Big Apple

Streaming - So streamt Apple

Was New York für die USA bedeutet, ist Apple für viele Technik-Fans: Trendsetter, Mysterium und Kreativ-Pool, der immer für eine Überraschung gut ist.

Apple- Technologien

© Video Homevision

Apple- Technologien
Apple- Technologien

© Video Homevision

Hard- und Software bilden ein eingespieltes Team, der PC steht im Mittelpunkt. Er tauscht im Heimnetzwerk und über den Internet-Dienst MobileMe mit anderen Geräten Daten aus.

Der Kurs der Apple-Aktie ist in den vergangenen zehn Jahren explodiert: von weniger als 20 auf annähernd 360 US-Dollar. Das entspricht einem Wachstum von ca. 2.000 Prozent. Zahllose Technik-Fans tragen dazu bei: mit dem Kauf von iPods, iPhones, Mac-Computern und natürlich von iPads.

Es gibt viele Erklärungsversuche für diesen Erfolg. Wie wäre es etwa mit diesem: Apple-Produkte sehen schick aus, enthalten hochwertige Gehäuse- Materialien und sind in der Regel gut verarbeitet. Plastik-Look oder Kunststoff-Feeling, wie man es an vielen Konkurrenzprodukten beobachten kann, lässt Chefdesigner Jonathan Ive nicht zu.

Sicherlich hat auch "His Steveness" einen entscheidenden Anteil an dem Erfolg. Er hat Apple nicht nur zu dem gemacht, was es heute ist. Er beeinflusst mit seinen Entscheidungen die ganze Elektronikbranche.

Apple- Technologien

© Video Homevision

Video Store : iTunes liefert Videos in SD- und HD-Qualität. Filme werden zum Kauf und Download (ab etwa 3,99 bis 16,99 Euro) oder als Leihvideo angeboten (0,99 bis 4,99 Euro). TV-Serien gibt es nur als Download. Wie bei allen Online-Videotheken schwankt die Auswahl. Einige Titel können gekauft und geliehen werden, andere nur entweder oder. Manche verschwinden nach einiger Zeit wieder aus dem Katalog.

Apple erkannte früher als andere Hersteller, wie bedeutsam die Vernetzung elektronischer Geräte zu Hause ist. Steve Jobs stellte auf der Fachmesse Macworld 2001 seine Idee vom "Digital Hub" erstmals der Öffentlichkeit vor. "Hub" ist das englische Wort für "Nabe", und ein PC - so Jobs - sei der ideale Dreh- und Angelpunkt für den neuen, digitalen Lifestyle.

Zur Erinnerung: 2001 knipsten gerade einmal 15 Prozent der in den USA verkauften Fotokameras digital. Legale Download-Angebote für Musik oder Filme fehlten komplett, und bis zur Vorstellung des ersten iPod sollte noch ein Dreivierteljahr vergehen. Trotzdem gab es auf Mac-Computern bereits die iDisk, einen Speicherplatz im Internet, über den man zum Beispiel Fotos mit anderen teilen konnte.

MobileMe oder wo geht's zur iCloud?

Heute, ein Jahrzehnt später, heißt dieser Apple-Dienst MobileMe, und die Idee dahinter ist gerade als "Cloud Computing" auf der CeBIT 2011 heiß gehandelt worden. Sie besagt, dass alle unsere Kontakte, Termine, Medien und PC-Programme über kurz oder lang in eine "Datenwolke" (auf Englisch: "Cloud") auswandern.

Mit Internet-Handys, Tablets und stationären Computern können wir darauf zugreifen und müssen etwa Adressen nur noch einmal ändern. Die übrigen Geräte aktualisieren ihren Datenbestand automatisch - wie durch Geisterhand. Geht ein Handy kaputt oder wird es gestohlen, sind die Telefonbucheinträge nicht mehr verloren, das neue Gerät zieht sie einfach wieder aus dem Netz.

Mit iPhone und MobileMe funktioniert das bereits so. Ab Herbst überträgt Apple das Konzept auf Mediendateien. Fotos und Musikstücke sollen dann im Internet auf der sogenannten iCloud gespeichert werden, damit iPad, iPhone und iPod darauf zugreifen können.

Von Videos und der Set-Top-Box Apple TV war bei der Ankündigung keine Rede. Unterwegs einen Film auf dem iPad zu starten und zu Hause am Fernseher mit Apple TV zu Ende zu schauen ist damit noch nicht möglich.

Apple- Technologien

© Video Homevision

Mobile Store: Videos und Musik lassen sich auch vom iPod, iPhone oder iPad aus kaufen und laden. Die Titel werden später beim Anschluss an den Rechner in die heimische Mediathek übertragen. Dort stehen sie dann dem gesamten Apple-Netzwerk zur Verfügung. Ausnahme: Auf einem Mobilgerät ausgeliehene Videos können nur dort abspielt werden. Sie lassen sich aber mit AirPlay drahtlos auf ein Apple TV streamen.

Schon länger Realität ist die einfache Verbindung von Apple-Geräten im Heimnetzwerk: Seit 2002 und Version 10.2 ("Tiger") erkennt das Mac-Betriebssystem OS X neue Teilnehmer im Netz von selbst. Die Technologie "Rendezvous" - später aus lizenzrechtlichen Gründen in "Bonjour" umbenannt - macht die Konfiguration von Treibern weitgehend überflüssig.

Mac-taugliche Drucker erscheinen automatisch in der Auswahl, und die Musik aus iTunes steht mit einem Mausklick anderen Computern oder Netzwerk-Playern zur Verfügung. Das klappt bei Microsoft dank UPnP zwar auch, aber erst seit Windows Vista (2006) ist dafür keine zusätzliche Software mehr erforderlich. Und richtig selbsterklärend wirkt die Medienfreigabe in Windows bis heute nicht.

Apple hat diese Chance genutzt und brachte 2003 iTunes für Windows heraus. "Rendezvous" für die Microsoft-Welt folgte wenig später. Seither kommen auch klassische PC-Nutzer in den Genuss üppiger Netzwerkfunktionen.

Apple- Technologien

© Video Homevision

AirPlay: Die hauseigene Streaming-Technologie überträgt Musik und Videos aus iTunes auf AirPlay-fähige Empfänger. Das können iPod & Co. sein, Apple TV oder AV-Geräte anderer Hersteller wie B&W, Denon oder Marantz. Zur Übertragung dient das normale LAN oder WLAN.

Die Leichtigkeit, mit der Daten in der Apple-Welt fließen, hat aber ihren Preis - ganz abgesehen von den Anschaffungskosten, die teilweise deutlich über denen anderer Notebooks, Smartphones oder Netzwerk-Player liegen. Es ist der Preis der Wahlfreiheit, den Apple-Kunden gerne bezahlen, weil er das Ende von Computer- und Netzwerkproblemen verspricht.

Dreh- und Angelpunkt: Medien-Verwaltung

Wer die Medien-Verwaltung iTunes nutzt, legt sich auf bestimmte Dateiformate fest. Das Programm unterstützt AAC, MP3 und MP4, kann aber weder WMV-noch DivX-Videos abspielen. Auch mit dem in High-End-Kreisen hoch geschätzten Audio-Codec FLAC bleibt der Player stumm. Stattdessen bietet Apple mit MOV und ALAC eigene Alternativen an.

Schon deshalb kommen als Abspielgeräte nur Apple-Produkte in Frage - oder solche, die das Unternehmen zertifiziert hat. Den iPod anstöpseln, am Computer alle Medien auswählen, die überspielt werden sollen, fertig.

Zwar lässt sich iTunes mit Zusatzprogrammen so umbiegen, dass auch andere MP3-Player erkannt werden - nach einem Jailbreak akzeptiert ein iPhone auch Apps, die nicht aus dem iTunes Store stammen. Aber Computerbastler verschenken damit den größten Vorteil der Apple-Lösung: die einfache Bedienung.

Apple- Technologien

© Video Homevision

Time Machine: Die Funktion "Time Machine" am Mac fertigt unbemerkt regelmäßige Backups der Computer-Festplatte an - auf einer externen USB-Platte oder auch (drahtlos) übers Netzwerk. Bei Rechnerproblemen lassen sich die Daten aus dem Backup einfach wiederherstellen.

Statt drahtlos Musik ins Wohnzimmer zu streamen oder Videos anzusehen, verbringen sie Zeit mit der Suche nach Updates, mit der Installation von UPnP-Servern, dem Konvertieren von Medien oder damit, die Konfiguration zum Laufen zu bringen.

Wie gerne sich Kunden von Apple leiten lassen, verdeutlicht der iTunes Store. 2003 als Online-Shop für Download-Musik gestartet, durchbrach er vor einem Jahr die Schallmauer von zehn Milliarden verkauften Songs. Zwar dürfte ein Großteil der - laut Apple - über 13 Millionen Titel auch illegal im Web zu finden sein, aber nicht so übersichtlich sortiert, ansprechend aufbereitet und gut verfügbar.

Per Klick zum Film

Download-Videos könnten eine ähnliche Wirkung entfalten. Der Film ist in iTunes schneller gekauft und heruntergeladen als eine DVD gerippt und ins iPod-Format konvertiert. Mal abgesehen davon, dass zum Rippen der Kopierschutz der Disc illegal umgangen werden muss. Danach lässt sich mit dem Video das Gleiche anstellen wie mit einem gekauften Download: am Computer ansehen, auf iPod, iPhone oder iPad übertragen oder via AirPlay drahtlos auf Apple TV streamen.

Apple- Technologien

© Video Homevision

Remote: Eine Gratis-App für iPhone, iPod touch oder iPad macht das Apple-Gerät zu einer WLAN-Fernbedienung: Der Nutzer kann eine iTunes-Mediathek am Bildschirm wählen oder durch die Cover-Sammlung blättern und die Wiedergabe starten. Das Programm wird dann auf einem PC oder einem AirPlay-Gerät abgespielt.

Um das Digital Rights Management (DRM), mit dem die Filmanbieter ihr geistiges Eigentum schützen, kümmert sich iTunes. Und zwar so, dass der Kunde möglichst wenig davon mitbekommt. Er muss den Computer zu Beginn einmal mit seinem iTunes-Konto verbinden, danach funktioniert die Wiedergabe reibungslos.

Nur wer versucht, ein selbstgebranntes Duplikat der Videodatei zu verschenken, ruft den Kopierschutz-Wächter namens "FairPlay" auf den Plan: iTunes am fremden PC oder Mac verlangt Name und Passwort des Käuferkontos, sonst bleibt der Monitor dunkel. Der Eigentümer wird sich die Preisgabe überlegen, denn maximal fünf Rechner können gleichzeitig aktiviert sein. Das reicht für die Familie, nicht aber für den Kegelverein.

Das iTunes-Konto, auch "Apple ID" genannt, wird für Kunden des Unternehmens schnell zur zweiten Währung. Sie kaufen Musik- und Video-Downloads damit, installieren Apps auf ihrem iPad oder laden Zeitungen und Zeitschriften herunter. Selbstverständlich gibt es Konkurrenzprodukte, die ähnlich gut funktionieren, mitunter sogar besser.

Doch eine Apple-Lösung ist mehr als die Summe ihrer Teile: Sie verbindet das Nützliche mit dem Angenehmen. So wie ein Arbeitsessen im Vier-Sterne-Restaurant, ein Nachmittag auf dem Golfplatz oder eine Erste-Klasse-Fahrt mit der Deutschen Bahn. Obwohl: Letzteres hieße nun wirklich Äpfel mit Birnen zu vergleichen.

Mehr zum Thema

Streaming
Ratgeber: Netzwerk

Einmal einen Film speichern und überall im Haus schauen: Streamingn ist einfach wie nie zuvor. Wir informieren Sie über die Geschichte,…
TEAC CR-H700: Netzwerkfähiger CD-Receiver mit AirPlay
Receiver

Mit dem in silber oder schwarz erhältlichen TEAC CR-H700 CD-Receiver kann Musik von CD, von Apple Geräten wie iPhone, iPad oder iPod Touch und dem…
EyeTV Mobile an iPhone 5
Mobiles Fernsehen

Elgato bringt seinen DVB-T-Stick EyeTV Mobile in einer neuen Version mit Lightning Connector auf den Markt. Damit wird mobiles Fernsehen auch auf…
Prime Instant Video: Am 26. Februar geht Amazons Video-on-Demand-Dienst online.
Streaming für Prime-Kunden

Amazon startet für Prime Kunden den Streaming-Dienst Prime Instant Video nun auch in Deutschland. Der Preis kann sich im Vergleich zu Watchever & Co.…
vod,amazon,prime
Maxdome, Watchever und Co.

Filme aus Online-Videotheken wie Maxdome oder Watchever sind auf immer mehr Geräten abspielbar. Ganz so universell läuft das Ganze dann aber doch…