Blaues Blut

Sony BDP-S 500

Mit dem Topmodell der zweiten Blu-ray-Playergeneration erweitert Sony vor allem die klanglichen Fähigkeiten seiner Flotte. Im Test sorgte der BDP-S 500 sogar für eine faustdicke Überraschung.

Sony BDP-S 500

© Archiv

Der Blu-ray-Player BDP-S 500 von Sony hat sich im Gegensatz zu seinem Vorgänger deutlich verbessert

Es ist nicht einmal ein halbes Jahr her, da stellte die Firma Sony ihren ersten Blu-ray- Player für Deutschland vor. Der kostete 1000 Euro, war exzellent verarbeitet und beherrschte als einer der ersten 24p. Leider waren für ihn noch keine der neuen HDMI-1.3-Chips verfügbar, weshalb das Gerät auf wichtige Features verzichten musste.

Wirklich schmerzlich ist dabei, dass die neuen, hochauflösenden Tonformate nicht in ihrer auf der Disk befindlichen Urform als Datenstrom den Player verlassen konnten, um in einem brandneuen Heimkinoreceiver adäquat aufbereitet zu werden. Das geht nämlich aufgrund der hohen Datenraten und der fehlenden Verschlüsselung nicht mit dem klassischen Digitalausgang und über HDMI erst mit der neuesten Chipgeneration. Grund genug für Sony, das Gerätekonzept jetzt leicht zu überarbeiten und zwei neue Modelle in den Markt zu schicken.

Thronfolger

Mit 900 Euro ist der BDP-S 500 hundert Euro preiswerter als sein großer Vorgänger, der ja technisch sogar weniger drauf hat. Eigentlich sind beide Modelle elektronisch sehr verwandt, allein das aufwändige, schwere Gehäuse mit seinen Stabilisierungsstreben und den Entkopplern wich einer etwas einfacheren, aber immer noch sehr ordentlich verarbeiteten Variante.

Clou des Sony ist seine wunderschöne, leicht bläulich eingefärbte Front, die den Benutzer vergeblich nach Steuertasten, einem Discschlitz oder einer Schublade suchen lässt. Sehr elegant fährt die gesamte Frontscheibe jedoch auf Knopfdruck hinunter und gibt Schublade sowie Laufwerkstasten frei - ein Schauspiel, das man sich immer wieder gerne ansieht.

Was Bedienung und Bildqualität betrifft, sind keine Unterschiede zwischen den Generationen auszumachen. Diese extrem brillanten, rauscharmen Bilder mit hoher Schärfe und satten Farben machen einfach Spaß, wenn die Qualität der Quelldisc stimmt. DVDs werden vorbildlich aufbereitet und hochskaliert ausgegeben, JPG-Fotos glasklar und messerscharf dargestellt - in Full-HD. Zusammen mit Pioneer stellt Sony die Referenzen, was Blu-ray-Bildwiedergabe angeht und bekommt dafür wieder die maximale Punktzahl.

Die Überraschung

Sony BDP-S 500

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Die dezent bläulich schimmernde Frontscheibe fährt mithilfe eines Motors herunter und gibt das Laufwerk und Bedienelemente frei.

HDMI kann ab Version 1.3 alle Tonformate als Quelldatenstrom übertragen, die für Blu-ray und HD-DVD vorgesehen wurden. Umso enttäuschender war die Lektüre der Spezifikationen einiger brandneuer Blu-ray-Player. Hier wird von internen Decodern gesprochen, die Dolby Digital, Dolby Digital Plus und Dolby TrueHD, klassisches dts sowie dts-HD High Resolution verarbeiten und sowohl analog als auch über HDMI in PCM auf 7.1 Kanälen ausgeben können.

Zusätzlich sind alle Tonformate bis auf dts Master Audio über HDMI im Bitstreamformat verfügbar. Also wohl leider doch nicht alle Formate? Natürlich werden solche Fähigkeiten in unserem Testlabor stets überprüft - diesmal mit der Erkenntnis, dass Sony vielleicht etwas untertrieben hat. Jedenfalls zeigt unser Referenz- Verstärker bei dts Master Audio Tonspuren, beispielsweise von der IMAX-Blu-ray ?Chronos? an, dass er über HDMI eine dts Master Audiospur serviert bekommt und diese decodiert.

Bei älteren Playern wird hier nur herkömmliches dts weitergeleitet, das sich als Kern ja in den neuen HD-Spuren befindet. Der neue Sony klingt bei dieser Kost deutlich freier, feiner und präziser, was auf die tatsächliche Wiedergabe der Master-Audio-Variante schließen lässt.

Bedienung

Sony BDP-S 500

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DVDs mit MP3-Musik, JPG-Fotos und WMVFilmen werden komplett eingelesen und grafisch perfekt aufbereitet ?mit Sortierungsfunktionen nach Genre, Künstler oder Album und einer Volltextsuche.

Die Bildschirmmenüs des Sony sind übersichtlich und schön hochauflösend, jedoch etwas mager an Informationen, beispielsweise über die Bildformate der Disc. Dafür liegt die präzise rastende Fernbedienung locker und leicht in der Hand. Der BDP-S 500 passt sich mit HDMI-CEC perfekt in Anlagen mit Bravia- Theatre-Sync ein. Hier schaltet sich das TV-Gerät automatisch ein und um, wenn eine Disc aktiviert wird, und der Player geht in den Standby, wenn der Fernseher ausgeschaltet wird.

Sonys neuer Player bietet wie jedes andere momentan verkaufte Gerät das Blu-ray-Profil 1.0. Er ist also in seinem internen Speicher wie beim Thema Rechenleistung etwas beschränkt und besitzt keinen zweiten Decoder für Bild-im- Bild-Funktionen, geschweige denn einen Netzwerkanschluss für BD-Live (Profil 2.0). Dafür wird der BDP-S 500 direkt mit zwei Filmen ausgeliefert und bei Registrierung über das Internet bekommt jeder Käufer drei weitere Titel zugeschickt, darunter auch den Mega-Knaller ?Spider-Man 3?.

Fazit

In der klassischen Heimkinoanlage gibt ein Player Filme wieder, überlässt einem Verstärker jedoch die Decodierung der Tonspuren. Dort sitzen die Endstufen, dort wird das Lautsprecher- Setup ins Timing mit einbezogen und daher ist dort die Klangkompetenz angesiedelt. Dies ist mit HDMI 1.3 und also mit dem neuen Sony BDP-S 500 jetzt kompromisslos möglich. Leichte Bedienung, ein exzellentes Bild und nicht zuletzt das ordentliche Auftreten mit dem eleganten Senken der blauen Frontscheibe machen den Sony zu einem der besten Blu-ray-Player auf dem Markt.

Testbericht

Sony BDP-S500
Sony
900 Euro

Blu-ray-Player

Weitere Details

92 Prozent

Fazit:Durch HDMI 1.3 bringt der neue Sony BDP-S 500 sattere Farben und echten, unverfälschten HD-Ton.

Testurteil
überragend
Preis/Leistung
sehr gut

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