Webbrowser

So gut ist Microsofts Internet Explorer 9

Genau eine Woche ist die erste Beta-Version von Internet Explorer 9 nun alt - Zeit genug für eine ausführliche Probefahrt. magnus.de verrät Ihnen, was aus Nutzersicht gut ist am neuen Microsoft-Browser und wo er noch Schwächen hat.

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"Der Browser ist die Bühne und die Kulisse, doch der Star der Show ist die Website", mit diesen Worten hat Internet-Explorer-Chef Dean Hachamovitch die jüngste Ausgabe des Microsoft-Browsers vorgestellt.

Dass das mehr als hohle Worte sind, zeigt Internet Explorer (kurz "IE") 9 Beta 1 auf den ersten Blick. Adressfeld und Suchfeld wurden durch ein einziges Feld, die "One Bar" ersetzt, die nur noch halb so groß ist wie das alte Adressfeld. Die Tabs sind nach oben gerutscht und befinden sich rechts der One Bar. Außerdem gibt es weniger Knöpfe. Übrig geblieben sind nur noch der Vor- und der Zurück-Knopf, Schaltflächen zum Aktualisieren und Abbrechen des Ladevorgangs und zwei Buttons für die Favoriten und die Einstellungen. Am unteren Rand des Browsers ist die Statusleiste verschwunden.

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Freier Blick: IE 9 belegt weniger Platz auf dem Bildschirm als jeder andere Browser.

In der Summe widmet IE der Darstellung von Webseiten mehr Platz als jeder andere aktuelle Browser. Über kleine Mängel sieht man da gerne hinweg. Gleitet man zum Beispiel mit dem Mauszeiger über einen Link, erscheint das Linkziel in einem Popup am unteren Fensterrand, wo es mangels Statuszeile heimatlos wirkt. Der große, aus Platzgründen unten abgeschnittene Zurück-Knopf wirkt nicht richtig harmonisch und die Knöpfe für Abbrechen und Aktualisieren könnte man einfach zu einem Button zusammenfassen.

Überarbeitete Benachrichtigungen

Zuletzt hatten wir uns daran gewöhnt, dass IE Fragen und Hinweise in einer gelben Leiste am oberen Rand der Website anzeigt. Microsoft meint nun, dass dies der natürlichen Blickrichtung widerspricht und hat die gelbe Leiste durch ein Popup am unteren Fensterrand ersetzt. Zum ersten Mal begegnen werden Sie diesem Hinweis, wenn IE 9 nach der Installation fragt, ob er sich als Standard-Browser im System breitmachen darf. Die Beta-Version lässt sich übrigens nicht parallel zu einer älteren Version des Microsoft-Browsers installieren, sondern verdrängt diese. Dafür ist der nervige Setup-Assistent verschwunden, der mit IE 8 Einzug hielt. Hoffen wir, dass das bis zum Final Release so bleibt.

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Über solche Popups am unteren Fensterrand gibt IE 9 Hinweise und stellt Fragen.

Öffnet man ein neues Tab, dann zeigt IE 9 dort Links zu in der Vergangenheit häufig besuchten Seiten an. Wie bei anderen Browsern längst üblich, kann man auch beim IE nun Tabs aus der Tab-Leiste "herausreißen" und sie dadurch in ein eigenständiges Fenster verwandeln. Das funktioniert so flüssig, dass sogar ein Webvideo währenddessen ohne Ruckeln weiterläuft.

Websites zum Festnageln

Ziemlich cool ist die Möglichkeit, einzelne Seiten an der Windows-Taskbar festzupinnen. Dazu zieht man einfach die Web-Adresse aus der One Bar bei gedrückter linker Maustaste auf die Taskbar und lässt sie dort los.

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Festgepinnte Websites erscheinen mit einem eigenen Symbol in der Task-Leiste.

Statt des IE-Logos erscheint dort das Symbol der Website. Ein Klick darauf öffnet die Website in einem eigenen Browserfenster. Nützlich ist das zum Beispiel beim Webmailer, Sozialen Netzwerken und anderen regelmäßig besuchten Websites.

Die Knöpfe für Vor und Zurück nehmen in solchen Fenstern die Farben des Website-Icons auf. Website-Betreiber können ihre Seiten außerdem so aufmotzen, dass unter Windows 7 auch die Jumplist gefüllt wird. Naheliegt, dass man darüber künftig aus der Taskbar heraus direkt in Unterkategorien einer Website wechseln kann.

Clevere Detail-Lösungen

Noch mal zurück zur One Bar, dem kombinierten Eingabefeld für Web-Adressen und Suchbegriffe. In der Vergangenheit hatte Microsoft diese Kombination abgelehnt, weil möglicherweise Eingaben an Suchmaschinen übermittelt werden, ohne dass dies dem Nutzer recht ist.

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Die neue One Bar verfügt über eine Ausklappliste, in der Sie auch die Suchmaschinen konfigurieren können.

Kein Wunder also, dass man den automatischen Rückgriff auf die Standard-Suchmaschine in der One Bar manuell aktivieren muss. Sobald man zum ersten Mal ein Stichwort eingegeben hat, klickt man in der Ausklappliste mit den Suchvorschlägen auf "Suchvorschläge einschalten". Am unteren Rand der Liste findet man außerdem eine Liste der im Browser konfigurierten Suchmaschinen und kann diese rasch wechseln. Das ist clever, wirkt durchdacht und praktisch - also eigentlich gar nicht wie ein Internet Explorer.

Überhaupt ist das ein Eindruck, dem wir uns nach einer Woche mit der IE 9 Beta nicht verschließen können: Microsoft hat viel getan, um den Internet Explorer zu einem wirklich brauchbaren Browser zu verwandeln. Ein weiteres Beispiel dafür ist der Download Manager, den IE 9 (endlich, nach all den Jahren!) bietet.

Endlich - ein Download Manager

Klickt man einen Download-Link an, verschwendet IE 9 keine Zeit mehr und beginnt im Hintergrund mit der Übertragung. Parallel dazu erscheint die gewohnte Abfrage, ob man die Datei ausführen oder speichern möchte, allerdings als Popup am unteren Fensterrand. Hält man den "Speichern"-Knopf länger gedrückt, verwandelt er sich in eine "Speichern unter"-Schaltfläche.

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Der Download-Manager bietet alle wichtigen Funktionen und fühlt sich einfach "richtig" an.

Außerdem gibt es eine Übersicht aller Downloads samt Suchfunktion, eine Funktion zum Abbrechen unterbrochener Transfers und die Möglichkeit, den Ordner zu öffnen, in dem ein Download gespeichert ist. Der Download Manager ist einfach so, wie es sich gehört - fertig, aus.

So schnell wie jeder andere Browser

Hardwarebeschleunigung, DirectX Direct2D API, "Chakra" JavaScript-Engine - hinter dem ganzen Tech-Talk steht vor allem eines: Mehr Geschwindigkeit. In der Praxis macht sich das ganz konkret bemerkbar. Ob Facebook, Google Mail oder Youtube, auch Websites, die einem Browser alles abverlangen, fühlen sich in IE 9 Beta 1 genauso schnell an wie in jedem anderen aktuellen Browser.

Das ist deshalb beachtlich, weil IE 8 von der Konkurrenz nicht nur einmal, sondern gleich mehrfach überrundet wurde. Konkrete Messungen bestätigen den Eindruck, wie zum Beispiel die Kollegen vom PC Magazine herausgefunden haben. IE 9 Beta 1 startet schneller als jeder andere Browser, belegt ähnlich viel Speicher und rückt auf Spuckweite an den Geschwindigkeitskönig Chrome heran.

Fazit

Weder Internet Explorer 7 noch 8 vermochten etwas daran zu ändern, dass nach allgemeiner Auffassung nur diejenigen mit dem Microsoft-Browser durchs Netz kreuzen, die es nicht besser wissen oder durch den Arbeitgeber daran gebunden werden. Mit IE 9 wird sich das ändern. Statt wie bei IE 8 Kraft auf Kinkerlitzchen (Schnellinfos, Website-Vorschläge) zu verschwenden, hat Microsoft einen durch und durch brauchbaren Browser entwickelt, der auch Profis zufrieden stellen wird. Wenn das die Früchte des Browser-Kriegs 2010 sind, dann gibt es keinen Grund, sich einen raschen Frieden zu wünschen.

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