Klein, aber mit mächtig Wumms

Streamium Wireless Micro

  1. Philips Micro-Hifi-System
  2. Streamium Wireless Micro

Philips kommt zur IFA mit einem ebenso kompakten wie genialen Micro-HiFi-System, das Internetradio, Festplattenserver und Wireless Music Streaming vereint. Aber das Beste ist sein überragender Klang.

Test Micro-Hifi-System mit Festplatte

© Archiv

Philips MCi 500 H

Wie die Rivalen von Matsushita (Panasonic) begann Philips mit Glühlampen. Anders als Panasonic ließ sich Philips immer wieder zu tollkühnen Experimenten in Design und Technik hinreißen. So kam es, dass so manche eigenwillige Kreation der Eindhovener vor allem im Audio-Bereich nicht selten auf einem genialen Ansatz basierte, aber im Gesamtergebnis nicht immer rundum überzeugen konnte.Mit dem neuen Streamium Wireless Micro HiFi System, kurz MCi 500 H genannt, meldet sich Philips aus der Zukunft zurück. Mit sehr viel Sinn für das ganzheitliche Ergebnis, also das, was unterm Strich für den Nutzer herauskommt, verbindet das angesichts seiner fabelhaften Fähigkeiten fast schon wie ein Sonderangebot wirkende Micro-System beinahe grenzenlose Netzwerk-Fähigkeiten und konventionelle, aber gekonnt eingesetzte Lautsprechertechnik. Vorbei sind die Zeiten mit technisch wie akustisch aus dem Rahmen fallenden Hochtonbändchen und ähnlichen schrillen Extravaganzen.

Das MCi 500 H kommt mit klassichen Zweiwege-Bassreflexboxen in Monitor-Bauweise mit schlankem, aber tiefen Gehäusen aus kunststoffbeschichtetem MDF. Die fest mit den Boxen verbundenen Kabel schließen mit ihren beiden farblich gekennzeichneten Spezialsteckern Anschlussprobleme ebenso aus wie freie Strippenwahl. Immerhin verwendet Philips eine bessere, sprich dickere Kabelqualität als die meisten Mitbewerber.Doch nicht nur der Aufbau der Anlage überzeugt, auch die Inbetriebnahme der unzähligen Programmquellen lässt sich intuitiv bewerkstelligen - angesichts der Kombination von Festplatten- Music-Server, UKW- und Internetradio, CD-Player, Streaming-Client und USB-Player-Dock auf kleinstem Raum mit wenigen Tasten beileibe keine Selbstverständlichkeit.Die Schnell-Start-Anleitung trägt ein Übriges zur stressfreien Annäherung an das kleine Universal- Genie bei. Das Rippen der eingelegten CD funktioniert einfach via roter REC-Taste, die Navigation mit dem zentralen Farbbildschirm folgt dem Apple iPod. Wer sein MCi 500 H per Plug and Play via Ethernet oder WLAN mit seinem DSL-Router verbindet, genießt perfekten Bedienkomfort selbst im Umgang mit CDs.

Sie legen etwa die neue Coldplay-CD in das zwischen beiden optisch voneinander abgehobenen Blöcken des Systems integrierte Laufwerk und finden nur einen kleinen Augenblick später den Steckbrief der jeweiligen Disc auf dem Bildschirm.

USB-Port

© Archiv

Mit dem USB-Port auf der Oberseite spielt das MCi 500 H Musikdateien vom Speicherstick.

Das MCi 500 H fragt für jede eingelegte CD in der Internetdatenbank Album- und Titelnamen ab und lädt das CD-Cover auf den Schirm. Das Ganze dauert nicht länger, als manche Multinorm-Laufwerke zum Einlesen des Disc-Verzeichnisses brauchen und verdient nicht nur auf die Preisklasse bezogen höchstes Lob.

Einzig das Internetradio sorgt anfangs für einige Umstände und Verzögerungen. Das Streamium-System besteht auf der Eingabe der Internetadresse des Benutzers mittels Zehner-Tastatur auf der Fernbedienung, was etwa genauso fummelig ausfällt, wie ein SMS zu schreiben.

Dann folgt eine E-Mail an den zumindest am Anfang benötigten PC mit weiteren Instruktionen und Link zur Kundenregistrierung von Philips. Dort ist man noch ein Weilchen damit beschäftigt, seine persönlichen Daten preiszugeben, damit man endlich sein praktisches und dabei satt klingendes Internetradio benutzen kann.Machte das Micro-System schon mit Webradio eine erstaunlich gute Figur, wusste die Musikwiedergabe von der Festplatte oder CD regelrecht zu begeistern. Zunächst beeindruckte die besonders glückliche tonale Abstimmung der beiden mit konventionellen Weichkalotten-Hochtönern bestückten Monitorboxen.

Die große Homogenität in den Mitten und Höhen erinnerte in Verbindung mit einem erstaunlich tiefreichenden und sauberen Bass unweigerlich an die grandiosen Midi-Systeme von Denon, deren Boxen in Deutschland abgestimmt wurden. Attacke, Fokus und Detailreichtum empfehlen zusammen mit den natürlichen Klangfarben das Stream-Team sogar für anspruchsvolle Musik wie Jazz und Klassik. Sägende Streicher sind nicht einmal von der klanglich kaum von CD zu unterscheidenden Festplatte (MP3 mit bis zu 256 kb Datenrate) zu befürchten.

Test Micro-Hifi-System

More than just a stream

\n PhilipsMCi 500 H
www.philips.de
600 Euro

CD-Receiver mit Festplatte

Weitere Details

80 Prozent

Konzept
CD-Receiver mit Festplatte und Internetradio plus Zwei-Wege-Stereo-Boxen

Testurteil
sehr gut
Preisurteil
überragend

Fazit

Philips schuf ohne unnötige Experimente eines jener in jeder Hinsicht herausragendes Produkte, die man sogar seinen besten Freunden empfehlen würde.

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