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Ratgeber Internet Sprachanpassung für Themes und Erweiterungen

Nicht immer stehen für ein installiertes Template oder eine Erweiterung deutsche Texte zur Verfügung. Mit etwas Know-how und den richtigen Werkzeugen ist die Lokalisierung der Inhalte aber nicht schwer.
internet, webdesign, template, magento, joomla, wordpress © Internet Magazin

Wer Wordpress, Magento oder auch Joomla auf seinem Server installiert, kann mit wenigen Mausklicks deutsche Oberflächen für das Backend und das Frontend aktivieren. Dazu muss im Zweifel lediglich die deutsche Sprachdatei heruntergeladen und aktiviert werden.

Häufig sind aber Themes und Templates schlecht oder gar nicht übersetzt und auch zahlreiche Erweiterungen liegen lediglich in der Muttersprache der Entwickler vor.

Erscheinen Teile einer ansonsten deutschsprachigen Site plötzlich in einer anderen Sprache, wirkt dies auf die Nutzer genauso irritierend wie Texte, die mit einem schlechten Programm übersetzt zu sein scheinen. Hilfe zur Selbsthilfe ist aber gar nicht so weit entfernt. Wer die Fleißarbeit nicht scheut, kann so auch exotischere Komponenten an die eigene Sprache anpassen.

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Alle modernen CMS oder Blog-Systeme sind auf Mehrsprachigkeit angelegt. Der Entwickler einer Erweiterung oder eines Templates sollte an den Stellen, an denen Ausgaben des Systems notwendig sind, mit den entsprechenden Platzhaltern arbeiten. Welche Texte dann ausgegeben werden, steuern die Einträge in den Lokalisierungsdateien.

Soweit zumindest die Theorie. Denn gerade beim Design von Themes und Templates platzieren Entwickler statt der notwendigen Codes gern Texte gern direkt im Quellcode der Datei, die dann von einer Anpassung der Sprachdateien natürlich nicht erreicht werden. Damit wartet auf den Übersetzer deutlich mehr Arbeit, denn in den Code-Zeilen dann die zu übersetzende Stelle zu finden, ist ein Geduldsspiel.

Und was noch schlimmer ist: Steht eine neue Version des Templates zur Verfügung und wird aktualisiert, war die Arbeit vergeblich, da sie durch die neue Version überschrieben wird. Wenn Sie sich tatsächlich entschließen sollten, solche Erweiterungen anzupassen, ist besonders vorsichtiges Arbeiten angesagt. Denn ein aus Versehen gelöschtes Semikolon in einer Quelldatei kann bereits dazu führen, dass eine Erweiterung nicht mehr funktioniert.

Schritt für Schritt passen Sie die Textstrings an. Beachten Sie dabei aber eventuell gesetzte Variablen, die auch in der Übersetzung vorkommen müssen. © Internet Magazin
Schritt für Schritt passen Sie die Textstrings an. Beachten Sie dabei aber eventuell gesetzte Variablen, die auch in der Übersetzung vorkommen müssen.

Wordpress übersetzen

Wordpress nutzt für die Verwaltung und Übersetzung ein System, das aus der Linux-Welt stammt und dort nach wie vor in vielen Programmen die Basis für Lokalisierungen bildet. GNU Gettext nutzt für die Lokalisierung zwei Dateien. Alle klar lesbaren Anweisungen lagern in einer Datei mit der Endung *.po (Portable Object).

Für jede Sprachvariante existiert eine solche Datei oder muss dafür angelegt werden. Damit Wordpress die Texte auch ausgeben kann, wird im Rahmen der Übersetzung daraus eine binäre Datei erzeugt, die die Endung *.mo (Message Object) trägt. Wordpress erkennt anhand der vorangestellten Länderkennzeichen im Dateinamen, um welche Sprache es sich handelt.

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Für die Bearbeitung von .po- und .mo-Dateien gibt es mit Poedit ein seit Jahren bewährtes Programm. Doch mit einem cleveren Plug-in sparen Sie sich sogar das Herunterladen der .po-Dateien und das Hochladen auf den Server.

Nach der Installation und Aktivierung der Erweiterung finden Sie das Programm im Menübaum unter Werkzeuge. Auf dem Bildschirm suchen Sie in der entsprechenden Rubrik nach dem Teil, den Sie übersetzen wollen. Im ersten Schritt fügen Sie eine neue Sprache hinzu. Der entsprechende Dialog kümmert sich um die korrekte Zuweisung der Landeskennzeichen.

Ist die Sprache angelegt, müssen die Texte, die zu übersetzen sind, eingelesen werden. Die Analyse kann einen Moment dauern. Danach präsentiert Ihnen das Plug-in die Textstrings, die Sie jetzt Schritt für Schritt durchgehen und anpassen. Mit einem Klick auf die entsprechende Schaltfläche wird dann auch die notwendige .mo-Datei angelegt. Einfacher geht es kaum.

Die Übersetzung einer .ini-Datei für Joomla ist mit einem einfachen Texteditor möglich. © Internet Magazin
Die Übersetzung einer .ini-Datei für Joomla ist mit einem einfachen Texteditor möglich.

Sprachdateien für Joomla anpassen

Sie arbeiten mit Joomla 2.5? Dann finden Sie dort bereits intern eine clevere Funktion, um die Texte der Standardsprache zu verändern. Loggen Sie sich in das Backend ein und wechseln Sie in den Bereich Erweiterungen/Sprachen. Wählen Sie den Reiter Overrides aus und klicken Sie auf Neu. Über die Suchfunktion fragen Sie den bereits übersetzten Begriff ab, der Ihnen nicht zusagt. Anschließend ändern Sie dessen Übersetzung mit einem Text in der Override-Maske.

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Die Sprachdateien für Joomla befinden sich im Ordner language, der Unterordner für die verschiedenen Sprachen enthält. Die Dateien selbst tragen die Endung *.ini. Der Aufbau ist sehr einfach. Auf der linken Seite befindet sich der Originaltext, hinter dem Gleichheitszeichen dann die entsprechende Übersetzung: READMORE=Weiterlesen. So können Sie bei Bedarf auch mit einem Texteditor Anpassungen an den Sprachdateien vornehmen.

Magento

Auch Magento setzt auf Sprachdateien, die in einem einfachen CSV-Format vorliegen. Zum Beispiel unter /app/design/frontend/<base oder default>/<eigenesTemplate>/locale/de_DE/translate.csv. Zwischen zwei Anführungszeichen steht darin immer der Abschnitt, der übersetzt werden kann, dem dann, ebenfalls von Anführungszeichen umschlossen, die Übersetzung folgt.

Werden diese Basiskomponenten übersetzt, versteht sich fast von selbst, dass die Sprachdateien vor einem Update gesichert werden müssen, da sie sonst überschrieben werden. Bleibt die Menge der Anpassungen überschaubar, greifen Sie besser zur Inline-Übersetzung.

Dazu führen Sie System/Konfiguration/ Entwickleroptionen aus und aktivieren die Inline-Übersetzungen für den Shop beziehungsweise das Frontend. Haben Sie die Konfiguration gespeichert, wechseln Sie zum Frontend und stellen hier die Sprache auf Englisch um.

Bereiche, die übersetzt werden können, werden farbig markiert. Mit einem Klick auf das Buchsymbol lassen sich so andere Texte eintragen. Vergessen Sie aber nicht, anschließend die Funktion wieder zu deaktivieren, um zu verhindern, dass Besucher Änderungen vornehmen.

Typo 3

Das CMS Typo3 verwaltet die Sprachbausteine für Backend und Extensions in Form von XML. Ab der Version 4.6 wurden hier grundsätzlich Umbauarbeiten vorgenommen. Sehr bequem und komfortabel lassen sich Sprachdateien mit einer kleinen Erweiterung bearbeiten.

Der Language File Editor bietet dazu eine übersichtliche Oberfläche. Originaltext sowie die verschiedenen Sprachvariationen, die bearbeitet werden sollen, werden hierbei untereinander in einem Editor dargestellt.

Sofern noch eine frühere Version von Typo3 zum Einsatz kommt, lohnt sich der Blick auf die Erweiterung llxmltranslate.

Mit OmegaT übersetzen

Wenn nur gelegentlich einige übersichtliche Änderungen an Extensions oder Templates durchgeführt werden sollen, genügen Bordmittel für die Lokalisierung durchaus. Je komplexer die Anwendungen, die lokalisiert werden, und je häufiger eine solche Aufgabe wartet, desto eher lohnt sich der Zugriff auf Spezialwerkzeuge für das computerunterstützte Übersetzen (Computer Aided Translation = CAT).

Alle zu übersetzenden Textpassagen werden darin übersichtlich präsentiert, die Arbeit erfolgt also fokussierter. Zum anderen ermöglichen CAT-Tools auch den schnellen Zugriff auf (Online-)Nachschlagewerke, um die Bedeutung eines Begriffs der Originalsprache anzusehen und Übersetzungsvorschläge zu erhalten.

OmegaT ist kostenlos nutzbar und quelloffen. Dank einer regen Community und guten Dokumentationen fällt die Einarbeitung nicht schwer. Einer der Vorteile von OmegaT ist das breite Spektrum an Eingabeformaten, um Textstrings in die Datenbank einlesen zu können. So lassen sich etwa die CSV-Dateien von Magento nicht unmittelbar einlesen, können aber mit Hilfe eines Werkzeugs aus der Community in eine .po-Datei konvertiert werden.

 
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