspannungen (110 Volt, 230 Volt) geeignet sind, oder aber zwei Produktionslinien fahren. So packt man dem Gerät je nach Land einfach das entsprechende Netzteil bei. Gut für den Hersteller, oft aber schlecht für die Umwelt und den Geldbeutel des Kunden, der nicht nach jedem Gebrauch das Netzteil aus der Steckdose zieht. Ein kurzer Test mit dem über die Jahre gewachsenen Bestand an Steckernetzteilen in unserem Testlabor attestierte rund der Hälfte der Prüflinge schon im Lehrlaufbetrieb - also ohne Last - Verbräuche zwischen 1,9- und 4,2-Watt.

Der Rechner,...

Wie schon beschrieben, kann die Leistungsaufnahme bei Oberklasse-PCs an die 150 Watt, bei hoher Belastung auch weit über 200 Watt betragen. Da man den Rechner ja benutzen will, gibt es nur wenige Möglichkeiten, hier Energie zu sparen. Die beste ist sicherlich, auf besonders verschwenderische Komponenten zu verzichten oder sie gegen Stromsparmodelle auszutauschen. Hier bietet sich zum Beispiel eine On-Board- oder sogar On-Chip-Grafikkarte an, sofern keine hohe Grafikleistung benötigt wird.

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Alles aus: Viele ATXNetzteile verfügen über einen Ein-Ausschalter. Erst wenn dieser betätigt wird, verbraucht der Rechner keinen Strom mehr. Das Hinter den-Rechner-kriechen ist aber umständlich, so dass viele Anwender darauf verzichten. Einfacher geht's mit einer Steckerleiste mit Schalter.

Dient der Rechner nur für Standardaufgaben wie das Schreiben von Briefen und dem Surfen im Internet, lohnt sich ein Modell mit langsamerem Prozessor gleich doppelt. Damit spart man nicht nur Strom, sondern auch bei den Anschaffungspreisen erheblich. Ein weiterer Vorteil: Je geringer die Leistungsaufnahme ist, desto weniger Abwärme muss aus dem Gehäuse transportiert werden.

Auf Deutsch: Der Rechner wird nicht nur billiger, sondern auch leiser. Alternativ bieten sich Stromspar-Prozessoren an, wie sie AMD - dort erscheint gerade die neue Athlon X2 BE-Prozessorreihe mit einer Leistungsaufnahme von 45W - und Intel im Programm haben. Was für die Zimmerbeleuchtung gilt, sollte auch beim PC gang und gäbe sein: Was nicht gebraucht wird, sollte ausgeschaltet werden. Das einfache Knöpfchendrücken oder Herunterfahren per Windows reicht aber nicht. Je nach Netzteil verbrauchen ATX-Rechner im ausgeschalteten Zustand bis zu 9 Watt. Gleiches passiert übrigens auch bei sich erwärmenden Trafos und Netzteilen aller Art, weshalb es auch hier sinnvoll ist, selbige vom Netz zu trennen, wenn sie nicht gebraucht werden.

Trennt man den Rechner komplett vom Netz, sinkt die Leistungsaufnahme auf 0 Watt. Das ist allerdings nicht immer ganz einfach, denn schließlich möchte man nicht vor und nach jeder Sitzung unter den Schreibtisch kriechen müssen, um den Stecker zu ziehen, bzw. hineinzustecken. Für wenige Euro gibt es in Baumärkten und Elektro-Fachgeschäften Steckerleisten mit Schalter zu kaufen, die einen das Ausschalten bequemer erledigen lassen und den Vorteil bieten, auch andere Geräte, die nicht mehr gebraucht werden, ebenfalls vom Netz zu nehmen.

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Kommandostruktur: Mit einer Master-Slave-Steckerleiste ziehen Geräte nur Strom, wenn der Master läuft. Manche Steckerleisten, wie diese von Pearl, lassen sich auch per USB und Software steuern.

In manchen Fällen ist es durchaus sinnvoll, den Rechner im Standby-Modus zu halten. Das kostet zwar noch einmal etwa 1 Watt mehr als das Ausschalten über den ATX-Knopf, bietet aber den Vorteil, den Rechner innerhalb von Sekunden starten zu lassen.<

Wird der Computer als Faxgerät verwendet oder soll von anderen Rechnern aus darauf zugegriffen werden, kommt man kaum um den Standby-Modus herum. Moderne Betriebssysteme arbeiten mit den diversen Stromsparmodi Hand in Hand zusammen. Sinnvoll ist in diesem Fall, eine Zeit einzustellen, nach der sich der Rechner schlafen legt.

Im S3-Modus (Suspend to RAM) wird dann nur der Hauptspeicher mit Strom versorgt - die lärmenden Lüfter schalten sich ebenfalls ab. Welche Zeitspanne am besten passt, muss man für sich selbst herausfinden. Der Arbeits-PC einer Sekretärin wird wohl nur selten in den Stromsparmodus fallen, wenn mehr als 5 Minuten angegeben sind. Aber für ein Abschalten während der Mittagspause sollte es reichen.

Auch für den Fall, dass der Rechner nie ganz vom Netz getrennt werden soll, existieren Stromsparhilfen. So gibt es Steckerleisten, die einen so genannten Master- und meist mehrere Slave-Anschlüsse bieten. Der PC wird dabei in den Master-Steckplatz eingesteckt. Erst wenn er eine gewisse Leistung zieht, also zum Beispiel von einem Modem-Call geweckt hochfährt, schaltet er die Slave- Anschlüsse an denen Drucker, Monitor und so weiter angeschlossen sind, frei.

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