Im Fokus: Öko-Label

Strom sparen um jeden Preis?

Welches sind die sparsamsten Fernseher? Von der Europäischen Union (EU) erwartet man eine Antwort. Im August sollte ein neues Energie-Label vorliegen - und wurde erneut verschoben. Video-HomeVision erklärt Ihnen, wie es aussieht, was es aussagt und welche Folgen es haben wird.

Den Redakteuren von Video-HomeVision verschlug es fast die Sprache: Im Test der Ausgabe 7/10 konnten die Fernseher geradezu grandiose Messergebnisse im Verbrauch erzielen. Im Standby sowie im Betrieb schlugen die Probanden alles bisher Dagewesene. Macht das der harte Konkurrenzkampf möglich? Oder etwa das nahende Energieeffizienz-Label, mit dem die Europäische Union Stromsünder augenfällig enttarnen möchte?

Eigentlich sollte es schon ab August auf dem Fernseherrahmen angebracht sein, doch bei der EU dauert alles ein wenig länger. Im Jahr 2007 waren die acht finalen Reports unter der Bezeichnung "Los 5" für die Produktkategorie Fernseher fertig.

Seitdem wird an dem umfangreichen Material des Fraunhofer-Instituts in Berlin gefeilt. Es findet ein Interessenausgleich mit der Industrie sowie zwischen den EU-Staaten statt, bis schließlich dem Europa-Parlament und -Rat ein Entwurf zum Beschluss vorliegt. Aus ihm wird die rechtskräftige Verordnung.

Den ersten Entwurf hat das Parlament allerdings vor einem Jahr gekippt. Das Label sollte Prozentanga-ben enthalten, was zu verwirrend erschien. Die neue Version kommt innerhalb der nächsten zwei Monate auf die Tagesordnung, bis Oktober könnte sie beschlossene Sache sein. 20 Tage danach darf das Effizienzkennzeichen verwendet werden. Ein Jahr später, also ab Oktober 2011, wäre es dann endgültig Pflicht. Video-HomeVision stellt es schon jetzt vor und erklärt die Feinheiten.

Die Umwelt hat Vorrang

Die Initiative, den Energieverbrauch auch in der Unterhaltungselektronik drastisch zu reduzieren, stützt sich auf dramatische Meldungen. Das Umweltbundesamt erläutert, dass es eine Zunahme von Fernsehgeräten von etwa 276 Millionen im Jahr 2005 über voraussichtlich 392 Millionen im Jahr 2010 auf etwa 411 Millionen im Jahr 2020 geben dürfte.

Gleichzeitig wer-den große Bilddiagonalen zunehmend beliebter. Ohne weitere Maßnahmen könne sich der Energieverbrauch in der EU für Fernsehgeräte von 60 Terawattstunden (TWh) im Jahr 2007 auf 132 im Jahr 2020 mehr als verdoppeln.

Mit entgegenwirkenden Restriktionen ließen sich dagegen bis zum Jahr 2020 im Vergleich zur Hochrechnung 43 TWh Energie sparen. Das entspricht laut Umweltamt dem Betrieb von elf Kraftwerken mit einer Leistung von 800 Megawatt und dem Ausstoß von 17,2 Millionen Tonnen Kohlendioxid. Aber selbst dann liegt der Stromverbrauch von TV-Geräten mit ca. 89 TWh noch deutlich über dem von 2007.

Auf Basis der europäischen Ökodesign-Richtlinie für Energie verbrauchende Produkte (Energy using Products, kurz EuP) aus dem Jahr 2005 nahm die EU die Bildmaschinen schließlich genau unter die Lupe. Das neue Energieeffizienz-Kennzeichen stellt den Höhepunkt der Energiespar- Initiative dar. Es soll gewährleisten, dass die Verbraucher bei der Kaufentscheidung selbst abwägen können.

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