Upgrade-Mythen

So rüsten Sie den Rechner richtig auf

Es muss nicht immer ein neuer PC sein. Mit Upgrade-Aktionen kann man sich unter Umständen eine Menge Geld und Mühe ersparen. Man darf sich nur nicht durch verbreitete Mythen ins Bockshorn jagen lassen.

  1. So rüsten Sie den Rechner richtig auf
  2. Upgrade-Mythen 3 und 4
  3. Upgrade-Mythen 5 und 6
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Desktop-Rechner sind modular aufgebaute Maschinen. Sie bestehen aus Komponenten mit genormten Schnittstellen und Abmessungen, die sich im Prinzip leicht austauschen lassen, wenn man sich einigermaßen auskennt und genügend gesunden Menschenverstand walten lässt.

Allerdings gibt es eine ganze Reihe althergebrachter Mythen, die einen am Sinn einer Upgrade-Aktion zweifeln lassen. Wir nehmen einiger dieser vermeintlichen Dogmen unter die Lupe. Aber auch wenn man sich doch zu einem Hardware-Tausch entschieden hat, darf man einigen verbreiteten Legenden nicht aufsitzen, damit sich das Unternehmen auch wirklich lohnt.

Mythos 1: Upgrades lohnen sich nicht

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Mit einer aktuellen Grafikkarte wie einer GTX460 kann man auch einen zwei oder drei Jahre alten PC fit für aktuelle DX11-Spiele machen.

Bei einem sehr alten Rechner oder einem Billig-PC ohne hochwertige Komponenten stimmt das tatsächlich, hier ist der Kauf eines neuen Systems tatsächlich sinnvoller als ein Upgrade der Hardware. Anders sieht es bei einem Rechner aus, der vielleicht zwei Jahre alt ist, seinerzeit 900 Euro oder mehr gekostet hat und der aus Markenkomponenten besteht.

Hier haben wir es in der Regel mit einem PC zu tun, der auf einem Intel Core 2 Duo, Intel Core 2 Quad oder einem AMD Phenom basiert, mit zwei GByte RAM bestückt ist und über eine ATI Radeon HD 3850 oder Nvidia GeForce 8800GTX als Grafikkarte verfügt. Während man mit dem Prozessor noch einigermaßen gut dabei ist, entspricht die Leistung der Grafikkarte heute nur noch der von aktuellen Modellen der unteren Mittelklasse.

Investiert man etwa 180 bis 200 Euro in eine Grafikkarte mit Nvidia GeForce GTX 460 oder ATI Radeon HD 5830, dann kann man die 3D-Leistung des PCs fast verdoppeln. Ein Speicher-Upgrade auf vier GByte bietet sich an, wenn man sowieso auf Windows 7 umsteigen will. Denn vier GByte oder mehr Speicher kann nur von einem 64-Bit-OS komplett adressiert werden.

Ein Mangel an Festplattenplatz ist ebenfalls kein Grund für einen neuen Rechner. SATA-Schnittstellen sind seit Jahren Standard und Terabyte-HDDs kosten deutlich unter 100 Euro. Und auch ein älteres Mainboard kann man für 20 Euro mit USB 3.0 nachrüsten, sofern es über eine PCIe-Schnittstelle verfügt.

Mythos 2: Multicore-CPUs braucht kein Mensch

expression encoder

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Programme wie der Expression Encoder von Microsoft nutzen alle Kerne von Multicore-Prozessoren aus. Der Screenshot zeigt das Umrechnen eines Videos auf einem Core-i7-Rechner.

Dass man mit zwei Prozessorkernen besser fährt als mit einem hat sich mittlerweile herumgesprochen. Allein schon wegen Programmen wie Virenscanner oder Firewall, die ständig im Hintergrund mitlaufen. Prozessoren mit mehr als zwei Kernen oder wenigstens Hyperthreading werden dagegen noch von vielen Anwendern als überflüssiger Luxus abgetan.

Tatsächlich gibt es aber inzwischen eine ganze Reihe von Programmen, die auch mehr als zwei Kerne nutzen. Dazu zählen vor allem Media-Encoder wie Nero Vision oder Microsoft Expression Encoder und Videoschnitt-Programme wie Adobes Premiere Pro, Avid Pinnacle Studio, Avid Media Composer oder Sony Vegas Pro.

Speziell beim Schnitt von HD-Videos zahlt sich ein Upgrade auf eine Multicore-CPU aus. Einige Spiele wie etwa Assassin's Creed, Napoleon Total War oder Far Cry 2 nutzen ebenfalls mehrere Prozessorkerne. Aber hier ist der Leistungssprung nicht so groß, dass er ein Prozessor-Upgrade rechtfertigen würde.

Vor allem Nvidia propagiert die These, dass die Rechenleistung moderner Grafikprozessoren eine starke Multicore-CPU überflüssig mache. Das stimmt aber nur bis zu einem gewissen Grad. Bei Spielen sind laut Nvidia bislang etwa 150 Titel mit PhysiX-Unterstützung auf dem Markt, bei denen die GPU die Physikberechnung übernimmt und so Effekte ermöglicht, die bei einer Berechnung durch die CPU nicht möglich wären.

Dazu gehören zerstörbare Objekte, Partikeleffekte und eine sich realistisch bewegende Kleidung der Charaktere. Daneben wird die GPU aber auch von einigen Anwendungsprogrammen genutzt, bislang primär für das Video-Encoding.

Mit Nsight hat Nvidia ein Plug-in für Microsoft Visual Studio entwickelt, das die Nutzung der GPU in eigenen Programmen erleichtern und so zu mehr GPU-optimierten Anwendungen führen soll. Für die meisten Anwendungsbe reiche kommt man aber weiterhin um eine starke CPU nicht herum.

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