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Praxis-Test und Tipps

Optimiert: AF-Messfeldwahl

Sony Alpha 9 top

© Sony

Als nützliches Extra bringt die Alpha 9 ein arretierbares Wahlrad mit.

Neben dem AF-Modus bestimmt auch das gewählte „Fokusfeld“ maßgeblich mit, wie treffsicher die Kamera auf das gewünschte Objekt scharfstellt. Je nach Motiv und Bildgestaltung kann man dabei mehr oder weniger Arbeit an die Kamera delegieren. Bei Landschaftsaufnahmen mit großer Schärfentiefe reicht oft eine Automatik wie „Breit“ oder „Feld“. Damit berücksichtigt die Alpha das komplette vom Autofokus abgedeckte Bildfeld (Breit) bzw. den Großteil davon (Feld) und entscheidet selbst, welche Ausschnitte scharf abgebildet werden – zweifellos eine Arbeitserleichterung, aber ein No-Go für Porträts, Makroaufnahmen und generell bei kleiner Blendenzahl, nahe gelegenem Motiv oder langer Brennweite, wenn der große Vollformatsensor zu besonders geringer Schärfentiefe führt. 

Dann ist meist eine absolut punkt- und passgenaue Fokussierung gefragt – ein klarer Fall für die Einstellung „Flexible Spot“ mit drei wählbaren Messfeldgrö-ßen (S, M, L) und frei verschiebbarem Messpunkt. Bei „Flexible Spot S“ stehen etwa 19 x 17 Positionen zur Verfügung – dies gilt übrigens für beide Alphas, obwohl die A9 laut Sony insgesamt 693 und damit fast 300 AF-Felder mehr als die A7R II besitzt.

Wenn sich das anvisierte Objekt minimal, aber möglicherweise aus dem angewählten Messbereich heraus bewegt, verspricht der „Erweit. Flexible Spot“ tendenziell eine höhere Trefferquote: Mit ihm bezieht der Autofokus notfalls auch die unmittelbar benachbarten Messpunkte in die Auswertung ein. Außerdem gibt es selbsterklärend den obligatorischen „Mitte“-AF, der in Kombination mit der Fokusspeicherfunktion oftmals wertvolle Dienste leistet.

In der Praxis geht die Wahl des AF-Messbereichs mit der A9 besonders leicht von der Hand, unter anderem wegen zusätzlicher Bedienelemente wie dem Joystick. In der Grundeinstellung springt das Feld nach Drücken des Joysticks direkt zurück zur mittigen Ausgangsposition. Obwohl dies hilft, belege ich die Druckfunktion des Joysticks stattdessen gerne mit dem AF-Feldmodus: Menü Kamera 2 „Benut- zerKey (Aufn.), MultiSLK-Mitteltaste, Fokusfeld“. 

Außerdem besitzt die A9 im Gegensatz zur A7R II einen Touchscreen: Antippen des Hauptmotivs am Monitor genügt, und das AF-Messfeld befindet sich am richtigen Fleck. Standardmäßig ist die Touch-Funktion allerdings deaktiviert. Um sie freizuschalten, stellen Sie im Menü unter „Einstellungen 2“ den „Berührungsmodus“ auf „Ein“. 

Zwar hat die A7R II weder Joystick noch Touchscreen, dafür nutzt sie ihre C2-Taste in der Werkskonfiguration für die „Fokus-Einstellung“. Dank ihr dienen das Zeigefinger- und das Daumenrad vorübergehend zum Verschieben des AF-Felds in vertikaler bzw. horizontaler Richtung, und die drehbare Richtungswippe mutiert zum Direktzugriff für das Fokusfeld.

Tipp: Wenn Sie etwa bei vorhersehbar bewegten Motiven sehr schnell zwischen zwei bestimmten AF-Fokus- punkten hin- und herspringen müssen, können Sie – wiederum nur mit der A9 – einen AF-Messbereich speichern und später per Knopfdruck abrufen. Aktivieren Sie dazu im Menü Kamera 2 die Option „AF-Feld-Registr.“, steuern Sie das gewünschte AF-Feld an, und hinterlegen Sie dieses, indem Sie die Fn-Taste länger gedrückt halten. Weisen Sie anschließend unter „BenutzerKey (Aufn.)“ die Funktion „AF-F. registr. Halten“ einer definierbaren Taste zu; daraufhin wechselt die Kamera stets genauso lange zum registrierten AF- Feld, wie Sie diese Taste betätigen. 

Wenn Sie Bilder im Quer- und im Hochkantformat unmittelbar hintereinander aufnehmen wollen, sehen Sie sich am besten auch die Funktion „V/H AF-F. wechs.“ an (Menü Kamera 1). Mit ihr steuert die A9 je nach Ausrichtung unterschiedliche, zuvor festgelegte AF-Punkte an.

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