Gefahr für Kinder im Cyberspace?

Cybermobbing und Belästigung von Kindern: So schützen Eltern ihren Nachwuchs

Geklaute Daten im Schüler-Netz haben erneut eine Diskussion über sichere Kinderräume im Internet entfacht. Können Kinder noch ohne Risiko chatten und Videos sowie Fotos tauschen oder sind Chatrooms Tummelplätze für Pädokriminelle?

  1. Cybermobbing und Belästigung von Kindern: So schützen Eltern ihren Nachwuchs
  2. Saubere Räume, Tipps zum risikofreien Chatten
Vorsicht auf Kinderseiten

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Vorsicht auf Kinderseiten

Wenn die 13-jährige Hannah nach der Schule an ihrem PC sitzt, meldet sie sich gleich bei ihrem Lieblingschat an. Bei den Lokalisten und bei SchülerVZ trifft sie Freunde aus der Schule und aus der Nachbarschaft. Sie chattet mit ihren Freundinnen über die süßesten Jungs aus ihrer Klasse oder über die neuesten Vorkommnisse im Stall. Und weil es alle tun, stellen auch Hannah und ihre Freundinnen die neuesten Bilder von der letzten Geburtstagsfeier ebenso ins Netz wie die mit dem Handy gedrehten Videos von der Klassenfahrt. Und damit befindet sich Hannah in bester Gesellschaft, denn laut einer Studie des Kinderportals Panfu (www.panfu.de), die das Onlineverhalten von 5.000 Kindern und Jugendlichen im Alter von sechs bis 14 Jahren beleuchtet, nutzen knapp 40 Prozent der Befragten regelmäßig Video- und Bilderportale wie YouTube oder MySpace. Und jedes vierte Kind (24 Prozent) ist in sozialen Netzwerken wie SchülerVZ aktiv. Außerdem geben immerhin noch neun Prozent der jungen Internetnutzer an, mehrmals in der Woche in Netzwerken wie Facebook oder Lokalisten unterwegs zu sein. Eine Studie der Landesanstalt für Medien (LfM) NRW aus dem Mai 2009 kommt sogar zu dem Ergebnis, dass 70 Prozent aller 12- bis 24-Jährigen mehrmals pro Woche in Social Communities unterwegs sind und dabei täglich rund zwei Stunden im Netz verbringen.

Wir sollten draußen bleiben

Nun ist Chatten an und für sich nicht verboten, aber gerade Kinder und Jugendliche gehen mit den modernen Kommunikationsmöglichkeiten im Internet zu sorglos um. In Chats mögen sie die vermeintliche Anonymität. Wer nicht mit seinem eigenen Namen im Netz unterwegs ist, kann sich unbefangen über Vorlieben, Wünsche, aber auch Sorgen und Ängste äußern. Wer seine Identität nicht preisgibt, kann sich ohne das Wissen der Eltern in Chats recht frei bewegen. Die meisten Eltern kommen mit Chats und sozialen Netzwerken kaum in Berührung. Und selbst wenn, finden sie sich dort häufig nicht zurecht. Denn in Chatrooms herrschen eigene Kommunikationsregeln und meist auch eigene Sprachen. Wer sie nicht beherrscht, outet sich recht schnell. Abgesehen davon verstecken sich die Nutzer hinter Nicknames. Verräterisch können allerdings Fotos und Videos sein, gerade wenn sie von anderen Mitgliedern dort mit dem Ziel eingestellt werden, den anderen zu diffamieren. Problematisch sind Chats und soziale Netzwerke außerdem, weil sich dort auch Erwachsene mit falscher Identität herumtummeln.

Häufig sind sie auch als Jugendlicher getarnt und versuchen, das Vertrauen der Kinder zu gewinnen. Das Phänomen wird auch Grooming genannt. Kein Wunder also, dass die meisten Kinder und Jugendlichen in Chats bereits belästigt wurden. Diesen Sachverhalt bestätigt die Studie der LfM. Fast alle der 650 Befragten gaben an, Erfahrungen mit Cybermobbing und Belästigungen gemacht zu haben. Häufig haben diese Belästigungen einen direkten Bezug zum unmittelbaren Umfeld der jungen Internetnutzer. So machen peinliche Fotos von Klassenkameraden ebenso die Runde wie beleidigende Bemerkungen über Mitschüler oder Freunde. Immer öfter aber erhalten Kinder und Jugendliche unmissverständliche Angebote von Pädophilen. Mit der steigenden Nutzung sozialer Netzwerke durch junge Surfer, nimmt dabei auch die Zahl der Belästigungen zu. Zwar handelt es sich dabei keineswegs um ein neues Phänomen, viel beachtet wird es aber auch nicht. Ein Grund mehr, weshalb immer wieder Studien mit beängstigenden Zahlen auf das Problem aufmerksam machen.

Video und Musik Communities (z.B. YouTube, MySpace) 37,90%
Schülernetzwerke (z.B. Schüler VZ, schüler.cc, Spickmich.de) 24,40%
Gaming-Communities 18,80%
Web-Angebote von TV-Sendern (z.B. Toggo.de, nick.de) 9,70%
Allgemeine / erwachsene Netzwerke (z.B. Facebook, Wer-kennt-wen, Lokalisten) 9,20%

Petzen erlaubt

Problematisch werden Belästigungen, weil gerade junge Mädchen mit Eltern oder Erziehungsberechtigten nicht über ihre Internetaktivitäten reden. Schließlich sind Freundesnetzwerke wie die Lokalisten auch erst für Nutzer über 14 Jahren. Wer ohnehin schon etwas Verbotenes tut, redet nicht gerne darüber. Da hilft es wenig, dass die Betreiber der Lokalisten-Seite sich auf den Jugendschutz berufen. Es gibt dort einen "Petzen"-Button, über den Verstöße gemeldet werden können. In den meisten Fällen wird aber einfach der Kontakt abgebrochen, wenn das virtuelle Gespräch den jugendlichen Chattern doch zu seltsam vorkommt. Dass sich pädokriminelle Interessen hinter dem vermeintlich freundschaftlichen Schwätzchen verbergen, wird auch Jugendlichen spätestens dann klar, wenn der Gesprächspartner Details zum Beispiel zur ihrer Unterwäsche erfahren will. Wenn er sie zu ihren sexuellen Erfahrungen befragt oder wenn er um ein Treffen bittet. Viele brechen dann den Dialog ab, ohne den Vorfall zu melden.

Und obwohl mehrere Aufklärungskampagnen zu dem Risiko von Teenagern in sozialen Netzwerken im Internet die Runde machen, gehen Jugendlichen immer noch zu sorglos mit persönlichen Daten um. Da gerade Freundesnetzwerke wie die Lokalisten oder SchülerVZ Treffpunkte für junge Internetnutzer geworden sind, geben Jugendliche dort allzu gerne Auskunft über ihre Hobbys, ihre Vorlieben oder über ihre Lebenssituation. Dass diese Daten dort wie an einem Schwarzen Brett für alle sichtbar sind, scheint vielen nicht klar zu sein. Auf keinen Fall darf aber die Adresse oder die Telefonnummer auf Webseiten sozialer Netzwerke auftauchen.

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