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Stadtpläne für iPod und Handy

Stadtpläne auf dem Handy? Navigation auf kleinen Displays? So zweifeln die meisten Handy-Nutzer. Doch es gibt ein paar kostenlose Angebote, die auch größte Skeptiker überzeugen sollten.

Stadtpläne für iPod und Handy

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Die Navigation mit dem Handy ist kinderleicht

Stadtpläne auf dem Handy? Navigation auf kleinen Displays? So zweifeln die meisten Handy-Nutzer. Doch es gibt ein paar kostenlose Angebote, die auch größte Skeptiker überzeugen sollten.

Das Handy hat man eigentlich immer dabei. Da wäre es doch praktisch, wenn man es auch dazu benutzen könnte, um schnell einmal auf dem Stadtplan nachzusehen, wo eigentlich das Cafe ist, in dem man sich verabredet hat. Diese Vorstellung mag für viele Zukunftsmusik sein - dabei sind Karten, Stadtpläne und Navigationslösungen für Handys längst Realität. Wer sich davon überzeugen möchte, wie nützlich sie sind, sollte sich unbedingt ein Bild hiervon machen. Im Folgenden stellen wir kostenlose Lösungen vor, mit denen das unverbindlich geht.Tatsache ist, dass die große Zeit der Handy-Navigation erst noch kommt. Die Marktforscher von Berg Insight haben zum Beispiel errechnet, dass die Nutzung von Handy-Navigation um mehr als 60 Prozent pro Jahr ansteigen wird. 2012 soll es dann weltweit mehr als 43 Millionen Nutzer geben.

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Die Navigation mit dem Handy ist kinderleicht

Die Einnahmen durch Werbung und Abonnements sollen sich bis dahin mehr als verfünffachen - das macht die Anwendung für die Industrie interessant. Bis jetzt sind offenbar viele Handy-Besitzer noch nicht davon überzeugt, dass Karten, Stadtpläne, Routenplaner und Navigationslösungen auf den kleinen Geräten tatsächlich sinnvoll sind. Die meisten können sich nicht vorstellen, dass eine Karte auf dem Handy-Display lesbar ist und das Datenmaterial für ganz Europa auf eine kleine Speicherkarte passt. An dieser Stelle leisten Google und Nokia Pionierarbeit, indem sie Routenplaner und Kartenmaterial kostenlos zur Verfügung stellen.

Google bietet eine mobile Variante seines populären Dienstes Google Maps an, mit dem sich Landkarten, Stadtpläne und Satellitenfotos anzeigen lassen. Mit Google Maps lassen sich Orte suchen und Routen berechnen. Die kostenlose Software Nokia Maps hat ungefähr den gleichen Umfang. Im Gegensatz zu Google Mobile Maps liegen die digitalen Karten jedoch nicht auf einem Webserver, von dem sie heruntergeladen werden müssen. Nokia verschenkt das Kartenmaterial. Je nach Bedarf und Speicherplatz gibt es gratis Karten für ein einzelnes Land oder gar einen ganzen Kontinent. Navigation in Form von Fahranweisungen ist mit beiden Lösungen nicht möglich, bei Nokia Maps können entsprechende Module hinzugekauft werden.

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Ganz einfach unterwegs das Handy als mobiles Navigationsgerät nutzen

Karten für jedermann

Einer der großen Vorteile von Google Maps für Handys besteht darin, dass die Anwendung auf vielen Plattformen läuft. Google Mobile Maps ist kompatibel zu - den meisten Java-fähigen (J2ME) Handys - Palm-Geräten mit Palm OS 5 und höher - allen Blackberrys mit Farbdisplay - Symbian-Handys, Serie 60, 3rd Edition - Geräten mit Windows Mobile 2003, Second Edition 5.0 und höher

Mit der neuesten Version von Windows Mobile 6.1 kommt Google bisher allerdings noch nicht zurecht. Um Google Maps auf dem Handy nutzen zu können, muss zunächst die Client-Software auf dem mobilen Gerät installiert werden. Hierfür bietet Google zwei einfache Wege an. Entweder man klickt am PC auf der Webseite die Schaltfläche "Jetzt starten" an und gibt auf der nächsten Seite seine Handy-Nummer ein. Daraufhin erhält man eine SMS mit einem Download-Link zur passenden Anwendung. Der Google-Server erkennt dabei automatisch, um welches Betriebssystem es sich bei dem anfragenden Handy handelt und bietet die entsprechende Anwendung zum Download an. Ist der Download abgeschlossen, startet auf dem Handy ein automatischer Installationsvorgang, der das Tool ohne weitere Rückfragen in die passenden Verzeichnisse installiert.

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Alle Funktionen von Google Maps funktionieren auch auf dem Handy: Karten durchstöbern, Branchen suchen, Routen berechnen, Satellitenfotos abrufen

Der andere Weg führt über den Browser auf dem Handy. Gibt man dort die gleiche Adresse ein, erkennt der Google-Server das Betriebssystem und zeigt - vorausgesetzt, es handelt sich um ein kompatibles System - eine Textseite mit dem passenden Download-Link an. Alles Weitere funktioniert wie oben beschrieben.

Nach der Installation sorgt die neue, noch als Beta gekennzeichnete Funktion "Mein Standort" im Idealfall dafür, dass sofort eine Karte mit dem derzeitigen Standort des Handy- Nutzers angezeigt wird. Mit Handys, die einen integrierten GPS-Empfänger besitzen, funktioniert das überwiegend reibungslos. Bei Handys ohne GPS zieht Google eine eigene Datenbank heran, die Informationen zu den Standorten von Mobilfunkmasten und der Abdeckung durch Mobilfunkzellen enthält. Prinzipiell kann der aktuelle Standort auf diese Weise nur ungefähr berechnet werden. Leider enthält die Datenbank noch nicht genügend Informationen und auch nicht alle Handys geben die Adresse der aktuellen Funkzelle aus.

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Selbst die Satelliten Fotos von google maps kann man auf dem Handy betrachten

Die Funktion "Suchen", die mit der rechten Auswahltaste am Handy aufgerufen wird, stellt eine Branchensuche dar. Tippt man beispielsweise "Pizza" in die Eingabezeile ein, werden italienische Restaurants und Pizza-Imbisse in der Umgebung angezeigt. Der Vorteil gegenüber der PC-Version von Google Maps: Die Telefonnummern, die immer mit angezeigt werden, lassen sich auf dem Handy direkt anwählen.

Sucht man dagegen eine private Adresse, wählt man im Menü "Optionen" den Eintrag "Routenplaner". Dort kann man in jeweils eine Eingabezeile Start- und Zielort eingeben, indem man beispielsweise zunächst den Straßennamen mit Hausnummer und dann den Ort eintippt. Die Route wird berechnet und lässt sich Schritt für Schritt auf der Karte ansehen oder als Wegbeschreibung lesen. Die Eingabe nur eines Ortes, dessen Umgebung man vielleicht durchstöbern möchte, ist nicht möglich.

Neben dem Kartenmaterial können Routen und Standorte wie bei der Webanwendung auch in der Hybridansicht, das heißt mit Satellitenbildern und eingeblendeten Karteninformationen angezeigt werden. Über die Tasten des Handys lassen sich Karten und Satellitenbilder je nach Bedarf zoomen.

Die Voraussetzung zur Nutzung all dieser Funktionen von Google Maps ist eine funktionierende Internetverbindung auf dem Handy. Dazu müssen die Zugangsdaten des Mobilfunkanbieters richtig eingestellt sein. Alle Provider in Deutschland senden diese Daten per SMS, nachdem man sie online bestellt und seine Telefonnummer hinterlegt hat.

Nokia Maps für Nokia-Nutzer

Mit Nokia Maps lassen sich wie bei Google weltweit Orte suchen und darstellen. Die Ergebnisse werden als Favoriten gespeichert. Ist das Handy mit einem integrierten GPS-Empfänger ausgestattet oder ist ein Empfänger per Bluetooth verbunden, wird der aktuelle Standort angezeigt. Davon ausgehend können Points of Interest in der Umgebung gesucht werden. Dabei sucht man entweder im Modus "Gehen" beispielsweise nach Sehenswürdigkeiten, Geldautomaten, Postämtern, Bahnhöfen und Kinos oder im Modus "Fahren" nach Tankstellen, Parkplätzen oder Autohändlern.

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Mit der kostenlosen Version von Nokia Maps lassen sich Karten anzeigen und Routen berechnen. Für die Navigation müssen Zusatzmodule gekauft werden

Zwischen den gefundenen Orten und Points of Interest lassen sich Routen mit den üblichen Optionen - schnellste/sparsamste Route, Maut umgehen - planen und auf der Karte anzeigen. Hier sind Kartenansichten in 2D, 3D, Satellitenbilder und die Hybridansicht (Karte und Satellitenfoto) möglich.

Der größte Vorteil bei den Nokia Maps besteht darin, dass die Karten nicht bei jeder Anfrage vom Server heruntergeladen werden müssen, sondern als kostenlose Downloads zur Verfügung stehen. So kann man mit dem entsprechenden Nokia-Handy die Karten von Europa (1,39 GByte), Amerika (1,23 GByte), Asien (447 MByte), Australien/ Ozeanien (128 MByte) und Afrika (112 MByte) am PC herunterladen und auf eine Speicherkarte für das Handy kopieren. Aus diesen großen Datenpaketen lassen sich auch nur einzelne Länder auswählen und herunterladen. Die Karten von Deutschland, Österreich und der Schweiz benötigen lediglich 349 MByte Speicher.

Damit die Kartendaten von der Speicherkarte genutzt werden, gibt man über das Optionsmenü der Software den Befehl "Offline gehen" ein. Wählt man allerdings die Satelliten- oder Hybrid-Ansicht, wählt sich Nokia Maps wieder auf dem Online-Server ein, um die entsprechenden Daten nachzuladen. Bei einer Route von ca. 20 Kilometern fallen dann zum Beispiel 1,2 MByte an.

Kompatibel sind übrigens die meisten Nokia-Handys der Reihen 6xxx, E und N. Möchte man Nokia Maps auch für die Navigation nutzen, müssen Module für Autofahrer, Fußgänger und Verkehrsinformationen lizenziert werden.

- Module "Fahren" und "Gehen" für D/A/CH: 70 Euro/Jahr, für Europa: 100 Euro/Jahr- Modul "Gehen" für D/A/CH: 25 Euro/Jahr, für Europa: 50 Euro/Jahr- Verkehrsinformationen für D/A/CH: 20 Euro/Jahr- Reiseführer zu einzelnen Städten oder Regionen: 8 bis 10 Euro

EuroNeben den (günstigeren) Jahreslizenzen können auch Lizenzen für einen Monat oder für ein Quartal erworben werden (). So kostet das Navigationspaket beispielsweise im Urlaub 17 Euro mit Europakarten und Verkehrsinformationen für einen Monat.

Voraussetzung für den Einsatz der Navigationsmodule ist ein GPS-Empfänger. Dieser ist bei einigen Nokia-Modellen, wie 6110, 6210, E66, N78, N95 und anderen, bereits integriert. Per Bluetooth können jedoch auch externe Empfänger von Holux, Navilock, Pharos u.a. verwendet werden.

Der Nachteil von Google Maps auf dem Handy besteht darin, dass die Karten und Satellitenbilder stets vom Server heruntergeladen werden müssen. So sind die Daten zwar jederzeit aktuell, es fallen jedoch jedesmal Kosten für die Datenverbindung per GPRS oder UMTS an.

Eine Route von 20 Kilometern benötigt in der reinen Kartendarstellung zwar nur ungefähr 250 KByte, doch mit einem älteren Mobilfunkvertrag, bei dem 19 Cent je 10 KByte abgerechnet werden, fallen damit bereits 4,75 Euro an. Damit man hier keine böse Überraschung erlebt, sollte man einen zusätzlichen Datentarif zu seinem Mobilfunkvertrag abgeschlossen haben oder eine Prepaid-Karte von Discountern wie Blau.de, Simply, Simyo, Callmobile oder Klarmobil einsetzen. Im Ausland sollte man allerdings auch mit diesen Tarifen vorsichtig sein, denn dann fallen Roaming-Gebühren an.

Wie Nokia Maps aufs Handy kommen, verrät Seite 2...

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