Rechner ohne Limit

Speicher aufrüsten für bessere Leistung

Nichts macht Windows und seinen Benutzer glücklicher als viel Arbeitsspeicher. Die Speicherpreise sind aktuell im Keller, Zeit also für eine großzügige Aufrüstung. Aber erst mit 64-Bit-Windows sind 4 GByte und mehr tatsächlich nutzbar.

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4-GByte-Barriere durchbrechen

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4-GByte-Barriere durchbrechen

Vier GByte Arbeitsspeicher als Modul-Paar gibt es aktuell schon für rund 50 Euro, 8 GByte in vier Riegeln kosten ab 120 Euro. Damit gehört die Aufrüstung des Arbeitspeichers zu den preiswertesten und effektivsten Methoden, Windows Beine zu machen. Denn je mehr Arbeitsspeicher Windows zur Verfügung hat, desto seltener ist eine Auslagerung von Speicherbereichen auf die langsame Festplatte erforderlich, desto großzügiger kann Windows interne Caches anlegen. Vor allem, wenn man regelmäßig parallel mehrere Programme geöffnet hält, frisst das viel Speicher. Und wer im Browser-Fenster etliche Registerkarten für verschiedene Webseiten öffnet, stößt ebenso schnell an Speichergrenzen wie die Nutzer von Bildbearbeitungsprogrammen, die 12-Megapixel-Bilder oder zusammengesetzte Fotos in Originalgröße verarbeiten.

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Mehr RAM

Bevor Sie aber losziehen, um Arbeitsspeicher einzukaufen, sollten Sie zunächst die Voraussetzungen auf Ihrem PC prüfen. Es kommt auf das reibungslose Zusammenspiel von Hauptplatine, BIOS und Betriebssystem an.

Mehr RAM

  • Wie viel Arbeitsspeicher auf wie vielen Speicherriegeln verkraftet das Mainboard eigentlich? Da hilft nur ein Blick ins Handbuch, das praktisch alle Mainboard-Hersteller übers Web verfügbar machen. Den Typ des Mainboards ermitteln Sie am einfachsten mit einer Diagnose-Software wie etwa HWinfo (www.hwinfo.com]www.hwinfo.com).
  • Ermitteln Sie den Typ der CPU und ob sie 64-Bit-Betriebssysteme unterstützt. Bei älteren 32-Bit-CPUs können Sie sich mehr als 4 deGByte Arbeitsspeicher sparen, denn 32-Bit-Windows kann sowieso nicht mehr nutzen. Mehr dazu lesen Sie im Kasten 64-Bit-Hardware.
  • Werfen Sie einen Blick auf die BIOS-Version Ihres PCs. Älteren Versionen fehlen oft entscheidende Optionen, die gerade mit 64-Bit-Betriebssystemen Schwierigkeiten ausräumen.
  • Eine Google-Suche mit dem Mainboard-Typ und dem Stichwort "4 GB RAM" oder ähnlich schadet vorab auch nicht. Oft sind in einschlägigen Foren wertvolle Hinweise auf Probleme mitsamt einer Lösung zu finden.

Enttäuscht mit 32 Bit

4-GByte-Barriere durchbrechen

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Mehr als rund 3,5 GByte sind unter 32-Bit-Windows nicht erreichbar - und die alte Pentium-4-CPU im Bild unterstützt gar kein 64-Bit-System.

Wenn der neue Arbeitspeicher eingebaut ist und vom BIOS beim Einschalten auch korrekt erkannt wird, ist der erste Teil geschafft. Nun muss nur noch Windows den Speicher auch nutzen. Und das ist schwieriger, als es aussieht.

Theoretisch kann 32-Bit-Windows bis zu 4 GByte Arbeitspeicher ansteuern. Tatsächlich bleiben als nutzbarer Speicher für 32-Bit-Systeme in der Regel in etwa 3,5 GByte, da das BIOS von PC-Systemen bestimmte Adressbereiche für I/O-Komponenten reserviert, die via Memory Mapped I/O (MMIO) auf den Hauptspeicher zugreifen.

Das betrifft sämtliche PCI- und AGP-Steckkarten, aber auch etwa Soundchips, FireWire- und IDE-Hostadapter. Das BIOS reserviert die nötigen Adressbereiche, und zwar unmittelbar unterhalb der 4-GByte-Grenze.

Nach Recherchen mit verschiedensten PCs gilt als Faustregel: Wer bei 32-Bit-Windows bleiben will, wird kaum mehr als 3,5 GByte freien Speicher bekommen. Je nach Hauptplatine, BIOS- Version und vorhandenen Steckkarten kann der Maximalwert auch auf unter 3 GByte sinken. Unter Vista 32 Bit ermitteln Sie den genauen Wert über den Taskmanager und das Register Leistung bei Physikalischer Speicher (MB).

Tückisch ist dagegen die Anzeige über Systemsteuerung und System: Als Arbeitsspeicher (RAM) zeigt Vista hier den vom BIOS des PCs erkannten Wert. So zeigt 32-Bit-Vista hier zum Beispiel fröhlich 8 GByte Arbeitsspeicher an, obwohl es nur maximal 4 GByte davon tatsächlich nutzen kann.

Unter 32-Bit-Windows gibt es keinen Weg, diese Grenze zu umgehen. Zwar unterstützen manche Mainboards so genanntes Memory Remapping, das den für die I/O-Komponenten ausgeblendeten Arbeitsspeicher in einem Bereich oberhalb der 32-Bit-Grenze wieder einblendet. Das funktioniert aber nur dann, wenn das Betriebssystem diesen Bereich auch adressieren kann - ein Fall für 64 Bit.

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