Richtig aufstellen, anschließen und einstellen

So optimieren Sie Ihren AV-Receiver: 10 Tipps

Ein AV-Receiver ist die Schaltzentrale eines Heimkinos. Aber nur ein korrekt eingestelltes Gerät kann sein volles Potenzial entfalten. video gibt Ihnen deshalb zehn Tipps, wie Sie Ihren AV-Receiver richtig einstellen, aufstellen und anschließen.

AV-Receiver anschließen

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AV-Receiver anschließen und dann? Wir zeigen, wie Sie Ihre Heimkino-Schaltzentrale richtig einrichten.

Tipp 1: Kurze Kabelwege

Der optimale Stellplatz für einen Heimkinoverstärker ist in der Nähe eines Fernsehers, Blu-ray-Spielers und Sat-Receivers. So spart man sich lange Kabelwege zwischen Quellen- und Wiedergabegeräten.

Tipp 2: Ausreichend Kühlung

Kann ein AV-Receiver nicht genügend Warmluft abführen, entsteht während des Betriebs gefährliche Stauhitze. Bei modernen Geräten springt dann eine Schutzschaltung ein, die eine dauerhafte Schädigung der empfindlichen Bauteile verhindert. So weit sollte man es aber nicht kommen lassen.

Um eine ausreichende Kühlung zu gewährleisten, sollte der Verstärker zu allen Seiten hin genügend Luft haben. Wichtig ist es, die auf der Gehäuseoberseite befindlichen Belüftungsöffnungen freizuhalten. Wird der AV-Receiver zwischen zwei Regalen oder einem Lowboard betrieben, sollte der Abstand zwischen Geräteoberseite und dem darüberliegenden Brett mindestens drei Zentimeter betragen. 

Bei einem Einbau in ein geschlossenes Möbel mit Türen ist vor allem auf eine ausreichende Verstärkerbelüftung zu achten. Sind keine Öffnungen vorhanden, können selbst gebohrte Lüftungslöcher für die nötige Wärmeableitung sorgen. Je mehr und größer, desto besser. Zudem lassen sich dann die vielen Audio- und Videokabel einfach durch die neu entstandenen Öffnungen verlegen.

Tipp 3: AV-Receiver verstecken

Soll der Heimkinoverstärker aus dem direkten Blickfeld gebannt werden, bietet sich der Betrieb in einem geschlossenen Sideboard oder Schrank an. Damit der AV-Receiver auf die Steuerbefehle der Fernbedienung reagieren kann, ist ein externer Infrarot-Empfänger erforderlich. Die IR-Steuersysteme gibt es von Original- und Drittherstellern; sie sind bereits ab 20 Euro im Fachhandel erhältlich.

Optimale Aufstellung von Heimkinoverstärkern

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Den Heimkinoverstärker am besten zentral aufstellen: Das hält die Kabelwege kurz und ermöglicht identische Leitungslängen zwischen den linken und rechten Kanälen.

Tipp 4: Richtig Verkabeln

Dank der hochauflösenden Multimedia-Schnittstelle HDMI können Audio- und Videodaten gleichzeitig über ein gleichnamiges Kabel übertragen werden. In der Praxis sollten Satelliten-Empfänger, Blu-ray-Player und Spielkonsolen direkt an die HDMI-Eingänge des Heimkinoverstärkers angeschlossen werden.

Tipp: Unschöne Kabel einfach verstecken

Eine autonome Audioverbindung mittels Digitalkabel vom Blu-ray-Spieler zum Verstärker ist demnach nicht erforderlich. Der Fernseher oder Projektor wird direkt mit dem HDMI-Ausgang des AV-Receivers verbunden. Stellt man mit der Quellenwahl nun den Eingang von DVD auf Sat, werden Bild und Ton zusammen umgeschaltet.

Wer den internen Satelliten- oder Kabel-Empfänger seines Fernsehers nutzt, kann über den Audiorückkanal (ARC) den Fernseherton am Verstärker einspeisen. Auch hier entfällt das lästige Verlegen eines weiteren Audiokabels. Achtung: Bei den meisten Fernsehern können nur die mit ARC gekennzeichneten HDMI-Buchsen ein Digitalaudiosignal ausgeben.

verschiedene Anschlüsse

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1. Digitaler RJ-45-Anschluss für Netzwerkfunktionen, 2. Analoger Stereo-Cinch-Anschluss für Audioquellen, 3. Digital-optischer Toslink-Anschluss für Audioquellen, 4. Analoger Mono-Cinch-Anschluss für Videoquellen, 5. Digitaler HDMI-Anschluss für Audio- und Videodaten, 6. Analoger Mono-Cinch-Anschluss für aktive Subwoofer, 7. Analoger Polklemmen-Anschluss für Lautsprecher.

Tipp 5: Feste Kontakte

Die beste Hardware nützt wenig, wenn die Signale nicht ordentlich übertragen werden. Während bei den gängigen Steckern wie HDMI, Toslink und Cinch eine Passgenauigkeit sichergestellt ist, sollte der Konfektionierung loser Lautsprecherkabel besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden. Anstatt die freigelegten Kabelstränge zu verdrillen und in die Schraubklemmen des Verstärkers zu quetschen, sollte man Bananenstecker, Kabelschuhe oder -stifte verwenden.

Extra-Tipp: Nutzen Sie Handschuhe zum Konfektionieren, damit kein Fett- und Schmutzfilm auf die Kupferadern gelangt. Dieser würde den Übergangswiderstand und somit die Signalübertragung beeinträchtigen.

Tipp 6: Überblick behalten

Damit man nicht den Überblick zwischen den zahlreichen Audio- und Videokabeln verliert, empfiehlt es sich, die einzelnen Leitungen zu beschriften. So können zum Beispiel die Lautsprecherkabel mithilfe langer Klebesticker gekennzeichnet werden, um sie später einer Raumklangposition eindeutig zuordnen zu können.

Optimierung der Bildsignale

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Dank leistungsfähiger Videoprozessoren bieten aktuelle AV-Receiver die Möglichkeit, eingehende Bildsignale in Auflösung, Schärfe und Farbdarstellung zu optimieren.

Tipp 7: Bildqualität anpassen

Moderne AV-Receiver verarbeiten zunehmend digitale Videodaten über einen leistungsfähigen Bildprozessor. Dabei besteht die Möglichkeit, die Videoauflösung am HDMI-Ausgang heraufzurechnen. Wird zum Beispiel ein herkömmliches PAL-Signal mit 576 Bildzeilen von einer Spielkonsole eingespeist, kann der Verstärker diesen Datenstrom auf HD-Auflösung mit 1.080 Bildzeilen heraufrechnen.

Teurere AV-Receiver bieten sogar die Option, Bildauflösung, Schärfe, Farb- und Helligkeitsabstimmung pro Eingang getrennt einzustellen. So kann die maximale Bildqualität aus TV-Empfänger, Blu-ray-Player und Spielkonsole herausgeholt werden. Da eine Kette aber nur so gut ist wie ihr schwächstes Glied, sollte man sich genau überlegen, an welchem Gerät man die Bildskalierung aktiviert.

Praxis: Lautsprecher und AV-Receiver im Heimkino

Schließlich bieten Blu-ray-Spieler, TV-Empfänger, Verstärker und Fernseher meist eingebaute Videoskalierer. Hier gilt es auszuprobieren, welcher Bildprozessor beim Heraufrechnen von Standard-PAL- auf HD-Auflösung das beste Ergebnis erzielt.

Neue AV-Receiver bieten sogar häufig eine Bildausgabe in 4K-Auflösung, die viermal so viele Bildpunkte bietet wie Full HD. Diese Option ist aber nur bei kompatiblen Bildschirmen auswählbar. Da die Synchronisation zwischen Bild und Ton bei Videospielen besonders wichtig ist, bieten manche Hersteller spezielle Game-Modi. Diese Einstellungen zeichnen sich durch eine besonders geringe Bildverzögerung aus.

Automatisches Audiomesssystem

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Ein automatisches Audiomesssystem kann helfen, die optimalen Lautsprecher-Parameter im Heimkinoverstärker einzustellen.

Tipp 8: Raumklang optimieren

Nur wenn ein AV-Receiver richtig eingestellt ist, kann er die bestmögliche Klangqualität aus einem Lautsprecher-Set herausholen. Für eine optimale Wiedergabe müssen Front-, Center-, Effekt- und Basslautsprecher perfekt aufeinander abgestimmt werden. Wer einen Verstärker mit automatischer Einmessfunktion besitzt, sollte diese zuerst ausprobieren.

Lesetipp: Klangoptimierung im Heimkino

Dabei werden die optimalen Parameter für Lautstärke, Tonalität und Zeitversatz automatisch vom Verstärker samt Messmikrofon ermittelt. Wer die Messung selbst vornehmen möchte, kann zum Pegelmesser und Metermaß greifen. Dabei sollte man die Abstände zwischen Hörplatz und Boxen sowie das Pegelverhältnis der Lautsprecher untereinander gewissenhaft messen, damit man optimalen Raumklang erhält.

Tipp 9: Dynamik verbessern

Vorsicht ist bei Effektprogrammen geboten, die die Dynamik beeinflussen. Diese verringern den Lautstärkeumfang, um große Lautheitsunterschiede innerhalb eines Musik- oder Filmtonsignals auszugleichen. Nur die nativen Raumklangformate ohne zugeschaltete Effektprogramme bieten einen maximalen Dynamikumfang und somit unverfälschten Klang.

Je nach der Größe des verbundenen Lautsprecher-Sets empfehlen sich unterschiedliche Trennfrequenzen für den akustischen Übergang zwischen Subwoofer und Satelliten. Dabei gilt die Faustformel: Je größer die Frontlautsprecher, desto tiefer die Trennfrequenz. Wer Probleme bei der Tieftonwiedergabe hat, sollte den Subwoofer-Stellplatz ändern und die Übergangsfrequenz des Basslautsprechers ein wenig erhöhen.

Remote-Apps

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Mithilfe sogenannter Remote-Apps können moderne Heimkinoverstärker per Smartphone und Tablet bedient werden.

Tipp 10: Musikauswahl erweitern

Moderne AV-Receiver bieten Zugriff auf Internet-Radiosender und -Musikdienste. Die Auswahl ist so groß, dass für jeden Geschmack und jede Stimmung stets das Passende dabei ist. Einzige Voraussetzung für den Empfang ist, dass der Heimkinoverstärker mit dem Hausnetzwerk und somit Internet verbunden ist.

Praxis: Steuer-Apps für AV-Receiver

Dann können aktuelle Geräte auch per DLNA-Netzwerkstandard auf Mediensammlungen zugreifen, die sich auf einem Computer oder einer Netzwerk-Festplatte befinden. Verfügt der AV-Receiver über eine AirPlay- oder Bluetooth-Schnittstelle, kann Musik sogar kabellos über Funk vom Smartphone oder Tablet zum Verstärker gesendet werden.

Tonformate & Effektprogramme

Um einen authentischen Raumklang zu bieten, werden Filme mit mehrkanaligen Audiospuren für fünf oder mehr Raumpositionen codiert. Für die korrekte Umwandlung dieser Signalpakete bieten Unternehmen wie Dolby und DTS entsprechende Digitaldecoder an, die in jedem Heimkinoverstärker eingebaut sind.

THX-Standards für Qualität im Heimkino

Native Raumklangformate wie Dolby Digital und DTS Digital Surround wandeln nur die in der Zuspielung eingerechneten Tonspuren und geben diese unbearbeitet an die Verstärkervorstufe weiter. Effektformate wie DTS Neo und Dolby Pro Logic generieren hingegen aus jedem herkömmlichen Stereosignal einen Mehrkanalton - sind also Encoder, keine Decoder.

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Die meisten AV-Receiver besitzen weitere Toneffekte, die aber keinem echten Raumklangformat zugrundeliegen: etwa Theater, Music Hall, SciFi oder Adventure. Diese Toneffekte können quasi über jedes native Raumklangformat gelegt werden. Ein natives Format bestimmt die Raumposition, ein künstliches Effektformat legt einen Klangfilter darüber.

Um die Verwirrung perfekt zu machen, gibt es native Encoder-Programme wie Dolby Virtual Speaker und Dolby Headphone. Diese Codec-Algorithmen simulieren mithilfe einer Signaltransformation von Lautheit, Laufzeit und Tonalität einen bestimmten Klangeindruck, der die spezielle Akustik des Wiedergabegerätes berücksichtigt. Und zu guter Letzt: THX ist weder Tonformat noch Effektprogramm, sondern ein kommerzielles Gütesiegel.

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