Haltbarkeit von Speichermedien

Lebensdauer von optischen Speichermedien

Wie lange halten Filme oder Daten DVD, digitale Fotos auf Festplatten oder Musik auf Bändern? Unser Ratgeber informiert umfassend über die durchschnittliche Lebensdauer von Speichermedien - und verrät, wie Sie CDs, DVDs, Blu-rays und Co. richtig lagern.

  1. Lebensdauer von optischen Speichermedien
  2. Datensicherung und Langzeitspeicher-Alternativen
Datenträger - Speichermedium

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Wie lange ist die durchschnittliche Lebensdauer von Festplatten, CDs, DVDs und Co? Wir geben Antworten.

Jeder sollte über die durchschnittliche Lebensdauer von Speichermedien Bescheid wissen - denn Datenarchive auf Bändern, CD, DVD, Blu-ray oder etwa einer Festplatte halten nicht ewig. Die wohl älteste "Speichermethode", das vor Jahrtausenden praktizierte Archivieren von Informationen via Hammer und Meißel in Stein, ist auch gleichzeitig die effizienteste. Die älteste bekannte, in Stein gehauene Keilschrift ist auch heute noch lesbar.

Zwar nagen Luftverschmutzung und Verwitterung irgendwann auch am haltbarsten Granit, doch ist die Lebensdauer dieser buchstäblich zu Stein gewordenen Dokumente beeindruckend. Davon sind moderne Speichermedien weit entfernt. Mit dem modernen Buchdruck, basierend auf Gutenbergs Erfindung der beweglichen Typen, der in Europa Mitte des 15. Jahrhunderts den Holztafeldruck ersetzte und Einzug in den Massenmarkt hielt, wurde das gedruckte Buch zum Standard-Speichermedium schlechthin.

Das damals verwendete Papier bestand aus Leinenlumpen und wies daher eine besonders lange Haltbarkeit auf. Modernes, holzhaltiges Papier besitzt dagegen eine deutlich kürzere Lebensdauer. Licht, Wärme oder Feuchtigkeit setzen ihm zu und beschleunigen der Zerfall. So manches Buch überlebt nur wenige Jahrzehnte und verwandelt sich zu Staub. Das geschieht bei Zeitungen aufgrund des qualitativ minderwertigeren Papiers übrigens noch deutlich schneller als bei Büchern.

Audio und Video auf Band

Vielleicht haben Sie früher auch Fotos geschossen und die Bilder gedruckt in Alben oder als Dias-Sammlung aufgehoben. Wenn Sie sich die alten Fotos heute ansehen, werden Sie feststellen, dass die Farben langsam aber sicher verblassen - egal, wie sorgsam und lichtgeschützt Sie Ihre Aufnahmen aufbewahrt haben.

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Nero Discspeed testet gebrannte CDs, DVDs und Blu-ray-Scheiben auf fehlerhafte Sektoren. Intakte Daten stellt das Programm in Grün dar - beschädigte Bereich sind gelb und Rot zeigt Fehler.

Gleiches gilt für Super-8-Filme, obwohl das dort verwendete Material eine geradezu legendäre Haltbarkeit besitzt. Auch hier verblasst die Farbe im Laufe der Zeit und geht irgendwann komplett verloren. Übrigens: Wer unbelichtete, analoge Filme zur späteren Verwendung aufbewahren möchte, der tut das am besten originalverpackt in der Tiefkühltruhe. So bleiben Filme auch Jahre über ihr Haltbarkeitsdatum hinaus verwendbar.

Auch Tonaufnahmen sind vom Verfall betroffen. So sind Audio-Kassetten oft schon nach wenigen Jahren nicht mehr lesbar. Im warmen Auto gelagert, ist ein schnelles Ende quasi vorprogrammiert. Etwas haltbarer ist die gute, alte Schellackplatte, doch ist sie ähnlich wie die Steinplatte kein wirklich zeitgemäßes Speichermedium. Sie benötigt verhältnismäßig viel Platz und die Klangqualität begeistert heute nur noch Liebhaber. VHS-Kassetten sind ähnlich wie ihre audiophilen Verwandten selbst bei guter Lagerung nicht sehr lange haltbar.

Erste digitale Medien

Mit dem PC hielten digitale Speichermedien Einzug in unsere Haushalte. Die 1969 eingeführte Diskette war der erste weitverbreitete, portable, digitale Datenträger mit zu seiner Zeit üppigem Speicherplatz zwischen 80 KByte und 3,4 MByte. Die Diskette ist, anders als beispielsweise die CD, kein optischer, sondern ein magnetischer Datenträger.

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Ein Stoß und das Herunterfallen gefährden hauptsächlich die Datensicherheit bei Festplatten.

Theoretisch sollte die Lebensdauer dieser umgangssprachlich "Floppy" genannten Speichermedien zwischen fünf und 30 Jahren betragen. In der Praxis sah das jedoch zumeist ganz anders aus. Nicht selten waren besonders die Disketten mit höherer Kapazität schon nach wesentlich kürzerer Zeit nicht mehr lesbar und die Daten unwiederbringlich verloren.

Ein Grund für den schnellen Verschleiß ist der Schreib-Lese-Kopf, der anders als beispielsweise bei Festplatten nicht knapp über der Oberfläche der Magnetscheibe schwebt, sondern diese ebenso wie die Diskettenhülle selbst direkt berührt. Magnetfelder, wie sie beispielsweise von Lautsprechern oder Monitoren erzeugt werden, können die auf einer Diskette gespeicherten Daten ebenfalls zerstören.

Optische Speichermedien

Moderne, zeitgemäße Speichermedien wie CDs, DVDs oder Blu-rays sind da zumeist deutlich zuverlässiger - sollte man zumindest meinen. Diese Medien dürften die in Privathaushalten mit Abstand am meisten verwendeten Speichermedien für digitale Daten sein. Kein Wunder, sind sie doch sehr preiswert, vermeintlich nahezu unverwüstlich, kompakt und sehr einfach zu handhaben. Die herstellerseitig versprochene Lebensdauer zwischen 80 und 100 Jahren reicht für ein Menschenleben locker aus.

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Gleiches Prinzip wie oben: HD Tune analysiert Festplatten auf fehlerhafte Sektoren.

Doch kann man sich auf diese Angaben wirklich verlassen? Zunächst muss man berücksichtigen, dass diese naturgemäß immer optimale Lagerbedingungen voraussetzen. Das bedeutet bei optischen Medien wie CD, DVD und Blu-ray im Klartext: optimale Temperaturen, kein Licht, keine Kratzer, keine Aufkleber, keine Fingerabdrücke. Wer jetzt meint, eine beschriebene, kratzer- und aufkleberfreie CD hält in einem Pappkarton im Schlafzimmerschrank eine Ewigkeit, der irrt dennoch.

Zwar ist die Scheibe dort sicher vor Licht und Kratzern geschützt, doch bereits bei der richtigen Temperatur wird es schwierig. Der für die dauerhafte Aufbewahrung geforderte Bereich liegt zwischen -5° bis +30°C, doch wird die optimale Lebensdauer nur bei exakt 25°C erreicht. Temperaturschwankungen sollten ebenfalls unterbleiben. Die für die Lagerung optimale Luftfeuchtigkeit liegt zwischen 40 und 60 Prozent.

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Zur Langzeitspeicherung großer Datenmengen sollte man bezahlten und nicht Gratis-Cloudspeicher verwenden.

Ist die Feuchtigkeit zu hoch, kann diese in die Speicherschicht eindringen und zum korrodieren bringen. Zu trockene Luft ist ebenfalls schädlich und verkürzt die Lebensdauer. Kratzer sind ein weiterer Todfeind des Silberlings. Schon ein kleiner Kratzer kann ausreichen, um die Reflexionsschicht dauerhaft zu zerstören. Der Silberling ist nicht mehr lesbar, die Daten sind verloren. Etiketten mit chemischen Lösungsmitteln in der Klebeschicht können die Oberfläche ähnlich stark beschädigen wie eine mit einem zu harten Stift aufgekritzelte Inhaltsangabe.

Hier verwendet man also besser speziell für die Beschriftung optischer Datenträger vorgesehene CD-Marker mit weicher Spitze und unschädlicher Tinte. Außerdem läuft der Silberling ohne Aufkleber in der Regel auch "runder". Unterm Strich überrascht es also nicht, dass ein großer Prozentsatz optischer Medien bereits nach wenigen Jahren nicht mehr ausgelesen werden kann und eine Datenrettung unmöglich ist, obwohl viele Scheiben rein äußerlich einwandfrei sind.

Gepresste CDs, DVDs und Blu-rays haben mit bis zu 100 Jahren eine vermeintlich längere Lebenserwartung als ihre gebrannten Verwandten, Langzeiterfahrungen gibt es aber nicht. Bei gepressten Blu-rays verhindert zudem eine spezielle Lackschicht das Eindringen von Feuchtigkeit und erhöht die Kratzfestigkeit. Dennoch gelten die genannten Tipps zur Lagerung auch hier.

Vor und Nachteile von optischen Medien

Pro

  • Preiswert und schnell: Rohlinge sind sehr preiswert und sie lassen sich auf nahezu jedem Rechner brennen. Das ist schnell gemacht.
  • Leicht zu nutzen: Musik oder Filme lassen sich auf jedem Player problemlos abspielen

Contra

  • Lebensdauer begrenzt: Die Lebensdauer ist stark von den Lagerbedingungen abhängig

Fazit

CD-, DVD- und Blu-ray-Rohlinge eignen sich gut zur Archivierung von Musikdateien und Fotos. Ihre Lebenszeit ist jedoch begrenzt.